Mit Tricks gleichen Tiere Wassermangel aus

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Münster – Das LWL-Museum für Naturkunde in Münster zeigt ab dem 30. September die neue Sonderausstellung „Wasser bewegt“. Nicht immer bewegt sich das Wasser dorthin, wo es gebraucht wird. In vielen Gegenden der Erde herrscht Wassermangel.

Der Körper des Käfers wurde aufwendig modelliert. Li. u. Deckflügel und Halsschild. Li. o. Körper und Kopf zusammengesetzt. Re. Kopf. Foto: LWL/Ludorf

Der Körper des Käfers wurde aufwendig modelliert. Li. u. Deckflügel und Halsschild. – Foto: LWL/Ludorf

Einige Tiere haben besondere Strategien entwickelt, um ihren Bedarf an Flüssigkeit zu decken. Das Team um Dr. Jan Ole Kriegs stellt in der Sonderausstellung auch den Nebeltrinker-Käfer vor. Der etwa zwei Zentimeter große Käfer gewinnt quasi im Kopfstand Trinkwasser aus Nebel. Ein Modell im Maßstab 1:20, gebaut im Museum des Landschaftsverbandes Westfalen-Lippe (LWL), verdeutlicht das in der Ausstellung.

Der Nebeltrinker-Käfer spielt in der neuen Sonderausstellung "Wasser bewegt" eine wichtige Rolle als Beispiel für den Umgang mit Wassermangel.

Der Nebeltrinker-Käfer spielt in der neuen Sonderausstellung „Wasser bewegt“ eine wichtige Rolle als Beispiel für den Umgang mit Wassermangel.

„Der Nebeltrinker-Käfer stellt mit einem ausgeklügelten Trick seine Versorgung mit Wasser sicher“, so Kriegs. In der westafrikanischen Namib Wüste gibt es wenig Wasser, aber manchmal Nebel. An nebelreichen Stellen lebt der kleine, schwarze Käfer. Er gewinnt Trinkwasser aus dem Nebel. Kriegs: „Dazu geht er auf einen Dünenkamm, stellt seine außergewöhnlich langen Hinterbeine auf, senkt den Kopf und macht quasi einen Kopfstand. Seinen aufgestellten Hinterleib hält er in den Nebelstrom. Die kondensierten Wassertröpfchen aus dem Nebel bleiben an seinem Hinterteil hängen und rinnen, dank der besonderen Struktur der Deckflügel, mit kleinen Noppen und einer Rinne in der Mitte seines Panzers, direkt in sein Maul.“

Der geologisch-paläontologische Präparator Michael Ludorf hat das Modell des Nebeltrinker-Käfers hergestellt. Foto: LWL/Fialla

Der geologisch-paläontologische Präparator Michael Ludorf hat das Modell des Nebeltrinker-Käfers hergestellt.
Foto: LWL/Fialla

LWL-Präparator Michael Ludorf hatte die Herausforderung, das Modell vom Nebeltrinker-Käfer anzufertigen. Seit rund vier Monaten arbeitet Ludorf an der Vollendung des Modells. Bei der Herstellung war vor allem der Einfallsreichtum des Fachmanns gefragt. Da der Käfer im Original nur wenige Zentimeter groß ist, wurden von einem Nebeltrinker-Käfer aus der Sammlung von allen Seiten Großaufnahmen gemacht. Diese Aufnahmen wurden auf 1:20 vergrößert und dienten als Vorlage zum Modellieren.

Aus einem Polyurethan-Block (einem Kunststoff oder Kunstharz) schnitzte Ludorf beispielsweise die einzelnen großen Körperteile heraus, welche anschließend mit einer speziellen Knetmasse feiner ausgearbeitet wurden. Die Teile müssen anschließend koloriert, alle Einzelteile zusammengefügt und mit einander verbunden werden. Am Schluss bekommt der Käfer noch Haare an bestimmten Stellen eingesetzt. „Das wird noch eine Fleißarbeit, für das Ziegenhaar gut geeignet ist, da dieses sehr dick und stabil ist.“, erklärt der Präparator. Es werden kleine Löcher an die passenden Stellen in den Körper gebohrt.

Hintergrund zur Ausstellung
Das LWL-Museum für Naturkunde in Münster zeigt ab dem 30. September 2016 die inklusive Sonderausstellung „Wasser bewegt – Erde Mensch Natur“. Auf 1.200 Quadratmetern lernen Besucher, welche Herausforderungen der Lebensraum Wasser birgt. In der Ausstellung werden Lebewesen vorgestellt, die perfekt an das Leben im Wasser oder an Leben ohne Wasser angepasst sind. Besucher aller Altersgruppen erleben die Schönheit, Kraft und die Bedeutung des Wassers für die Erde. Die Ausstellung ist dank Brailleschrift, einem speziellem Audioguide und Tastmodellen für Menschen mit Sehbehinderung genauso geeignet wie für Sehende oder für Hörbehinderte. Begleitend zur Ausstellung werden museumspädagogische Programme für Kinder und Jugendliche sowie Führungen für Erwachsene angeboten.

LWL-Museum für Naturkunde /Westfälisches Landesmuseum mit Planetarium
Sentruper Str. 285  / 48161 Münster

www.wasser-bewegt.lwl.org

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