Harlekin sucht Kolumbine: Mozart und die Frauen

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Hamm – Wort und Musik treten beim dritten Konzert des Mozart-Zyklus am Mittwoch, 13. Juli, um 20 Uhr auf Gut Kump in einen Dialog: die bekannte deutsche Schauspielerin Martina Gedeck liest Auszüge aus Mozarts Briefen, Pianist Sebastian Knauer spielt dazu Mozart-Sonaten.

Martina Gedeck

Martina Gedeck

„Er war Ehemann, zeugte vier Kinder, pflegte der Liebe treulich, und auch außer der Ehe gab es manche Galanterie, was ihm seine gute Frau gern übersah.“ So steht es in der Mozart-Biographie von Constanze Mozarts zweitem Gatten, Georg Nikolaus von Nissen, die 1828 veröffentlicht wurde. Dass Frauen in Mozarts Leben eine wichtige Rolle gespielt haben, ist nie ein Geheimnis gewesen. In Briefen von Vater und Sohn Mozart, Dokumenten aus seiner Umgebung und authentischen Äußerungen von Zeitgenossen werden seine „wilden Jahre“ wieder lebendig.

Sebastian Knauer - Foto: Steven Haberland

Sebastian Knauer – Foto: Steven Haberland

Schauspielerin Martina Gedeck gibt den Briefen ihre Stimme. Sie schätzt Mozart und seine Musik sehr, eine Biographie über ihn gehörte zu den ersten Büchern, die sie geschenkt bekam: „Die Leichtigkeit, Lebensfreude, das Spielerische ist es, was mir an seiner Musik so gut gefällt. Es gibt immer ein Lächeln in seiner Musik, man hört die unbändige Freude heraus, am Leben zu sein.“

Gedeck, zweifache Preisträgerin des Deutschen Filmpreises (1997 und 2002), ist ein Star von europäischem Format.1982 bis 1986 absolvierte sie eine Schauspielausbildung an der Universität der Künste in Berlin. Kurz danach entdeckte Dominik Graf sie für den Film. Seitdem war sie in zahlreichen Leinwanderfolgen zu sehen, darunter „Der bewegte Mann“ (1995), „Bella Martha“ (2001) und das Oscar-gekrönte Drama „Das Leben der Anderen“ (2006). Eine beeindruckende Solo-Darstellung lieferte sie 2012 in der Marlen-Haushofer-Verfilmung „Die Wand“ ab. In diesem Jahr war sie in der Literaturverfilmung „Das Tagebuch der Anne Frank“ als Annes Mutter zu sehen.

Seit seinem Konzertdebüt mit 14 Jahren in der Laeiszhalle seiner Heimatstadt Hamburg blickt Sebastian Knauer inzwischen auf eine über 25 Jahre dauernde Konzertkarriere zurück. In über 50 Ländern auf vier Kontinenten hat er bereits konzertiert und besucht dabei immer wieder bedeutende Bühnen.

Mit dem Dirigenten Sir Roger Norrington und der Camerata Salzburg hat er 2006 eine Mozart-CD veröffentlicht, die von der „ZEIT“ als eine der besten Mozartaufnahmen aller Zeiten bezeichnet worden ist. Auch mit kreativen Programmen hat sich Knauer einen Namen gemacht. Gemeinsam mit seinem Freund und langjährigen Duopartner Daniel Hope entwickelte er z. B. „East meets West“, das 2005 mit einem ECHO Klassik und einer Grammy-Nominierung ausgezeichnet wurde.

Seit 2001 hat er über 25 „Wort trifft Musik“-Abende geschaffen, in denen er immer einen Komponisten in den Mittelpunkt stellt, dessen Werke selbst spielt und zudem Texte über dessen Leben konzipiert, die von berühmten Schauspielern auf der Bühne rezitiert werden.

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