Münster: Ausstellung “Verschiedene Kriege”

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Münster – Am 24. April wird in der Bezirksregierung Münster eine in ihrer Art und Intention außergewöhnlich Ausstellung eröffnet werden: “Verschieden Kriege. Nationale Geschichtslehrbücher über den Zweiten Weltkrieg”. Sie zeigt die unterschiedlichen Narrative über den Zweiten Weltkriegs in den Geschichtsbüchern weiterführender Schulen der Länder Deutschland, Italien, Litauen, Polen, Russland und der Tschechischen Republik.  Fotos und Lehrbuchzitate, Statistiken und zusammenfassende Kommentare vermitteln anschaulich die zentralen Botschaften der einzelnen Ländern. Die Besucher gehen durch die Seiten der Geschichte, erkennen Übereinstimmendes und Kontroverses, andere Perspektiven und Erinnerungen im Konflikt.

Die Ausstellung “Verschiedene Kriege” ist ab dem 24. April in der Bezirksregierung Münster zu sehen – Foto: Bezirskregierung Münster

Die Ausstellung ist ein Projekt der Arbeitsgruppe „Historische Erinnerung und Bildung” des EU-Russland Zivilgesellschaftsforums, dessen Mitglied die deutsch-russische Gesellschaft Münster ist. Sie ist das Ergebnis der Zusammenarbeit der europäischen Zivilgesellschaft, ein Beitrag  zum Prozess der Einigung und zur Entwicklung einer europäischen Identität.

Die Idee entstand in der Überzeugung, dass der Geschichtsunterricht an den Schulen einen bedeutenden Einfluss auf die Vorstellungen junger Menschen von der Vergangenheit hat. Geschichtsbücher vermitteln das Wissen, das eine Gesellschaft an die nächste Generation weitgeben möchte. Staaten benutzen sie als Instrument für staatsbürgerliche Erziehung, in- dem sie Narrative konstruieren,  die Identitäten fördern, den sozialen Zusammenhalt stärken oder sogar Herrschaft legitimieren.„Die Schulbücher von heute bestimmen die Europapolitik von morgen. Was ein Kind über die Vergangenheit lernt, bestimmt seine Identität und sein Verhältnis zu den Nachbarn“, so der Europaabgeordnete Othmar Karas bei der Eröffnung der Ausstellung im Europaparlament in Straßburg. Für das Verständnis der Krise zwischen der EU und Russland und die Diskussion politischer Entscheidungen ist die Kenntnis der Geschichte der Nachbarländer über das immer noch schmerzhafte Thema des Zweiten Weltkriegs auch gegenwärtig von großer Relevanz.

In russischer Sprache wurde die Ausstellung im März 2016 in Moskau eröffnet und ging dann nach Jekaterinburg, Perm, Nowosibirsk, Krasnoyarsk und Petersburg. In englischer Sprache war sie in Prag, im EU-Parlament in Straßburg, in Mailand, Vilnius und Wroclaw. Die Premiere in deutscher Sprache findet in Münster statt. Überall stieß die Ausstellung auf überwältigende, aber auch kontroverse  Resonanz.

Die Ausstellung wird am 24. April  um 17:00 durch die Regierungsvizepräsidentin Dorothee Feller in der Bezirksregierung eröffnet. Im Anschluss diskutieren die Autorinnen und Autoren der Ausstellung aus Russland, Litauen und Deutschland sowie Experten für polnische und lettische Geschichte zum Thema Geschichtsunterricht, Erinnerungspolitik und Erinnerungen im Konflikt.

Die Ausstellung ist in Münster vom 24. April – 12. Mai  2017 in der Bezirksregierung, Domplatz 1-3 zu sehen, geöffnet an Werktagen von 08:00-16:00 Uhr.

Bezirksregierung Münster / Domplatz 1 – 3 /48143 Münster

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