Auf Zeitreise im LWL-Planetarium Münster

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Westfalen – Wie mag der Urknall ausgesehen haben? Und wie die menschlichen Vorfahren, die als Zellformationen aus dem Wasser kamen? Das Planetarium des Landschaftsverbands Westfalen-Lippe (LWL) im LWL-Naturkundemuseum in Münster wird ab dem 1. August zur Zeitmaschine. Fortan können Besucher erleben, wie die Milchstraße, die Sonne und die Erde entstanden sind oder wie sich das Leben entwickelte. Sternexplosionen und Einschläge von Kometen auf der Erde sind ebenso Teil des neuen, 48-minütigen Programms wie Dinosaurier und andere Wesen der Urzeit.

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Das Titelbild zur neuen Show “Zeitreise – Vom Urknall zum Menschen” zeigt eine frühe Ansicht des Sonnensystems vor Geburt der Erde – Foto LWL/Perdok

„Die Grundidee war“, wie Dr. Björn Voss, der Leiter des LWL-Planetariums, erläutert, „nicht nur die Entstehung des Alls mit seinen Sternen und anderen eher abstrakten Gebilden zu zeigen, sondern auf der Erde fortzufahren.“ Damit auch die sich über 13 Milliarden Jahre erstreckende Geschichte des Universums greifbar wird, wird die Geschichte auf die Zeit eines Jahres verkürzt dargestellt. So hätte das Universum am 1. Januar dieses „kosmischen Jahres“ seinen Ursprung gehabt, während der 31. Dezember der heutigen Zeit entspräche. Trotz der vereinfachten Darstellungsweise, die Kinder ab neun Jahren anspricht, „beinhaltet das Programm die neuesten wissenschaftlichen Erkenntnisse zum Thema Entwicklung und Evolution des Sonnensystems und der Erde“, versichert Voss. Eine Besonderheit sei die Nutzung wissenschaftlicher Berechnungsdaten, die als Grundlage für die Herstellung mancher Fulldome-Filme diene. In diesen kuppelfüllenden Filmen sei „der Bildinhalt nicht vom Künstler entworfen worden, sondern der Künstler hat die Strukturen und Formen aus physikalischen Simulationsberechnungen in Szene gesetzt“, erklärt Voss weiter. Mehr als 20 Wissenschaftler haben zudem durch ihren Rat zur fachlich korrekten Darstellung zahlreicher Details beigetragen. Als prominenten Sprecher gewinnen konnte der LWL übrigens Christian Schult, den viele unter anderem als deutsche Synchronstimme von Patrick Stewart als Captain Picard in Raumschiff Enterprise bereits kennen dürften.

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Ein Triceratops aus der Kreidezeit schaut von der riesigen Planetariumskuppel auf die Zuschauer herab – Foto: LWL/Perdok.

Das Zeitreise-Programm wurde am LWL-Planetarium produziert und in Kooperation mit den Planetarien in Bochum, Augsburg, Berlin, Jena, Kiel, Mannheim, Nürnberg, Osnabrück und Wolfsburg hergestellt – als bisher größte Gemeinschaftsproduktion deutscher Planetarien. Die Gesamtproduktionszeit beläuft sich auf rund zwei Jahre; insgesamt 100.000 Euro haben die Kooperationspartner aufgebracht. So etwas hätte ein Planetarium allein finanziell nicht stemmen können. Prof. Dr. Susanne Hüttemeister, Leiterin des Planetariums in Bochum, stellt klar: „Wir wollen selber Inhalte schaffen, hinter denen wir stehen können – wir sind ja kein Kino.“ Der Partnerschaft steht sie deswegen positiv gegenüber. „Zwar gab es kräftige inhaltliche Diskussionen, aber keinerlei Konflikte. Wir überlegen schon, was wir als nächstes machen könnten.“ Als Konkurrenz sieht man sich keinesfalls, wie auch Voss bestätigte.

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Von links nach rechts: Dr. Alfred Hendricks (Direktor des LWL-Museums für Naturkunde), Prof. Dr. Susanne Hüttemeister (Leiterin des Planetariums Bochum) und Dr. Björn Voss (Leiter des LWL-Planetariums Münster) bei der Vorstellung des neuen Programms “Zeitreise – Vom Urknall zum Menschen” – Foto: Westfalium

 

Die Show „Zeitreise – Vom Urknall zum Menschen“ wird zu wechselnden Zeiten im Planetarium gezeigt. Showtermine während der Sommerferien sind: mittwochs, freitags und samstags 11 Uhr, sonntags 11 und 17 Uhr, dienstags und donnerstags 17 Uhr. Zeitgleich mit dem Programmstart wird es außerdem eine kleine, neue Ausstellung vor dem Planetarium zu sehen sei, die den Inhalt der Show thematisch aufgreift.

Planetarium im LWL-Museum für Naturkunde, Sentruper Str. 285, 48161 Münster, Tel. 0251/5916050, www.lwl.org
 
 


 

 


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