Margot Friedländer in Münster geehrt

Margot Friedländer bei Friedenskonferenz in Münster geehrt: Die 103-Jährige erhielt den Sonderpreis des Internationalen Preises des Westfälischen Friedens.

Margot Friedländer in Münster geehrt

Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier und Margot Friedländer trugen sich am Freitagmorgen ins Goldene Buch der Stadt Münster ein – im Beisein von (v.l.) NRW-Staatssekretärin Gonca Türkeli-Dehnert, Oberbürgermeister Markus Lewe und dem Vorsitzenden der WWL, Dr. Reinhard Zinkann – Foto Stadt Münster

Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier und die Holocaust-Überlebende Margot Friedländer haben sich am Freitagmorgen, 4. April, ins Goldene Buch der Stadt Münster eingetragen. Münsters Oberbürgermeister Markus Lewe empfing die beiden im Friedenssaal des Historischen Rathauses. Im Anschluss überreichte der Bundespräsident der 103-Jährigen Margot Friedländer den erstmals verliehenen Sonderpreis des Internationalen Preises des Westfälischen Friedens.

Margot Friedlänger erinnert an Holocaust

„Sie helfen uns nicht nur, uns zu erinnern. Sie klären auf, was Deutschland vor 1933 in den Abgrund geführt hat“, sagte Steinmeier in seiner Laudatio. „Unermüdlich – auch jenseits der hundert – gehen Sie in Schulen, reden mit Jugendlichen, sind täglich unterwegs für Ihre Mission des ‘Nie wieder!’ Dafür und für alles, liebe Frau Friedländer, unser aller Dank und unsere Hochachtung!“

„Es ist mir eine große Freude und Ehre, diesen besonderen Preis entgegenzunehmen. Dass meine Worte hier in Münster so viel Anerkennung finden, rührt mich zutiefst“, bedankte sich Margot Friedländer. Münsters Oberbürgermeister Markus Lewe würdigte das Wirken Friedländers beim Empfang im Friedenssaal.

Margot Friedländer in Münster geehrt

Vor Beginn der Friedenskonferenz empfing Münsters Oberbürgermeister Markus Lewe (2.v.l.) im Friedenssaal Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier (v.l.), Margot Friedländer und Dr. Reinhard Zinkann – Foto Stadt Münster

„Mit dem Sonderpreis würdigt die WWL ein außergewöhnliches Lebenswerk“, sagte Lewe. „Mit ihrem Wirken steht Margot Friedländer eindrucksvoll für gelebte Erinnerungskultur und den unermüdlichen Einsatz für Menschlichkeit und Versöhnung. Diese Auszeichnung sendet ein wichtiges Signal gegen das Vergessen.“

Die 1921 in Berlin geborene Margot Friedländer überlebte als einzige in ihrer direkten Familie den nationalsozialistischen Terror und kehrte 2008 nach mehr als sechs Jahrzehnten aus dem US-amerikanischen Exil in ihre deutsche Heimat zurück. Als Zeitzeugin hält sie die Erinnerung an die Verbrechen der Nationalsozialisten wach und setzt sich mit einer klaren Haltung für Menschlichkeit und Toleranz ein. „Seid Menschen! Diese Worte tragen meine Botschaft, eine Botschaft, die über Zeit und Grenzen hinweg Gültigkeit hat“, sagte Friedländer. „Ich spreche nicht nur für die sechs Millionen ermordeten Juden, sondern für alle, die unschuldig ihr Leben lassen mussten.“

Konferenzteilnehmer schreiben ins Goldene Buch

Neben Steinmeier und Friedländer trugen sich am Freitagmorgen auch Peer Steinbrück, ehemaliger NRW-Ministerpräsident und Bundesfinanzminister, die ehemaligen Außenminister Jean Asselborn (Luxemburg) und Joschka Fischer sowie Dr. Reinhard Zinkann, Vorsitzender der Wirtschaftlichen Gesellschaft für Westfalen und Lippe (WWL), ins Goldene Buch der Stadt Münster ein. Die WWL ist Veranstalterin der Westfälischen Friedenskonferenz, die zum zweiten Mal nach 2023 in Münster stattfindet. Steinbrück hat in diesem Jahr die politische Leitung der Friedenskonferenz übernommen, die noch bis 18 Uhr im Rathaus tagt.

„Ich freue mich, dass Sie hier in Münster erneut kluge Köpfe aus aller Welt zusammengebracht haben, um über Wege zum Frieden zu beraten“, bedankte sich Lewe bei der WWL, die neben der Friedenskonferenz seit 1998 in Münster den Internationalen Preis des Westfälischen Friedens an Persönlichkeiten verleiht, die sich besonders für den Frieden in der Welt einsetzen.

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