Hamm: Loriots gesammelte Werke

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Hamm – Die Herren Müller-Lüdenscheid und Dr. Klöbner mit der Ente im Bad, das weichgekochte Frühstücksei, für das in der Küche 4 ½ Minuten geschuftet werden muss, der Lottogewinner, dessen Tochter in Wuppertal mit dem Papst eine Herrenboutique eröffnen wird. Der Mann, der zum Feierabend einfach nur dasitzen will und auf keinen Fall schreit. Überhaupt, Männer und Frauen passen einfach nicht zusammen und früher war mehr Lametta.

Das Jodeldiplom - Fotos: Volker Beushausen

Das Jodeldiplom – Fotos: Volker Beushausen

Sie alle gehören zu den großen Errungenschaften der deutschen Literatur im 20. Jahrhundert. Die Sketche und Dialoge von Loriot beschreiben mit großer Feinsinnigkeit und einem unvergleichlich liebevollen Humor unser alltägliches Miteinander. Auf der Bühne entwickeln sie ihre ganze Brillanz. „Ich lasse mir von einem kaputten Fernseher nicht vorschreiben, wann ich ins Bett zu gehen habe.“ – Also: lieber gleich ins Theater gehen!

Unvergessene Szenen von Loriot - Foto: Volker Beushausen

Unvergessene Szenen von Loriot: “Herr Müller-Lüdenscheid und Dr. Klöbner”

Obwohl aus dem letzten Jahrtausend stammend, haben Vicco von Bülows wunderbare Sketche und Szenen nichts von ihrer Frische und Schärfe verloren: im Gegenteil, dank moderner Medien kommen bis heute stetig neue Fans hinzu, die für Loriot. Seine genaue Beobachtungsgabe und Präzision sind die Grundlage einer alterslosen Komik.

Dem sechsköpfigen Ensemble des WLT gelingt es mit exaktem Timing und blitzschnellen Szenenwechseln, die bekannten (und auch weniger bekannten) Dialoge und Szenen von der Leinwand auf die Bühne zu transportieren und so am Samstag, 23. April, um 19.30 Uhr für einen unvergesslichen Abend im Kurhaus zu sorgen. Und man kann mit einem leisen Lächeln am Ende mit „etwas Eigenem“ nach Hause gehen.

Bernhard Victor Christoph Carl von Bülow (1923 – 2011) – kurz „Vicco“ genannt – war einer der vielseitigsten deutschen Humoristen. Von 1950 an war er als Karikaturist, Regisseur, Schauspieler, Bühnen- und Kostümbildner aktiv. Seit dieser Zeit verwendete er auch den Künstlernamen Loriot, das französische Wort für Pirol und das Wappentier der Familie von Bülow.

1954 erschien sein erstes Buch „Auf den Hunde gekommen – 44 lieblose Zeichnungen“ beim Schweizer Diogenes Verlag, nachdem in Deutschland kein Verleger Interesse an seinen Arbeiten gezeigt hatte. 1971 erschuf er „Wum“ als Maskottchen für die Aktion Sorgenkind, der später mit dem Elefanten „Wendelin“ und dem Außerirdischen „Blauen Klaus“ noch weitere prominente Gefährten bekommen sollte. Die 1976 produzierte, sechsteilige Fernsehserie „Loriot“ bei Radio Bremen in der er – zumeist mit Evelyn Hamann – in selbst geschriebenen Sketchen auftrat, hat heute Kultstatus.

1988 drehte Loriot mit „Ödipussi“ seinen ersten Kinofilm, 1991 folgte „Pappa ante Portas“. Im April 2006 zog er sich als Fernsehschaffender zurück. Im Laufe seiner erfolgreichen Karriere erhielt Loriot zahlreiche Preise, darunter den Grimme-Preis, die Goldene Kamera und den Deutschen Kleinkunstpreis.

Nur noch Restkarten (24,00 Euro / erm. 18,50 Euro in der 1. Kategorie bzw. 19,60 Euro / erm. 15,20 Euro in der 2. Kategorie; evtl. zzgl. Gebühren) beim städtischen Kulturbüro, den bekannten Vorverkaufsstellen und im Web-Shop unter www.hamm.de/kultur erhältlich.

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