Kremation oder Begräbnis – Wie Sie Ihren letzten Willen und Ihr Testament schreiben

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Ein Testament oder einen sogenannten letzten Willen zu schreiben ist vielen ein Graus.

Ob es die Angst davor ist, sich mit dem eigenen Tod zu beschäftigen oder ob das Thema einfach noch zu fern ist – mehr als die Hälfte der Deutschen hat kein Testament, die meisten davon haben sich mit diesem Thema laut Umfragen und Studien sogar noch nicht einmal beschäftigt. Das ist zwar einerseits verständlich, fühlt es sich doch fast so an, als würde man den Tod einladen, wenn man alles für den eintretenden Sterbefall vorbereitet, andererseits ist ein Testament ein wichtiges Dokument, was nicht einfach ignoriert werden sollte.

Und das nicht nur wegen des möglichen Erbens! Der letzte Wille sagt nämlich nicht nur aus, wer was nach Ihrem Ableben bekommt, sondern auch, wo Sie ruhen möchten.

Ob Seebestattung, wieviel die Diamantbestattung kosten darf oder Anweisungen für das Grab – den letzten Frieden finden Sie am besten, wenn Sie ihn vorbereitet haben. Ein Testament ist schnell geschrieben und macht in vielerlei Hinsicht Sinn. Was Sie dabei beachten müssen und welche Möglichkeiten der Bestattung Sie haben, erfahren Sie in diesem Artikel.

Ein Testament schreiben – Was muss ich beachten?

Wer einen letzten Willen verfasst, muss zumindest die Rahmenbedingungen einhalten.
Ein Testament muss zunächst als solches gekennzeichnet sein. Es reicht, wenn “Mein letzter Wille” oder “Testament” über dem Dokument steht. Ein Testament muss immer handschriftlich vom Betreffenden selbst geschrieben sein und eine volle Unterschrift beinhalten (also Vor- und Nachname). Ein am Computer getipptes Dokument wird nicht anerkannt. Wer nicht mehr selbst schreiben kann, kann ein Testament auch mündlich verkünden lassen. Hierbei gelten dann besondere Regeln: Beim sogenannten Bürgermeistertestament wird der letzte Wille unter Aufsicht eines Notars oder aber unter Zeugen, die weder das Testament vollstrecken, noch selbst im Erbe erwähnt sind, vom Bürgermeister verkündet. Ist dieser unpässlich, kann das mündliche Testament auch von drei Zeugen aufgenommen werden, von denen keiner eine Amtsperson ist. Außerdem muss ein letzter Wille immer Ort und Datum beinhalten, kann ansonsten jedoch recht formlos sein.

Wichtig ist noch die Art des Testaments: Eheleute schreiben meist ein Testament zusammen, Einzelpersonen schreiben ein eigenes. Unter Aufsicht eines Notars können jedoch auch nicht verheiratete Menschen ein gemeinsames Testament schreiben.

Wer sein Testament nachträglich ändern möchte, kann dies jederzeit tun, indem jede Änderung mit vollem Namen unterschrieben wird. Bei gemeinsam aufgesetzten Testamenten ist dies jedoch etwas schwieriger.

Bedenken Sie auch, dass ein Testament im Zweifelsfall angefochten werden kann. Wer also ein gewisses Alter erreicht hat, ist gut damit beraten, sich eine ärztliches Gutachen darüber zu besorgen, dass er oder sie testierfähig ist. Dieses wird dann einfach mit dem Testament zusammen aufbewahrt.
Aufbewahrungsorte gibt es einige, eine Bank, der eigene Schreibtisch – wichtig ist nur, dass Sie einer Person Ihres Vertrauens mitteilen, wo das Testament zu finden ist, damit es nach Ihrem Tod nicht übersehen wird.

Was genau wird in einem Testament geregelt?

Der Ausdruck “letzter Wille” beantwortet diese Frage im Grunde schon. In einem Testament wird festgelegt, was nach dem Ableben einer Person mit dessen Besitz und Körper geschieht. Dies umfasst sowohl das Erbe, als auch die gewünschte Bestattungsform.

