Angebot für junge Leute im Marler Theater

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Westfalen – Mit einem spannenden, kritischen und frischen Theaterangebot lockt das Marler Theater in der neuen Spielzeit wieder junge Menschen ins Haus. Mit der TM Stück-Card für Leute bis 20 Jahre wird das Theatervergnügen auch noch besonders günstig. Sie berechtigt zum einen zum Einzelkartenerwerb in der Young Line für 3,50 Euro und bietet zum anderen die Möglichkeit, Produktionen aus den Bereichen Schauspiel, Boulevard, Musiktheater und Tanz für 6,00 Euro pro Karte anzusehen.

Der Junge mit dem Koffer

Der Junge mit dem Koffer

Für Jugendliche ab 15 Jahren ist die zeitgemäße Inszenierung von Goethes Briefroman „Die Leiden des jungen Werther“ am Dienstag, den 26. Januar ab 19 Uhr geeignet. Mit der Musik von Johann David Talinski, Hajo Wiesemann und den Werther-Boys zeigt das Schauspiel Essen in dieser Inszenierung den durch die Band enthusiastisch und berauschend-musikalisch ins Heute geholten „künstlerische Ausdruck der humanistischen Revolte” (Georg Lukács). Der Briefroman ist die berührende Tragödie einer explosiven Leidenschaft, geschrieben im Geist der Aufklärung und in der Emphase des „Sturm und Drang”. Goethes literarischer Welterfolg ist das leidenschaftliche Bekenntnis zum „neuen”, zum „lebendigen” Menschen im Konflikt mit der starren, ­ständischen Gesellschaft und dem philisterhaften Spießertum

Ein Bodybild

Ein Bodybild

Auf einem authentischen Fall einer Mutprobe in Melbourne 1994, die bedauerlicherweise weltweit zahlreiche Nachahmer gefunden hat, basiert das Stück „Stones“ vom Tom Lycos und Stefo Nantsou, das das Westfälische Landestheater Castrop-Rauxel am 29. Februar 2016 ab 19 Uhr in Marl zeigt. Es geht um Flo und Diesel, deren Freundschaft aus Mutproben besteht. Immer wieder fordern sie sich gegenseitig zu gefährlichen Spielchen heraus. Das Verlangen nach dem Verbotenen steigert sich. Wer traut sich, einen Stein von einer Brücke auf ein fahrendes Auto zu kicken?

Flo traut sich, der Autofahrer stirbt, die Polizei ermittelt. Der Konflikt zwischen Schuldgefühlen und Furcht beginnt. Schließlich stellt sich Flo der Polizei und beide werden verhört. Das Publikum stellt sich dieselben Fragen wie Anwalt, Richter, Polizist oder die Eltern: Was soll mit den beiden geschehen? Sind sie für ihre Tat verantwortlich? Welche Strafe ist angemessen? Die jugendlichen Zuschauer sind dazu aufgefordert, sich selber ein Bild zu machen.

Der Junge mit dem Koffer

Der Junge mit dem Koffer

Ein Stück für junge Menschen, das sich sehr kritisch mit dem Schicksal von Homosexuellen im 3. Reich auseinandersetzt, ist das Schauspiel „Schlachter-Tango“ von Michael Grunert und dem Theaterlabor Bielefeld. Am 16. März geht es ab 19 Uhr um Ludwig M., der aufgrund seiner Homosexualität 1936 von der Gestapo verhaftete wird. Er überlebt Buchenwald und Ausschwitz und muss nach dem Krieg um die Anerkennung seiner Verfolgung kämpfen. Eindrucksvoll zeichnet das Stück das Bild dieses Mannes, der sich seine Menschenwürde nicht nehmen lässt.

Ergänzt wird die Young Line durch Angebote im Vormittagsbereich ab 11 Uhr, die sich vorrangig an Schulen richten. Gleich zu Beginn der Spielzeit geht es am 19. Oktober um ein ganz aktuelles Thema. In „Der Junge mit dem Koffer“ steht der Flüchtlingsjungen Naz, dem seine Mutter der auf der lange Flucht nach London die Abenteuer von Sindbad erzählt, im Mittelpunkt. Die Geschichten helfen ihm, nicht aufzugeben, wobei er merkt, dass seine Abenteuer nicht ganz so schön sind. Es spielt das Schnawwl Mannheim in Koproduktion mit dem Ranga Shankara Theater aus Bangladesch. Die vom Kultursekretariat NRW Gütersloh geförderte Produktion ist für Menschen ab 12 Jahren geeignet.

Das Stück „Seitenwechsel“ schildert das aktuelle Problem der Homosexualität im Fußball. Die Inszenierung des Wetfälischen Landestheaters Castrop-Rauxel ist am 13. Januar zu sehen, aber bereits ausverkauft.

„Ein Bodybild“ ist eine Stückentwicklung des Theater Marabus, die um das Themenfeld „Körperbilder“ kreist. Performerin Laura Schuller spielt mit den Rollen-Klischees und treibt sie ironisch auf die Spitze. Dabei taucht sie in die Bilderwelt Dr.Sommers und Youtube-Schmink-Tutorials ein, um sie in radikaler Weise auf sich anzuwenden und sie ad absurdum zu führen. Übrig bleiben eine Kritik an der Erfüllungsgesellschaft und der Versuch, den eigenen Körper als einen vielleicht letzten selbstbestimmten Ort zu entdcken. Die ebenfalls geförderte Produktion ist am 3. Februar zu sehen und für junge Menschen ab 14 Jahren geeignet.

Karten gibt es im i-Punkt im Marler Stern, Montag bis Freitag 9.30 Uhr bis 18 Uhr, Samstag 9.30 Uhr bis 13 Uhr, Telefon: 0 23 65/99 43 10 oder online www.im Vorverkauf.de.

www.marl.de/theater

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