Polen – Glass made in Wroclaw

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Westfalen – Ausgefallen und spektakulär: Glasobjekte und Kunst aus Glas – in Polen entstanden – zeigt das Glasmuseum in Coesfeld  vom 25. Oktober bis zum 11. Januar 2015.

Patrycja Dubiel:  Nihil Novi, 2010 - Foto: Stanislaw Sielicki

Patrycja Dubiel: Nihil Novi, 2010 – Foto: Stanislaw Sielicki

Wroclaw, polnisch für Breslau, gilt bis heute als ein traditionsreiches Zentrum für Glas. Einst war diese Stadt Metropole der historischen Region Schlesien und schon im 13. Jhd. Produktionsstätte von Glas. Im 17. Jhd. wurde die Glasveredelung (Gravur, Schnitt und Bemalung) derart meisterlich vorangetrieben, dass Glas aus Schlesien ein international begehrter Exportartikel war. Aber auch neue Techniken aus Italien wie Filigran und Millefiori hatte man hier frühzeitig aufgegriffen und weiterentwickelt.

Barbara Zworska-Raziuk:  Open secretion, 2011 - Foto: Zbyszek Raziuk

Barbara Zworska-Raziuk: Open secretion, 2011 – Foto: Zbyszek Raziuk

Aus diesen Wurzeln reifte nach dem Zweiten Weltkrieg ein erstaunlich vielseitiges Glasschaffen in Polen. Große Strahlkraft hatte dabei Wroclaw dank seiner 1946 gegründeten Akademie der Bildenden Künste – bis heute ist sie eine der dynamischsten Kunsthochschulen des Landes. Hier wurde die in Polen einzige Fakultät für Glas und Keramik eingerichtet, die sich rasch zum Zentrum für neue künstlerische und glastechnische Impulse entwickelte. Sie vermittelt eine fundierte Ausbildung auf technisch-handwerklicher Ebene, um die Studierenden für den künstlerischen Umgang mit konventionellen und neuen Techniken der Glasformung zu befähigen. So eröffnen sich ihnen Perspektiven, sich schöpferisch zu entfalten und einen eigenen künstlerischen Ausdruck zu finden.

Wojtek Peszko: Archa III, 2008 - Foto: Stanislaw Sielicki

Wojtek Peszko: Archa III, 2008 – Foto: Stanislaw Sielicki

Die Gäste aus Polen, zum Teil international renommierte Lehrer, Absolventen, und Studenten der Glasabteilung, präsentieren den Besuchern rund 60 Arbeiten. Sie alle haben eines gemeinsam: Sie beherrschen den Umgang mit den unterschiedlichen Glastechniken perfekt, doch brechen und interpretieren sie gleichzeitig die langjährige Tradition der Abteilung Glas ständig neu. Ihre Werke sind abstrakt, skulptural, narrativ, ironisch oder einfach nur berührend. Jedes Werk ist einzigartig in Charakter, Aussage, Stil und Form, ein Ausdruck des individuellen Zugangs des Künstlers zum Medium Glas.

Der besonderer Dank des Glasmuseums  gebührt der polnischen Künstlerin Marzena Krzeminska-Baluch. Sie fungierte als Vermittlerin zwischen den Künstlern und der Stiftung. Auch Marzena Krzeminska-Baluch ist mit kraftvollen und dennoch stillen Arbeiten vertreten.

Öffnungszeiten Glasmuseum + Glasdepot: Mi, Sa und an Feiertagen 14 – 17 Uhr, So 11 -17 Uhr

Glasmuseum Alter Hof Herding / Letter Berg 38 / 48653 Coesfeld
Telefon 0 25 46 / 93 05 11
www.ernsting-stiftung.de


 

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