Mode: „Plus Size“ ist die Norm

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Wer Kleidergröße 40 und größer hat, muss sich nicht verstecken. Denn was sich in der Mode- und Fashionwelt als „Plus Size“ etabliert hat, ist eigentlich die gesellschaftliche Norm. Übergrößen-Models wie Ashley Graham, Iskra Lawrence und Hayley Hasselhoff erobern die Modelszene und haben weltweit zahlreiche Fans und Follower auf Instagram. Auch das deutsche Model Angelina Kirsch mit Größe 42/44 wird gefeiert und ist auf den Laufstegen Europas präsent.

Mehr Auswahl für kurvige Frauen

Laut Petra Bleibohm, Referentin beim Modeverband German Fashion, lag in den letzten Jahren die durchschnittliche Konfektionsgröße für Frauen in Deutschland bei 42. Bisher waren solche Frauen bei einer Größenauswahl zwischen XS und XL von neuen Modetrends häufig ausgeschlossen, da es für größere Größen kaum trendige Kleidung gab. Die zunehmende Beliebtheit von Plus-Size-Models hat die Mode-Industrie allerdings zu einem Umdenken bewegt und es entstehen immer mehr Kollektionen für mollige Frauen. Mittlerweile können Onlineshops wie wie emilialay.de daher eine umfangreiche Auswahl modischer Kleider für Frauen ab Größe 40 anbieten.

Plus-Size-Debatte

Doch ist das Label „Plus Size“ gerechtfertigt, wenn damit eigentlich die Größe einer Durchschnittsfrau gemeint ist? In den USA ist die Debatte darüber bereits in vollem Gange. So wehrt sich die US-Komikerin Amy Schumer, die in einer Sonderausgabe des US-Magazin „Glamour“ gemeinsam mit Model Ashley Graham, Schauspielerin Melissa McCarthy und Sängerin Adele als „Plus Size“-Frau bezeichnet wurde, gegen eben genau diesen Ausdruck. Sie seien schließlich alle gesunde und wunderschöne Damen. Auch das Hamburger Curvy-Model Angelina Kirsch steht zu ihrem Körper: „Schönheit hat nichts mit dem Gewicht zu tun. Wir sind doch Frauen weil wir Rundungen haben.“

Männerwelt aufgepasst

Wer glaubt, dass Plus-Size ein Phänomen der Frauenwelt ist, der irrt sich. Seit dem 15. März 2016 gehen die Bilder des 26-jährigen Zach Miko um die Welt. Als erstes männliches Übergrößen-Model wurde der New Yorker von der Modelagentur IMG in der Kategorie „Brawn“ – was so viel wie Muckies bedeutet – unter Vertrag genommen. Auch er zeigt sich auf Instagram selbstbewusst mit einem Taillenumfang von 102 cm und wird sicherlich bald wie seine weiblichen Kolleginnen die Mode-Industrie verändern. Ob es ihm gelingt, dem Begriff „Plus Size“ auch in der Männerwelt ein positiveres Image zu verpassen, wird die Zukunft zeigen.

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