Hamm: „Maria, ihm schmeckt’s nicht“

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Hamm – Jan und Sara sind ein glückliches Paar – und wollen heiraten. Das ist generell keine aufregende Sache, schließlich muss die entsprechende Feier nicht zwangsläufig groß und bombastisch sein. In diesem Fall wird die ganze Angelegenheit allerdings durch den klitzekleinen Umstand von Saras Herkunft verkompliziert: sie ist Italienerin. Zwei Welten prallen aufeinander. So findet sich Jan beim Antrittsbesuch bei den zukünftigen Schwiegereltern in Krefeld mit einem Blumenstrauß in der Hand im Wohnzimmer wieder – bei Vater Antonio. Der Pistazien knackt und ihn zunächst nicht beachtet. Doch die Nachricht der bevorstehenden Hochzeit schlägt ein.

Maria, ihm schmeckt’s nicht

Nach ersten sorgenvollen Gedanken („Den da? Das Kind will uns verlassen!“) bremst nichts mehr des Patrones große Freude, einen neuen Sohn zu haben.
Es wird gefeiert, der neue Schwiegersohn der Nachbarschaft präsentiert und mit allen Freunden (und das sind nicht eben wenig) angestoßen. Nachts kontrolliert der angehende Schwiegervater im Schlafzimmer des Paares, ob die „Kombination von warmer Temperatur und frischer Luft“ stimmt, und am nächsten Tag beim Spaziergang durch die Reihenhaussiedlung (in der noch mehr Freunde wohnen) werden Jan die grundlegenden Wahrheiten des Lebens verkündet. Denn natürlich wird nur in zwei Gegenden Europas ordentlicher – also absoluter Weltklasse-Fußball – gespielt: in ganz Italien und in Krefeld.

Ob die Familie ihn aufnimmt?

Bald nach der Hochzeit geht es gemeinsam nach Italien, um Jan richtig in die Familie einzuführen. Probleme werden erfolgreich und sehr dynamisch gelöst, Sprachschwierigkeiten durch Leidenschaft überwunden, Fragen über die angemessene Essensration endgültig geklärt (Nimm noch von dem Schinken! Er schmeckt Dir nicht? Maria, ihm schmeckt’s nicht! Doch natürlich! Na also, auch noch bistecca?) und historische Feindschaften mit dem verfemten Familienzweig gepflegt.

Maria, ihm schmeckt’s nicht

2003 erschien Jan Weilers erfolgreicher Debütroman, in dem er einen liebevollen Einblick in das Leben einer italienisch-deutschen Familie gewährt, die prägenden Erfahrungen der ersten Jahre in der verheißungsvollen Fremde und die Erfolge und Misserfolge eines Lebens als „Gastarbeiter“. Mittlerweile hat das Buch seine 49. Auflage erreicht, 2009 wurde es mit Christian Ulmen (Jan), Mina Tander (Sara) und Lino Banfi (Antonio) verfilmt, im August 2016 kam eine Fortsetzung unter dem Titel „Antonio, ihm schmeckt‘s nicht“ ins Kino.

Autor, Regisseur und Schauspieler Dirk Böhling hat die literarische Vorlage für das Theater bearbeitet und bringt sie mit dem WLT erstmals auf die Bühne. Und schon fünf Wochen nach der Uraufführung ist das Stück in Hamm zu sehen: am Donnerstag, 19. Januar, um 19.30 Uhr im Kurhaus.

Einmal mehr adaptiert das WLT nach „Er ist wieder da“ und „Passagier 23“ eine weitere erfolgreiche Romanvorlage. Im Mittelpunkt des Stücks steht der italienische Patrone Antonio, ein Mensch, dessen positive Haltung zum Leben und Energie sein Umfeld prägen und inspirieren.

Hier prallen Welten aufeinander: Karten (24 Euro / erm. 18,50 Euro in der 1. Kategorie bzw. 19,60 Euro/ erm. 15,20 Euro in der 2. Kategorie; evtl. zzgl. Gebühren) für den witzigen Theaterabend gibt’s beim städtischen Kulturbüro, den bekannten Vorverkaufsstellen und im Web-Shop unter www.hamm.de/kultur.

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