Horst Janssen: Die Lust des Augenblicks

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Westfalen – Noch bis zum 25. Oktober zeigt die Galerie ART-isotope – Galerie Schöber in Dortmund unter dem Titel „Die Lust des Augenblicks“ Druckgrafiken und Zeichnungen von Horst Janssen. Zugleich feiert die Galerie nach über 70 Ausstellungen, internationale Kunstwettbewerbe und zahlreiche Messeteilnahmen ihr 15-jähriges Bestehen.

Horst Janssen: LYDIA ZU GRABE TRAGEND / 3.10.89 · 1989 · Radierung, 79/200, handsigniert, datiert, nummeriert · ca. 29,2 x 20,8 cm

Horst Janssen: LYDIA ZU GRABE TRAGEND / 3.10.89 · 1989 · Radierung, 79/200, handsigniert, datiert, nummeriert · ca. 29,2 x 20,8 cm

Horst Janssen, 1929 in Hamburg geboren, zählt zu den bedeutendsten deutschen Künstlern der Nachkriegszeit. Sein Werk umfasst Arbeiten verschiedenster Techniken – er fertigte Zeichnungen, Holzschnitte, Lithografien, Monotypien, Radierungen und Aquarelle. Diese zeichnen sich durch ein Zusammenspiel von Experimentierfreude und Tradition aus. So schuf er, in radikaler Abgrenzung zu den abstrakten Tendenzen seiner Zeitgenossen, ein Oeuvre, welches stets dem Gegenstand verhaftet bleibt.

Die Werke sind durch ihre Figürlichkeit und die sorgsamen Arrangements aus Realität und Phantasie umso eindringlicher und unmittelbarer. Oft ist der Bildinhalt höchst persönlich und emotional. Janssen zeigt nicht nur die Menschen in seinem Umfeld sondern auch sich selbst in unzähligen Bildnissen. Jedes dieser Porträts fängt emotionale Facetten der abgebildeten Person ein und zeigt so einen komplexen sowie vielschichtigen Charakter. Ebenso widmete er sich ‚banalen‘ Dingen und Gegenständen aus seinem Alltag, die in seinen Bildern einen faszinierenden Eigenwert erfahren und überraschend neue Perspektiven offenbaren.

Horst Janssen: JOSEF LAND

Horst Janssen: JOSEF LAND

Janssens Stilsprache beinhaltet Elemente der Neuen Sachlichkeit und des Phantastischen Realismus. Immer bleibt er jedoch, selbst in seinen Aquarellen, der Zeichnung treu. Denn Zeichnen war für ihn keine vorbereitende Übung, sondern das Werk an sich. So gelang es ihm dann auch, seinen Strich zu einer außergewöhnlichen Meisterschaft zu führen, die ihm 1968 den ersten Preis für Grafik auf der Biennale in Venedig einbrachte. Bereits mit 23 Jahren erhielt Janssen im Jahr 1952 das Lichtwark-Stipendium und ein Stipendium an der Studienstif­tung des deutschen Volkes.

Es folgten zahlreiche weitere Auszeichnungen, wie 1964 der Kunstpreis der Stadt Darmstadt und 1966 der Edwin-Scharff-Preis der Hansestadt Hamburg. Seine erste große Einzelausstellung im Jahr 1965 mit Zeichnungen und Grafiken gastierte als Wanderausstellung in mehreren Städten – und feierte den Künstler bereits als Jahrhundertgenie. Anfang der 70er Jahre erfolgte der internationale Durchbruch: Janssens Werke wurden u. a. in Wien, Tokio, Oslo, Paris, Nowosibirsk und Moskau ausgestellt. 1995 stirbt Horst Janssen. Schon zwei Jahre später ehrte die Hamburger Kunsthalle den Künstler mit einem eigenen Kabinett. Im Jahr 2000 öffnete das Horst-Janssen-Museum in Oldenburg.

Öffnungszeiten: So, Mo, Di, Fr von 14.30 – 19.30 Uhr u.n.V.

ART-isotope • Galerie Schöber / Wilhelmstr. 38 (Ecke Friedrichstr.) / 44137 Dortmund
www.art-isotope.de

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