Männer machen Mode

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Reich verzierte inrō gibt es im Museum für Lackkunst zu bestaunen, etwa das inrō mit dem Motiv „Fischerboot unter Mondsichel“(o.), mit wechselnden Streifen aus Bambusfurnier und Brokatgründen (l. M.) oder mit verschiedenen Brokatmustern (l. u.) – Foto: Museum für Lackkunst

Das Museum für Lackkunst in Münster – Foto: Museum für Lackkunst

Foto: Museum für Lackkunst

Foto: Museum für Lackkunst

Münster – Vom 7. November bis zum 2. Februar wird es im Museum für Lackkunst in Münster modisch: Die Ausstellung „Männer machen Mode. Inrō aus der Sammlung des Museums für Lackkunst.“ zeigt, dass japanische Männer bereits im späten 16. Jahrhundert einen Sinn für ansehnliche Accessoires hatten. Das inrō – ein kleines, zumeist lackiertes Stapelkästchen – war in der Zeit des späten 16. bis 19. Jahrhunderts aus der Garderobe des japanischen Mannes von Welt nicht wegzudenken. Die einzelnen Segmente der am Gürtel getragenen Kunstwerke im Miniaturformat sind mit einer seitlich innenliegenden Schnurführung miteinander verbunden. Die verschiedenen Fächer dienten der Aufbewahrung von Siegelzubehör, Medikamenten und anderen Kleinigkeiten des alltäglichen Bedarfs. Schon bald nach ihrem Aufkommen entwickelten sich die nützlichen und zugleich modischen Accessoires zu begehrten Sammlerobjekten. Diese gut sichtbar getragenen modischen Kleinodien boten Lackkünstlern und darauf spezialisierten Werkstätten auf kleinstem Raum Platz zur Präsentation ihres Könnens. Mit großer Virtuosität wurden komplizierte Lackziertechniken eingesetzt, um dem betuchten Kunden neue modische Muster und Dekore anbieten zu können. Das inrō war Experimentierfeld, treibende Kraft und Ansporn für Weiterentwicklungen innerhalb der japanischen Lackkunst.
Für Werkstätten und Künstlerdynastien waren diese Objekte so bedeutend, dass sie sie häufig mit Signaturen versahen. Dadurch wurden sie zu Aushängeschildern – vergleichbar einer Visitenkarte heute. Gleichzeitig kündete das inrō vom kultivierten Geschmack seines Trägers. Sein Wissen über Geschichte, Mythologie und Literatur kam auf den meist umlaufenden Dekoren zum Ausdruck. Aufbewahrt wurden diese Kostbarkeiten in speziellen Kabinettschränkchen. Bei besonderen Gelegenheiten zeigte man seinen Gästen interessante und wertvolle inrō, um mit ihnen über die Qualität der künstlerischen Umsetzung sowie motivische Inhalte zu debattieren.
Aufgrund des großen Interesses und der positiven Resonanz auf die Ausstellung im vergangenen Jahr zeigt das Museum für Lackkunst eine weitere exklusive Auswahl an inrō aus dem eigenen Bestand. Thematisch gruppiert präsentiert die Sonderausstellung „Männer machen Mode. Inrō aus der Sammlung des Museums für Lackkunst“ in der Zeit vom 7. November 2019 bis 2. Februar 2020 besondere Aspekte des inrō. Weiterführende Informationen präsentiert das Museum für Lackkunst in Form von Vorträgen durch Gastredner aus unterschiedlichen Spezialgebieten rund um das Thema inrō, Japan, Mode und Männer.
Das Museum für Lackkunst, eine Einrichtung der BASF am Standort Münster, beherbergt eine weltweit einzigartige Sammlung von Lackkunst aus Ost- und Südostasien, Europa und der islamischen Welt mit Objekten aus über zwei Jahrtausenden. Sonderausstellungen vertiefen Einzelaspekte der traditionellen wie der zeitgenössischen Lackkunst.

Museum für Lackkunst, Windthorststraße 26, 48143 Münster, Öffnungszeiten Mi-So u. feiertags
12:00-18:00 Uhr, Di 12:00-20:00 Uhr, Tel. 0251/4185122, www.museum-fuer-lackkunst.de

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