Westfalen-Lippe: Aufschwung gewinnt an Fahrt

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Münster – Die Geschäftsaussichten für die Unternehmen in Westfalen-Lippe verbessern sich weiter. Dies lässt sich am Sparkassen-Konjunkturindikator ablesen, der im Vergleich zum Herbst um fünf Punkte auf 124,0 Punkte gestiegen ist. Für gute Stimmung sorgt die zunehmende konjunkturelle Dynamik: die privaten Haushalte können durch höhere Einkommen mehr konsumieren. Die Unternehmen rechnen mit steigenden Ausfuhren, die Rahmenbedingungen für Investitionen bleiben dank niedriger Zinsen freundlich.

Konjunkturdaten während der Jahrespressekonferenz des Sparkassenverbandes

Konjunkturdaten während der Jahrespressekonferenz des Sparkassenverbandes Westfalen-Lippe

Der Konjunkturindikator des Sparkassenverbandes Westfalen-Lippe ermittelt zweimal im Jahr auf Grundlage von Umfragen der acht Industrie- und Handelskammern in Westfalen die Stimmung in durchschnittlich rund 3.300 Unternehmen. In diese Analyse fließen auch Daten des Statistischen Landesamtes sowie Erkenntnisse aus der Geschäftsentwicklung der 68 Sparkassen in Westfalen-Lippe ein.

Aktuell schätzen 43 Prozent (Herbst 2015: 38 Prozent) der Betriebe ihre Geschäftslage als „gut“ ein, nur noch neun Prozent (Herbst: elf Prozent) bewerten sie als „schlecht“. Damit hat sich das Lageurteil der Unternehmen in Westfalen-Lippe spürbar verbessert.

Vom anhaltenden Konsum der privaten Haushalte profitieren Betriebe aus den Bereichen Handel und Dienstleistung. Wegen der weiterhin hohen Nachfrage nach Wohnraum – sowohl von Privatpersonen als auch für Flüchtlingsunterkünfte – ist die Stimmung im Baugewerbe sehr gut. 94 Prozent der befragten Bauunternehmen schätzen  ihre Lage als „gut“ oder „befriedigend“ ein. Nur sechs Prozent der Betriebe sind unzufrieden mit ihrer Situation. In der Industrie dämpft die nachlassende Konjunktur in vielen Schwellenländern das grundsätzlich positive Lageurteil, da sich dadurch neue Aufträge aus Drittländern verringern.

Bei der Frage nach den Geschäftsaussichten stieg der Anteil der Konjunkturoptimisten auf 27 Prozent (Herbst: 24 Prozent ), der der Pessimisten fiel auf 12 Prozent nach 13 Prozent .

Zwar wachsen die Exporterwartungen der Betriebe mit Blick auf die außenwirtschaftlichen Konjunkturrisiken nicht in den Himmel, etwas optimistischer als im vergangenen Herbst sind die Unternehmen aber schon: 31 Prozent (Herbst: 30 Prozent ) der befragten Firmen erwarten steigende Ausfuhren. 13 Prozent (Herbst: 16 Prozent ) rechnen mit rückläufigen Exporten.

Die gute Auslastung ihrer Produktionskapazitäten wirkt sich positiv auf die Investitionspläne der westfälisch-lippischen Unternehmen aus. 25 Prozent (Herbst: 23 Prozent) wollen vermehrt in Maschinen und Bauten investieren, unverändert 17 Prozent schränken ihre Investitionen ein.  Wer investiert, nutzt dazu zunehmend Bankkredite. Im Jahr 2015 sagten die 68 westfälisch-lippischen Sparkassen ihren Unternehmenskunden Darlehen in Höhe von 9,21 Milliarden Euro für investive Zwecke zu. Im Vergleich zum Vorjahr ist das ein Zuwachs von 19,4 Prozent.

Die Lage auf dem Arbeitsmarkt bleibt günstig: 19 Prozent (Herbst: 17 Prozent) der Betriebe in Westfalen-Lippe wollen ihr Personal aufstocken, zehn Prozent (Herbst: elf Prozent) ihr Personal verringern.

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