Billerbeck: Wie ein Blick in den Spiegel

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Billerbeck – Der Blick in einen Spiegel fordert regelmäßig zur Innensicht und zum Innehalten heraus. Gerne prüfen wir kritisch, was sich dort zeigt. Was aber ist, wenn im Spiegelbild plötzlich etwas fehlt oder etwas auftaucht, was in Wirklichkeit gar nicht vorhanden ist? Mit diesen teilweise surrealistischen Überraschungen spielt der in Münster lebende und arbeitende Maler Gan-Erdene Tsend. Er stammt ursprünglich aus der Mongolei. Seine poetische Sicht der Welt ist oft durch den Spiegel motiviert, der manchmal wie ein Fata Morgana wirkt.

wie im luftleeren Raum: Karussell#2,120x120cm,oil on canvas,2016

wie im luftleeren Raum: Karussell, 2016, Öl auf Leinwand

Sein Lehrer Prof. Hermann-Josef Kuhna schreibt über den Künstler: „Eins der herausragenden Themen der Malerei von Gan-Erdene Tsend ist die Landschaft. Wir vermuten mit Sicherheit zu Recht, dass es sich um Erinnerungen an die Ebenen seiner mongolischen Heimat handelt dennoch reicht diese Vermutung zur Würdigung der Kunst nicht aus. Denn die Tableaus wirken oft träumerisch – unwirklich. Dennoch stimmt es, dass Landschaften, vor allem die, die wir nicht kennen, oft ungeahnte Farben annehmen können.“

Insel, 1,80x120cm,oil on canvas,2016

Insel,2016, Öl auf Leinwand

Die Kolvenburg in Billerbeck zeigt vom 20. März bis zum 15. Mai neue Arbeiten von Gan-Erdene Tsend. Der Titel der Ausstellung: „I will be your mirror“.

Der Tanz, Öll auf Leinwand, 2015

Der Tanz, Öl auf Leinwand, 2015

Prof. Dr. Ferdinand Ullrich, Museumsdirektor der Kunsthalle Recklinghausen, hat einmal über den Umgang mit Farben bei Gan-Erdene Tsend geschrieben: „Die Bilder von Gan Erdene Tsend sind weit, tief und endlos. Sie sind so, wie wir uns die mongolische Heimat des Künstlers vorstellen: einsame, flache Landschaften ohne Abwechslung ohne dramatische Ausblicke spannungslos.“ Man kann in diesen landschaften spazierengehen und meditieren.

Lebwohl, 2014, Öl auf Leinwand

Lebwohl, 2014, Öl auf Leinwand

Die Vernissage zur Billerbecker Ausstellung findet am Sonntag, den 20. März um 17 Uhr statt. Es sprechen Dr. Christian Schulze Pellengahr (Landrat des Kreises Coesfeld), Tsolmon Bolor (Botschafter der Mongolei in Bundes Republik Deutschland) und Raimund Stecker (Kunstwissenschaft an der HBK, Essen)

Gan-Erdene Tsend wurde 1979 in Murun/Mongolei geboren . Von 1996 bis 2001 studierte er an der Universität für Kultur und Kunst Institut für bildende Kunst in Ulaanbaatar/Mongolei. Sein Weg führte ihn nach Münster, wo er zwischen 2003 und 2010 an der Kunstakademie, in der Klasse von Prof. Hermann-Josef Kuhna studierte. 2007 Ernennung zum Meisterschüler von Prof. Hermann-­Josef Kuhna. Sein Diplom und seinen Akademiebrief erhielt er 2010.

Gan-Erdene Tsend ist bereits in vielen Ausstellungen zu sehen gewesen. Er hat mehrere Preise verliehen bekommen: 2006 Kunstpreis für junge Kunst 2006, im Jahr
2012 den Kunstpreis der Stadt Wesseling und im Jahr 2014 den Award of Mongolian Ministry of culture .

Zur Ausstellung wird ein Katalog herausgegeben.

Kolvenburg / Kulturzentren des Kreises Coesfeld / An der Kolvenburg 3 / 48727 Billerbeck

www.kolvenburg.de

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