Mit Steinen im Dialog

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Sie bringen Steine zum Sprechen: Seit mehr als fünf Jahrzehnten machen die Bildhauerinnen und Bildhauer aus Zimbabwe schon von sich reden. Ihre Skulpturen finden immer mehr Liebhaber und Sammler, die dem Reiz der modernen Formensprache erliegen.

Foto: Thorsten Marquardt

In Münster präsentiert die Kunsthalle Schnake eine große Zahl von spektakulären Steinarbeiten. Es gibt europaweit kaum eine größere Vielfalt zu sehen. Galerist Eberhard Schnake ist regelmäßig vor Ort, um aktuelle Strömungen zu entdecken und die schönsten Stücke nach Münster zu holen. Die Ausstellungen in der Kunsthalle haben Eventcharakter, weil es Schnake gelingt, die afrikanischen Skulpturen so zu zeigen, dass es einem leicht fällt, sich in sie zu verlieben. „Spirits in Stone“ heißt die reich bestückte Dauerausstellung.

Kunsthistoriker sind sich einig: Die Skulpturen aus Zimbabwe sind ohne Zweifel ein Glücksfall für die zeitgenössische Kunst. Arbeiten von Fanizani Akuda, Edward Chiwawa, Kakoma Kweli, Bernard Matemera, Henry Munyaradzi und Nicholas Mukomberanwa wurden in zahlreichen internationalen Ausstellungen gezeigt, unter anderem im Musée d’Art Moderne/Paris, dem Museum of Modern Art/New York (1968), dem Musée Rodin/Paris (1971), dem Kresge Art Museum/Michigan, USA, dem Millesgarden Museum/Stock- holm, in den Royal Botanic Gardens/London und anderswo. Auf der Biennale in Venedig erhielten sie vor einigen Jahren einen eigenen Pavillion, auf den Weltausstellungen in Sevilla und Hannover sorgten sie für Aufsehen.

Bevorzugtes Material der Bildhauer ist Serpentin. Es zeichnet sich durch eine feine Struktur aus und hat in der Regel nur wenige Risse. Da er sehr hart ist, ist er schwer zu bearbeiten. Ein falscher Schlag und der Stein bricht in sich zusammen oder größere Teile springen von ihm ab. Mit einem Läufer wird am Anfang die gro- be Form herausgearbeitet. Das ist kräftezehrend, weil der Hammer blitzschnell zurückspringt und es so sehr schwer ist, das Gerät sicher und präzise in der Hand zu behalten. Die Formen werden anschließend mit Feilen geglättet. Alles in reiner, mühevoller Handarbeit.

Die Plastiken spiegeln die reale und imaginäre Welt des Künstlers wider. Waren es am Anfang mehrheitlich realistische Figuren, so entwickelte sich in den vergangenen Jahren mit Talenten wie der Bildhauerin Perlagia Mutyavaviri und den Sango Brüdern eine neue, moderne und abstrakte Formensprache.

Kunsthalle Schnake, Max-Winkelmann-Str. 84, 48165 Münster-Hiltrup, mobil 0172/5338328, www.kunsthalle-schnake.de


 

 


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