Münster: Galerie Nolte zeigt „in lumine“

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Münster – Die Galerie Nolte in Münster zeigt ab 5. Februar unter dem Titel „in lumine“ hyperrealistische Gemälde von Dirk Dzimirsky (geb. 1969 in Rhede). Es sind hochartifizielle Bleistiftzeichnungen, die durch ihre Lebendigkeit und Tiefe jeder Fotografie den Rang ablaufen.

Dirk Dzimirsky: Insomnia - zu sehen in der Galerie Nolte in Münster

Dirk Dzimirsky: Insomnia – zu sehen in der Galerie Nolte in Münster

Auf einer zweidimensionalen Fläche hebt Dirk Dzimirsky durch eine sorgsam ausgearbeitete Technik die plastische Form eines menschlichen Gesichts empor. Mit unterschiedlichen Kohle- oder Graphit-Stiften erschafft der Künstler auf Papier oder Leinwand scheinbar Lebendigkeit. Seine Arbeiten zeigen Porträts, die durch ihre unglaubliche Nähe und Präsens den Betrachter in den Bann ziehen.

Dafür ist besonders das Lichtspiel von großer Bedeutung. Daruf spielt auch Titel der Ausstellung „in lumini“ an. Der lateinische Lokativ ist eine Ortsangabe für das Licht, Leuchten oder auchgleichbedeutend für das Augenlicht. Das Licht hebt die Figuren Dzimirskys aus dem Dunkel hervor, gibt ihnen Form, bedeckt sie fast zärtlich wie ein Leuchten und umspielt ihre individuellen Gesichtszüge. Es kommt einem Aufleuchten gleich, einem moment-haften Innehalten eines ganz besonderen Augenblickes, indem der Betrachter einen Zugang erhält zu einem unbekannten Menschen und seinem Innersten. So schimmert auch häufig ein intensives Licht in dem klaren und tiefen Blick der Modelle Dzimirskys.

Dirk Dzimirsky: Stay - zu sehen in der Galerie Nolte in Münster

Dirk Dzimirsky: Stay – zu sehen in der Galerie Nolte in Münster

Wie ein Bildhauer arbeitet er in teils über 20 Schichten auf meist grauem Papier oder einer mit Acryl gedunkelten Leinwand eine räumlich wirkende Gestalt heraus. Dabei wird die Raumillusion besonders durch die Darstellung von Licht und Schatten erzeugt. So arbeitet er mit verschiedenen Härtegraden des Zeichenstiftes und unterschiedlich starkem Druck die Schärfen und Schatten seiner Figuren heraus, während die weiße Kreide oder auch der Radiergummi die sensiblen Lichtmomente setzen. Dieser langwierige und konzentrierte Prozess ist dennoch in sich fließend und momenthaft.

Dzimirsky geht von der ersten skizzenhaften Gesamtkomposition hinein ins scharf akribisch gezeichnete Detail. Erst am Ende verwendet der Künstler Fixative, um seine Arbeiten zu schützen und somit das Werk abzuschließen.

Dzimirsky entwickelt seine Ideen häufig zuerst in Skizzen, bevor er dann dementsprechend Fotos macht, die ihm als Grundlage für die spätere Zeichnung oder Malerei dienen. Somit stehen die Fotos als Hilfsmittel zwischen der künstlerischen Idee und dem Kunstwerk. Die konzentrierte Bildspannung entsteht jedoch durch den präzise gelegten Fokus auf eine bestimmte Körperhaltung, durch die herausgearbeiteten Schärfen und Unschärfen sowie durch das sensible Lichtspiel.

Seine Motive sind Menschen, die mit einem eindringlichen Blick oder auch mit einer in sich gekehrten Abwesenheit die Aufmerksamkeit auf sich ziehen. Hier wird ein narrativer und intimer Moment eingefangen, der Geschichten zu erzählen scheint, die uns vertraut vorkommen. Dzimirsky lässt durch seine Darstellungsweise eine Intimität entstehen, die uns berührt. Menschliches allzu Menschliches ist hier zu spüren. In einem existenzialistischen Kontext wird hier das Wesen des Menschen, sein Innerstes ergründet. Indem Dzimirsky akribisch jedem noch so kleinen Detail, sei es ein Tropfen auf der Haut oder einer einzelnen Wimper, konzentrierte Aufmerksamkeit schenkt, macht er eine tieferliegende Realität sichtbar als auch spürbar.

Durch das lebendige und geheimnisvolle Spiel mit dem Licht wird das virtuelle Bild somit zum lebendigen Bild, eine Intensivierung des Normalen. Dzmirskys Arbeiten werden in England, Deutschland, Amerika, Japan und weiteren Ländern ausgestellt und weltweit gesammelt. Vielfältige internationale Magazine, Zeitungen und Bücher führen seine Arbeiten an und würdigen sie.

Die Galerie Simon Nolte lädt am Freitag, den 5. Februar 2016 zur Vernissage der Ausstellung „in lumine“ von Dirk Dzimirsky.

Galerie Nolte / Spiekerhof 31 / 48143 Münster

Telefon 0251 – 44809
www.nolteart.com

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