Ostervideo 5/6: Ostersemmelsegen und „Poskekrüz“

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Westfalium-Serie: Osterbräuche in Westfalen

Teil 1/6: Palmsonntag – online
Teil 2/6: Kreuztrachten – online
Teil 3/6: Krachnacht in Hallenberg – online 
Teil 4/6: Struwen backen – online
Teil 5/6: Ostersemmelsegnen und „Poskekrüz”

Die Attendorner begehen ihren Karsamstag mit einem Brauch, der in Westfalen ansonsten gänzlich unbekannt ist: dem Ostersemmelsegen. Den Ostersonntag beschließen die Attendorner mit dem Anzünden von vier Osterkreuzen (sogenannte “Poskekrüz”) und einer Osterabendprozession.

Das folgende Video gewährt einen Einblick in das Semmelsegnen an der Pfarrkirche Sankt Johannes Baptist (bitte anklicken):

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Die erste urkundliche Erwähnung des Semmelsegnens stammt aus dem Jahr 1658. Hier schreibt der damalige Attendorner Pastor Zeppenfeld in seinem Rentenbuch auf, das Karsamstag in Attendorn an der Kirche die Brote gesegnet werden. Das Segnen der Ostersemmel findet auch heute noch am Karsamstag um 14 Uhr an der Pastorats Seite der Pfarrkirche Sankt Johannes Baptist statt, welcher auch liebevoll „Sauerländer Dom“ genannt wird.

Das brennende Poskekrüz

Am Abend des Ostersonntags werden in Attendorn traditionell das Osterkreuz, das „Poskekrüz”, angezündet – Foto: Peter Höffer

Kurz nach dem Semmelsegnen ziehen die vier Osterfeuervereine in den Wald, um das Osterkreuz, das „Poskekrüz”, zu fällen. Die Stadt stellt die über 30 Meter langen Fichten jedes Jahr zur Verfügung. Seit 1932 gehen die vier Pooten, benannt nach den ehemaligen Stadttoren Ennester Tor, Kölner Tor, Niederstes Tor und Wassertor, gemeinsam in den Wald und schlagen ihr Osterkreuz. Die mächtigen Tannen werden Ostersonntag mit einem Querbalken versehen und die Seitenstreben und Zöpfe mit Stroh umwickelt. Dies gibt dem Osterkreuz sein Aussehen.

Ostersonntag ist es um 21 Uhr so weit. Auf ein Zeichen des erleuchteten Kirchturmkreuzes werden die vier Osterkreuze angezündet und verkünden den Menschen im Sauerland die Botschaft: „Christus ist auferstanden!” Die Osterkreuze leuchten weit von den Hügeln ins Sauerland hinab. Fast zeitgleich ziehen von den alten Standorten der vier Stadttore jeweils eine Osterabendprozession in die alte Hansestadt. Vorangetragen werden je eine alte Prozessionslaterne. Die älteste Laterne stammt dabei aus dem Jahre 1808 und wird vor der Kölner Poorte getragen.

Mehr Informationen auf www.attendorner-geschichten.de

 

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