Nicht ganz drei Tage: Komödie von Fritz Eckenga

Print Friendly, PDF & Email

Westfalen –  Bernd Strohmeyer ist Handelsvertreter für Sicherheitstechnik (Zäune, Absperrungen, Zugangskontrolltechnik, Video) und um die 50. Er hat sich mit den Verhältnissen arrangiert, begehrt aber hin und wieder, vor allem unter Alkoholeinfluss, gegen sie auf. Ab 1,0 Promille hält er sich für einen der letzten – vielleicht sogar den letzten – Moralisten der westlichen Welt. Dirk Hambacher ist eine geborene Frohnatur und Handelsvertreter für Nahrungsmittel (Convenience-Food, etc.), ebenfalls um die 50.

Wenn Strohmeyer und Hambacher in eine Sackgasse geraten, haben sie eine über die Jahre in Fleisch und Blut übergangene Methode entwickelt, diesem Dilemma zu entkommen.

Wenn Strohmeyer und Hambacher in eine Sackgasse geraten, haben sie eine über die Jahre in Fleisch und Blut übergangene Methode entwickelt, diesem Dilemma zu entkommen.

Er arbeitet seit 20 Jahren für denselben Konzern. Pensionswirtin Gudrun Börning (Guddi), im gleichen Alter wie die beiden Herren, betreibt eine Hotel-Pension gleichen Namens im östlichen Münsterland. Sie war mal verheiratet (laut Strohmeyer „der Mann, den sie Horst nannten“), doch leider hatte ihr Mann nah am Zapfhahn gebaut und ist schließlich mit einer andere Frau aus dem Dorf durchgebrannt. Dr. Julia Faßbender sticht aus diesem Szenario ein wenig heraus: Sie ist Anfang 30, hübsch, erfolgreich, ledig und Unternehmensberaterin. Es stellt sich heraus, dass ihr Büro in Strohmeyers Firma einen »Restrukturierungsprozess« begleitet.

Regisseur Ralf Ebeling und Autor Fritz Eckenga - Fotos: Volker Beushausen

Regisseur Ralf Ebeling und Autor Fritz Eckenga – Fotos: Volker Beushausen

Wenn Strohmeyer und Hambacher in eine Sackgasse geraten, haben sie eine über die Jahre in Fleisch und Blut übergangene Methode entwickelt, diesem Dilemma zu entkommen. »Noch ein’ nehmen«, um anschließend wieder von vorne anzufangen. Ihnen kann keiner was vormachen. Sie kennen sich aus. In der Pension „Börning“ sowieso, aber auch Wirtschaft, internationale Ökonomie, die ganz großen Zusammenhänge – alles geklärt! Sie stehen jeden Tag an der Front. Und dann diese „Jungschnepfe“, die ganz offensichtlich Karriere macht, obwohl sie noch keinem Kunden „’ne Tüte Gemischtes für zweifuffzich“ verkauft hat. Diese Vier hat das Schicksal zusammengebracht – und ein drei Tage dauerndes Unwetter, das alle von Allem abschneidet, sorgt dafür, dass es kein Entkommen gibt: vier Personen, ein Raum, alle müssen an ihre Grenzen gehen.

Vier Personen, ein Raum, alle müssen an ihre Grenzen gehen.

Vier Personen, ein Raum, alle müssen an ihre Grenzen gehen.

Spritzige Dialoge und viel Konfliktpotential – hinter Schnaps und Slapstick verbergen sich Lebenslügen, satirische Spitzen und tiefgreifende, zwischenmenschliche Begegnungen. Das WLT zeigt Eckengas berührende Komödie am Freitag, 11. Dezember, um 19.30 Uhr im Kurhaus. Alle, die ein bisschen mehr Hintergründe und Fakten zum Stück wissen möchten, sind herzlich zum Einführungsgespräch um 18.45 Uhr eingeladen.

Kabarettist, Autor und Kolumnist Fritz Eckenga (*1955) zählt zu den bekanntesten Persönlichkeiten des Ruhrgebiets. Als Mitgründer des Rocktheater N8schicht machte er erstmals die breite Öffentlichkeit auf sich aufmerksam. Von seinem Stützpunkt Dortmund aus dichtet er sich die Welt zusammen und stellt die Ergebnisse auf Bühnen, im Radio und in Büchern vor. Mittlerweile preisgekrönt (u. a. Literaturpreis Ruhr 2011 und „Salzburger Stier“ 2012) hat er mit „Nicht ganz drei Tage“ sein erstes Theaterstück verfasst, das am 06.12.14 seine Uraufführung im WLT erlebte.

Kommt es zum großen Knall? Karten (24 Euro / erm. 18,50 Euro in der 1. Kategorie bzw. 19,60 Euro / erm. 15,20 Euro in der 2. Kategorie; evtl. zzgl. Gebühren) gibt’s beim Kulturbüro, allen Vorverkaufsstellen und im Web-Shop unter www.hamm.de/kultur.

Speak Your Mind

*