Beim Erbe kann ein alleiniger Erbe genannt werden, man kann seine Kinder und deren Nachkommen jedoch mithilfe eines Testaments offiziell enterben. Sie bekommen in diesem Fall nur den gesetzlich festgelegten Pflichtanteil, nicht jedoch automatisch den gesamten Besitz. Auch ein Vermächtnis kann über das Testament angeordnet werden. Wenn Sie Ihr wertvolles Klavier beispielsweise an einen guten Freund vererben wollen und nicht an Ihren Haupterben, können Sie dies, mitsamt Beschreibung und Wert des zu vermachenen Gegenstandes im Testament festhalten. Auch kleinere Details können in einem letzten Willen geregelt werden, beispielsweise wenn Ihr Erbe seinen Erbteil erst bekommen soll, nachdem die Volljährigkeit erreicht oder er/sie verheiratet ist.

Und zu guter Letzt können Sie natürlich verfügen, wie Sie bestattet werden möchten.

Die letzte Ruhe – nach Ihrem eigenen Wunsch

Die letzte Ruhestätte zu wählen, mag Ihnen seltsam vorkommen, wenn Sie sich selbst noch nie mit dem Thema Tod beschäftigt haben. Stellen Sie sich jedoch anders herum einmal vor, was passiert, wenn der schlimmste Fall eintritt, Sie einen Unfall haben und plötzlich neben der ungeliebten Tante im Familiengrab beigesetzt werden. Die letzte Ruhestätte ist für die Ewigkeit und sollte daher unbedingt von Ihnen selbst festgelegt werden. Ein weiterer Punkt, der hierfür spricht, ist der, dass Sie damit Ihren Angehörigen einige organisatorische Arbeit abnehmen, welche im Trauerfall erledigt werden muss. Wer möchte, dass seine Kinder in Ruhe trauern können, der sorgt in seinem Testament eben schon einmal vor.

Art der Bestattungen – Kremation oder Begräbnis

Die zwei häufigsten Möglichkeiten der Bestattung sind das Friedhofsbegräbnis und die Kremation, also Verbrennung. Beide haben ihre Vor- und Nachteile und es kommt eben ganz auf Ihre eigene Vorliebe an.

In den folgenden Absätzen schaffen wir ein wenig Licht, was mit beiden Formen der Bestattung zusammenhängt und welche für wen geeignet ist.

Kremation

Eine Verbrennung der sterblichen Überreste findet in Deutschland derzeit immer mehr Anklang. Hierbei wird der Tote in einem Krematorium bei rund 1.000 Grad verbrannt. Was danach noch übrig ist (Knochen und Zähne) wird zu Staub zermahlen und der Asche hinzugefügt.

Eine solche Feuerbestattung hat den Vorteil, dass die Asche natürlich viel kleiner und mobiler ist, als ein Leichnam. Die darauf folgende Beisetzung kann also kreativer und oft auch kostengünstiger gestaltet werden.

Dinge wie eine Seebestattung, eine Waldbestattung, bei der die Asche in die Wurzeln eines Baumes beigesetzt wird oder eine Diamantbestattung werden somit möglich. Bei der letzteren wird die Kremationsasche unter enormen Druck und großer Hitze zu einem Diamanten gepresst. Dieser kann dann als Schmuckstück im Kreis der Familie bleiben. Wer nun denkt, dies höre sich nach einer besonders teuren Bestattungsform an, der irrt: Tatsächlich sind die Diamantbestattung Kosten geringer, als die, die bei einem herkömmlichen Friedhofsbegräbnis aufkommen. Die Diamantbestattung Kosten beginnen, je nach Karat und Wünschen bei 1.600€ und sind somit kaum zu vergleichen mit den Kosten einer Beerdigung inklusive Grabstein, -pflege, Sarg und Feier.

Die Kremation mit Beisetzung der Asche bietet sich daher generell für alle an, die kein herkömmliches Friedhofsbegräbnis wünschen und stattdessen freier beigesetzt werden möchten. Hierbei gilt jedoch: Achtung – Friedhofszwang und Deutsche Richtlinien müssen stets eingehalten und bedacht werden!

Beerdigung

Bei einer Beerdigung im herkömmlichen Sinne, wird der Leichnam in einen Sarg gelegt, welcher dann auf einem Friedhof beigesetzt wird. Auch hier gibt es natürlich Unterschiede: Mit Feier oder ohne, mit Grabmal oder ohne, im Familiengrab oder alleine. All dies können Sie in Ihrem Testament festlegen.

