Foto Farbe Form. Bildwelten der Brüder Viegener

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Hamm – Das Gustav-Lübcke-Museum in Hamm zeigt vom 26. Mai bis 6. Oktober 2019 die Sonderausstellung „Foto Farbe Form. Bildwelten der Brüder Viegener“. Mit dieser Schau werden auf einzigartige Weise Brücken gebaut, die sich über ganz Westfalen spannen und erstmals das fotografische, malerische und bildhauerische Werk von Josef, Eberhard und Fritz Viegener verbinden. Die in Soest geborenen Brüder gehören zu einer Generation, die nicht nur den Ersten Weltkrieg, die Inflation und den wirtschaftlichen Zusammenbruch miterlebten musste, sondern auch noch den Nationalsozialismus und die Schrecken des Zweiten Weltkriegs. Doch all dies vermochte ihren Optimismus und ihr Interesse für visuelle Gestaltung nicht zu erschüttern.

Josef Viegener: Frauenporträt (Elsbeth Levy), 1933, Fotografie – Foto: Viegener Nachlaß/LWL-Medienzentrum für Westfalen

Josef Viegener (1899-1992) gelang es, mit seinem 1925 in Hamm eröffneten Foto-Atelier einen beachtlichen Kundenkreis zu erobern. Wer etwas auf sich hielt, ließ sich von dem renommierten Fotografen porträtieren. Dabei widmete er sich nicht nur der handwerklichen Auftragsfotografie, sondern griff auch gleichzeitig Impulse der fotografischen Moderne auf und machte sich mit seinen Dokumentationen von Industrielandschaften und vom städtischen Leben einen Namen. Josef Viegener schrieb mit seiner Linse vier Jahrzehnte Stadtgeschichte. Fortlaufend schuf er beeindruckende Arbeiten, die durch Klarheit, Einfühlungsvermögen und Kühnheit gekennzeichnet sind.

Josef Viegener: Schornstein auf dem Gelände der Brauerei Isenbeck, Hamm, um 1950, Fotografie – Foto: Viegener Nachlaß/LWL-Medienzentrum für Westfalen 

Eberhard Viegener (1890-1967) konnte seit dem Ersten Weltkrieg als Maler und Grafiker – nicht zuletzt durch die Unterstützung des namhaften Galeristen Alfred Flechtheim – in der Kunst Fuß fassen. Stilistisch äußerst facettenreich, spiegelt sich in seinem Werk die Entwicklung der Moderne, deren Strömungen er eigene Akzente zu verleihen wusste. Unentwegt widmete er sich der Landschaft, dem Porträt und dem Stillleben. Unmittelbar nach dem Zweiten Weltkrieg war er Mitbegründer des „Westdeutschen Künstlerbunds“, einer Ausstellungsgemeinschaft, die bis heute aktiv ist.

Eberhard Viegener: Der Schnapstrinker, 1917, Öl/Pappe, 82 x 66 cm, Privatbesitz – Foto: Thomas Gawel

Fritz Viegener (1888-1976) stieg – wie die beiden anderen Brüder – ohne akademische Ausbildung in die Kunst ein. Seine Leidenschaft galt der Bildhauerei und der Grafik. Die Kenntnisse eignete er sich selbst an und suchte Orientierung im Studium von Kunstwerken und in der Beobachtung der Natur. Er widmete sich zahlreichen religiösen Themen. Auch bei Fritz Viegener gehörten Landschaft und Menschen zu den vorrangigen Motiven. Neben den für den Lebensunterhalt nötigen Aufträgen entstand auch eine Vielzahl an freien Arbeiten, die besonders in den späteren Jahren die Möglichkeiten der Abstraktion ausloteten.

Eberhard Viegener: Stillleben mit Zwiebeln, 1934, Öl/Holz, 35,5 x 55 cm, Privatbesitz – Foto: Thomas Gawel

Die Ausstellung umfasst rund 200 Arbeiten. Die Fotografien von Josef Viegener, die seit langem als Nachlass im LWL-Medienzentrum für Westfalen verwahrt werden, wurden vom Gustav-Lübcke-Museum erschlossen und in besucherfreundlicher, imposanter Größe aufbereitet. Die Werke von Eberhard und Fritz Viegener stammen nicht nur aus öffentlichem Besitz, sondern wurden auch von zahlreichen privaten Leihgebern zur Verfügung gestellt.

Eintritt: 8 / 6 Euro (ermäßigt)

Ausstellungsdauer: 26. Mai bis 6. Oktober 2019

Di bis Sa: 10 bis 17 Uhr

So: 10 bis 18 Uhr

Gustav-Lübcke-Museum Hamm / Neue Bahnhofstraße 9 / 59065 Hamm

www.museum-hamm.de

 

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