Bad Salzuflen: Kabarettisten mischen auf

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Westfalen – Das KulturBüro-OWL hat sich zum Motto gesetzt, „die besten Künstler in den schönsten Räumen der Region“ zu veranstalten.  Gleich drei dieser Spielorte kann man zu Jahresbeginn wieder in Bad Salzuflen besuchen und dabei beste Unterhaltung erleben: Philipp Weber in der Gelben Schule (15.01.2016), Hagen Rether in der Konzerthalle (16.01.2016) und Wilfried Schmickler im Kur- und Stadttheater (21.01.2016).

Kabarettist Philipp Weber - Foto: Inka Meyer

Kabarettist Philipp Weber – Foto: Inka Meyer

Die Antwort auf bierernste Fragen ist erschütternd komisch: Tee macht fahruntüchtig ab 0,8 Kamille. Kakao ist Koks für Kinder. Milch ohne Fett ist keine Milch, sondern Quatsch. Für eine gute Tasse Kaffee braucht man 140 Liter Wasser. Der Mensch lebt nicht allein von Kefir. Stille Wasser sind nicht tief, sondern teuer. Wer bringt Klarheit in die trüben Gewässer der deutschen Trinkkultur? Philipp Weber. Der studierte Chemiker und Biologe ist Deutschlands radikalster Verbraucherschützer.

Der Autor und Macher des Sensations-Programms „FUTTER – streng verdaulich“ widmet sich nun den flüssigen Gaumenfreuden. „DURST – Warten auf Merlot“ ist ein furioses Meisterwerk der komischen Volksaufklärung.

Hagen Rether - Foto: Hubert Lankes

Hagen Rether – Foto: Hubert Lankes

Hagen Rether, mit Preisen hoch dekorierter Kabarettist am Klavier, tarnt sich als Charmeur. Im Plauderton bringt er böse Wahrheiten unters Volk – genau beobachtet und ohne Rücksicht auf Glaubenssätze oder politische Korrektheit. Seine Gastspiele sind Höhepunkte des politischen Kabaretts. Das Programm heißt wie immer Liebe, bestehend aus älteren und eben noch aktuellen Texten ebenso wie ständigen Erweiterungen und Aktualisierungen – immer im Fluss.

Die Welt wird immer komplizierter, das Geflecht aus politischen und wirtschaftlichen Abhängigkeiten zunehmend undurchsichtig: Vor diesem Hintergrund lässt Rether Strippenzieher und Marionetten, Strohmänner und Sündenböcke aufziehen, versucht den oft absichtsvoll verborgenen Nutzen von Klischees und Drohkulissen aufzudecken und so genannte Sensationen als mediale Ablenkungsmanöver zu enttarnen. Während er die Fäden entwirrt und sich wieder darin verstrickt, unermüdlich ordnet und vermeintlich Wohlsortiertes umwirft, erscheint dahinter die Eitelkeit der (Ohn-)Mächtigen und hinter eitlen Politikergefechten der Lobbyismus–Verkäufer, und Verkaufte erkennen sich für einen kurzen Moment im Spiegel. Es wäre zum Verzweifeln, wenn die Protagonisten nicht so lächerlich wären… und Hagen Rether weint und lacht. Und singt.

Wilfried Schmickler ist der „Wutbürger“, dessen Waffe das geschliffene Wort ist!  - Foto: Fürst Fastré / WDR

Wilfried Schmickler ist der „Wutbürger“, dessen Waffe das geschliffene Wort ist! – Foto: Fürst-Fastré / WDR

Wilfried Schmickler beherrscht einfach alle Tonarten. Er kann laut und leise, komplex-hintersinnig und schlicht kalauernd. Er analysiert, bringt das Elend der Welt sehr konkret auf den Punkt. Er holt die verbale Keule genauso gerne mit lauter Stimme heraus, wie er mit leisen Tönen feine Stiche setzt – Wilfried Schmickler ist der „Wutbürger“, dessen Waffe das geschliffene Wort ist!  In seinem neuen Soloprogramm kümmert er sich um die letzten großen offenen Fragen: Wer ist der oder das Letzte, und wer macht am Ende eigentlich das Licht aus? Was ist dann aber das Allerletzte??? Welche letzten Fragen müssen denn noch geklärt werden?

KulturBüro-OWL / Krämerstr. 8-10 / 33098 Paderborn

Telefon  05251 – 8780066

www.kulturbuero-owl.de

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