Bei einem Friedhofsbegräbnis ist der Vorteil, dass Sie einen Ort haben, an dem Familie und Freunde trauern können. Sie können Sie quasi besuchen kommen, was ein großer Vorteil in der Trauerbewältigung ist. Wer jedoch wenig Familie hat oder Familie hat, die weiter weg wohnt, für den ist die Grabpflege eher ein Graus, als ein Vorteil. Denn ein grab will nicht nur bezahlt werden, es bedarf auch der Pflege und Menschen, die es besuchen.

Ihren letzten Willen verfassen.

Was Ihre letzte Ruhestätte wird, wer was erben soll und was Sie der Nachwelt sonst noch hinterlassen möchten, das ist und bleibt Ihre Entscheidung. Wichtig ist nur, dass Sie dies schriftlich und innerhalb der Rahmenbedingungen festhalten. Hierbei gilt: Besser früher als später, denn ein Testament tut auch schon in frühen Jahren nicht weh, sichert Sie jedoch ein für allemal ab für die Zukunft, so, dass Sie beruhigt schlafen können.

Comments

  1. Das ist ein sehr guter Tipp, nicht nur die Erbschaft, sondern auch die gewünschte Bestattungsform im Testament zu regeln. Alle meine Familienmitglieder wurden beerdigt, aber ich würde mich lieber für eine Feuerbestattung entscheiden. Wenn die Entscheidung im letzten Willen liegt, bin ich sicher, dass es auch so durchgeführt wird.

  2. Danke, dass Sie erwähnt haben, wie ein Begräbnis auf einem Friedhof ein Ort ist, an dem sich Menschen zum Trauern versammeln können. Der Vater meiner Frau ist dem Tod nahe, und die Familie versucht, die Beerdigung zu planen. Ich denke, ein Begräbnis auf dem Friedhof wäre die beste Option für unsere Familie, weil wir uns so zusammenfinden könnten.

  3. Vielen Dank für den Beitrag zum Thema letzter Wille. Mein Opa möchte, dass wir für ihn ein Bestattungsunternehmen für eine Feuerbestattung finden, wenn er von uns geht. Gut zu wissen, dass er seinen letzten Willen auch im Testament festhalten kann und man seinen Hinterbliebenen etwas von der Organisationslast abnehmen kann, wenn es soweit ist.

  4. Meine Oma hat sich weder Kremation oder eine Beerdigung gewünscht. Es war ihr egal. Wir informieren uns mehr über beide Optionen. Jetzt müssen wir ihre Bestattung planen.

  5. Meine Oma hat sich für Kremation gewünscht. Ich mag wie man nach der Feuerbestattung den Lieben immer bei sich haben kann. Wir sind bei der Suche für ein Bestattungsinstitut in unserer Gegend, das die Feuerbestattung planen kann.

  6. Danke für den Beitrag zum Thema Willen und Testament. Ich bin schon länger auf der Suche nach weiteren Informationen hierzu. Ich möchte einfach, dass meine Familie vorbereitet ist.

  7. Ich wusste gar nicht, dass es bei einem Testament nicht nur darum geht, wer was erhält sondern auch wo die letzte Ruhestätte sein soll. Ich werde in meinem letzten Willen auch festlegen, wer meine Beerdigung organisieren soll. Ich habe noch nie darüber nachgedacht, dass die letzte Ruhestätte für die Ewigkeit ist und daher unbedingt von mir selbst festgelegt werden sollte.

  8. Ich wusste nicht, dass die gewünschte Form der Bestattung im Testament einer Person enthalten ist. Das ist wirklich interessant zu wissen. Ich bin immer davon ausgegangen, dass die Menschen nur ihrer Familie oder ihren Freunden mitteilen, wie sie bestattet werden möchten, wenn sie einen Wunsch haben.

  9. Ich wusste nicht, dass der Tote in einem Krematorium bei rund 1.000 Grad verbrannt wird. Meine Nachbarin ist letzte Woche plötzlich gestorben. Seitdem habe ich angefangen, mich mit dem Thema Tod auseinanderzusetzen. Ich glaube, dass man sich solche Gedanken machen soll.

  10. Interessant, ich wusste nicht, dass Toten im Krematorium bei 1.000° verbrannt werden. Meine Nachbarin ist letzte Woche plötzlich gestorben. Seitdem habe ich damit angefangen, mich mit dem Thema Tod auseinanderzusetzen. Ich glaube, dass man sich solche Gedanken machen soll.

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