Christian Rohlfs: Magie der Farbe

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Westfalen – In Kooperation mit der Ernst Barlach Museumsgesellschaft präsentiert der Kreis Unna auf Haus Opherdicke bis zum 24. Februar 2013 mehr als 50 Werke von Christian Rohlfs aus der Privatsammlung Karsch/Nierendorf, die in Dialog mit über 30 Arbeiten aus der Sammlung Brabant treten. Der Titel der bemerkenswerten Ausstellung: Magie der Farbe – Die Sammlung Karsch/Nierendorf im Dialog mit der Sammlung Brabant

Christian Rohlfs: Roter Blütenzweig,1933, Aquarell und Farbkreiden – Foto: Sammlung Karsch/Nierendorf

Den Schwerpunkt beider Sammlungen bilden die Kunstwerke der ersten Jahrzehnte des 20. Jahrhunderts mit den Künstlern des Expressionismus und der Klassischen Moderne. Die Sammlung Karsch/Nierendorf wie auch die Kollektion des Wiesbadener Kunstliebhabers Frank Brabant ist besonders durch die Werke jener Künstlerpersönlichkeiten geprägt, die unter der Diktatur der Nationalsozialisten als „verfemt“ galten.

Namen wie Max Beckmann, Alexej von Jawlensky, Ludwig Kirchner, Otto Möller, Emil Nolde oder Christian Rohlfs stehen für die Kunst einer Zeit des Umbruchs, der Veränderung und einer scheinbar unabwendbaren Katastrophe. Die Enttäuschung ihrer Hoffnungen und das Kainsmal der „Entartung“ zählen zu den gemeinsamen Merkmalen ihrer Lebensgeschichte.

Es ist ein verbindendes Anliegen der Sammler, den Künstlern der so genannten „Verschollenen Generation“ späte Gerechtigkeit widerfahren zu lassen. Christian Rohlfs, geboren am 22. Dezember 1849 im Holsteinischen Niendorf, wurde zu einem der wichtigsten Vertreter des deutschen Expressionismus. Eine schwere Verletzung, die sich der 15jährige bei einem Sturz zuzog und die sieben Jahre später zur Amputation eines Beines führte, fesselte Rohlfs für zwei Jahre an das Krankenbett. Der ihn betreuende Arzt, ein Schwager Theodor Storms, entdeckte in dieser Zeit das künstlerische Talent seines Patienten und wurde zu einem seiner frühen Förderer. Christian Rohlfs wandte sich schließlich nach Berlin und später an die Weimarer Kunstschule, um Malerei zu studieren.

Christian Rohlfs: Strand von Misdroy, 1925, Wassertempera – Foto: Sammlung
Karsch/Nierendorf

Die Begegnung mit Karl Ernst Osthaus im Jahr 1900 veränderte das Leben Christan Rohlfs. Henry van der Velde stellte einen Kontakt zu dem Kunstmäzen und Sammler her, der in Hagen das Folkwang-Museum bauen ließ. Osthaus bot Rohlfs ein Atelier an und die Möglichkeit, in der hauseigenen Malschule zu unterrichten. Beeinflusst von der Sammlung avantgardistischer Künstler, entwickelte sich der Malstil Rohlfs vom Naturalismus über den Impressionismus und schließlich ab 1910 zum Expressionismus.

Aus Anlass des 80. Geburtstags des Künstlers wurde 1929 das Christian-Rohlfs-Museum in Hagen gegründet. Nur drei Jahre später galten Rohlfs Werke als „entartet“ und das Museum musste umbenannt werden. Am 8. Januar 1938, einen Tag nachdem Christian Rohlfs von der Preußischen Akademie der Künste in Berlin ausgeschlossen wurde, starb der Künstler in seinem Hagener Atelier. Seit 2011 wird die Bedeutung Christian Rohlfs durch das nach ihm benannte Archiv gewürdigt, welches an das Osthaus Museum in Hagen angegliedert ist. (Thomas Hengstenberg / Sigrid Zielke, M. A.)
Öffnungszeiten: Di – So 10.30 – 17.30 Uhr

Haus Opherdicke / Kultur- und Begegnungszentrum / Dorfstraße 29 / 59439 Holzwickede
Telefon 0 23 01 –  918 39 72 und 0 2303 – 2718  41

 

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