Konzert: Rossinis „Petite Messe solennelle“

Print Friendly, PDF & Email

Westfalen – Chor und das Orchester der Universität Witten/Herdecke (UW/H) führen die „Petite Messe solennelle“ von Gioachino Rossini am 9. Januar ab 19.30 Uhr in der Erlöserkirche, Westfeldstraße 81, noch einmal auf. „Wir haben Rossinis Werk ausgewählt, weil diese Messe vor Kreativität nur so sprüht. Die tiefempfundene musikalische Deutung des traditionellen Messe-Textes widerspricht dem Vorurteil, Rossinis Werke seien oberflächlich“, erläutert der Universitätsmusikdirektor Prof. Ingo Ernst Reihl die Auswahl des Stückes. Neben den 70 Orchestermitgliedern und 120 Sängerinnen und Sängern aus den Reihen der Studierenden treten als Solisten auf: Eva-Maria Falk, Sopran; Luisa Kruppa, Mezzosopran; Johann Penner, Tenor und Rolf A. Scheider, Bass-Bariton. Ein weiteres Konzert ist für  Sonntag, 10. Januar ab 18.00 Uhr in der Liebfrauenkirche, Hauptstraße 51, Holzwickede, vorgesehen.

Das Weihnachtskonzert wird wiederholt

Das Weihnachtskonzert wird wiederholt

Die Petite Messe solennelle stammt aus dem Jahr 1863, also 34 Jahre nachdem Rossini seine letzte Oper komponiert hatte. Von ihren Ausmaßen her steht sie Beethovens Missa solemnis, die 2001 in Witten zu Weihnachten aufgeführt wurde, nicht nach. Aber Rossini hat sie dennoch ironisch mit dem Attribut petite („klein“) bedacht. Rossini schreibt dazu in einer ironischen Widmung an den „lieben Gott“: „hier ist sie, die arme kleine Messe. Ist es wirklich heilige Musik (musique sacrée) oder doch vermaledeite Musik (sacrée musique)? Ich bin für die Opera buffa geboren. Du weißt es wohl! Ein bisschen Können, ein bisschen Herz, das ist alles. Sei also gepriesen und gewähre mir das Paradies.“

Die ursprüngliche Fassung komponierte Rossini für die ungewöhnliche Besetzung mit Singstimmen, zwei Klavieren und Harmonium um. Drei Jahre nach der Komposition arbeitete Rossini auch noch eine Orchesterfassung aus – hauptsächlich aus der Sorge heraus, die Messe könnte nach seinem Tode durch die Bearbeitung eines anderen entstellt werden. „Findet man dieselbe nun in meinem Nachlass, so kommt Herr Sax mit seinen Saxophonen oder Herr Berlioz mit anderen Riesen des modernen Orchesters, wollen damit meine Messe instrumentieren und schlagen mir meine paar Singstimmen tot, wobei sie auch mich glücklich umbringen würden.“

Chor und Orchester der Universität Witten/Herdecke gehören seit über zwei Jahrzehnten zu den künstlerischen Kurs-Angeboten des für alle Wittener Studierende obligatorischen „Studium fundamentale“ und bereichern seit ihrer Gründung durch Ingo Ernst Reihl mit ihren Konzerten das Kulturleben der Region.

www.uni-wh.de/kultur/kuenstlerische-praxis/musik/chor-und-orchester/

Speak Your Mind

*