Paderborn: Was tun, wenn der Wolf kommt?

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Westfalen – Wir alle kennen die Märchen „Rotkäppchen und der böse Wolf“ oder „Der Wolf und die sieben Geißlein“. Stets übernimmt der Wolf dabei die Rolle des Bösewichts, der überwunden werden muss. Nun kehrt dieser echte Wolf im richtigen Leben nach Deutschland zurück und ist auch schon in NRW gesichtet worden. Der Kreis Paderborn und das Regionalforstamt Hochstift wollen mit der Ausstellung „Was tun, wenn der Wolf kommt“ zur Thematik informieren.

Der Wolf ist zurück in Deutschland. Eine Ausstellung im Foyer des Kreishauses zeigt, wie Mensch und Wolf zusammen leben können: Jan Preller vom Waldinformationszentrum Hammerhof des Regionalforstamtes Hochstift (von links), Landrat Manfred Müller und Roland Schockemöhle, Leiter des Regionalforstamtes Hochstift. Foto: Kreisverwaltung Paderborn

Der Wolf ist zurück in Deutschland. Eine Ausstellung im Foyer des Kreishauses zeigt, wie Mensch und Wolf zusammen leben können: Jan Preller vom Waldinformationszentrum Hammerhof des Regionalforstamtes Hochstift (von links), Landrat Manfred Müller und Roland Schockemöhle, Leiter des Regionalforstamtes Hochstift. Foto: Kreisverwaltung Paderborn

Wissenswertes gibt es an Stellwänden, auf Flyern, auf Plakaten, aber auch in Filmen und Büchern. Wie es sich anfühlt, vor einem Wolf zu stehen, kann der Besucher durch ein ausgestopftes Tier erfahren. Im Modell pirscht sich der ausgestopft Wolf durch einen mit Herbstlaub bedeckten Waldboden. Schutz findet er zwischen Nadelbäumen.

In einem Modell können Ausstellungsbesucher erfahren, wie es ist, vor einem Wolf zu stehen. - Foto: Kreisverwaltung Paderborn

In einem Modell können Ausstellungsbesucher erfahren, wie es ist, vor einem Wolf zu stehen. – Foto: Kreisverwaltung Paderborn

In seiner Eröffnungsrede sprach Landrat Manfred Müller von der vielfältigen Natur und Landschaft im Kreis Paderborn. Zehn Prozent der Kreisfläche seien als Naturschutzgebiet ausgewiesen. Über Kooperationen mit Anglern, Jägern und Waldnutzern sei es gelungen, dass Weiß- und Schwarzstorch im Paderborner Land brüten, die Wildkatze und Rotmilan in den heimischen Wäldern leben. „Wir dürfen nicht nachlassen im Arten- und Naturschutz, um die biologische Vielfalt stabil zu halten“, appellierte Müller an die Zuhörerinnen und Zuhörer. Zu dieser biologischen Vielfalt gehöre auch der Wolf. Ihm sei es jedoch auch sehr wichtig, sich frühzeitig mit kritischen Fragen auseinander zu setzen und die Menschen in ihren Sorgen abzuholen. Wie kann man Konflikte minimieren? Wie können Viehhalter entschädigt werden? Wie viel Wolf verträgt ein Industrieland wie Deutschland?

Erste Antworten lieferte Roland Schockemöhle, Leiter des Regionalforstamtes Hochstift. „Es gibt ein Herdenschutzset. Es besteht aus wolfssicheren Elektrozäunen, die die Schafe schützen“, sagte Schockemöhle. Entwickelt wurde das Schutzset vom Arbeitskreis Wolf beim Landesamt für Naturschutz. Durch das Fehlen des Wolfes über Generationen hinweg sei das Wissen über ihn allerdings abhandengekommen, so Schockemöhle.

Der Wolf war fast hundert Jahre in Deutschland verschwunden. Ein erster Wolf wurde vor 15 Jahren in der sächsischen Oberlausitz entdeckt. Ein Wolfspaar wanderte aus Polen ein, siedelte sich an und zog Junge auf. Damals war dies eine wildbiologische Sensation. Von der Oberlausitzaus breitet sich das Raubtier nun nach Westen aus. In Nordrhein-Westfalen wurde es erstmals im Jahr 2009 im Kreis Höxter entdeckt.

Ein großes Nahrungsangebot durch den Wildreichtum in den heimischen Wäldern und ruhige Orte wie für die Aufzucht der Jungen wie großen militärischen Übungsflächen fördern die Ausbreitung des Wolfes. Auch der Artenschutz kommt dem Raubtier zu Gute, denn es darf nicht gejagt werden.

Die Ausstellung im Foyer des Kreishauses ist bis Montag, 30. November zu sehen. Die Öffnungszeiten sind montags bis mittwochs von 8 bis 15.30 Uhr, donnerstags von 8 bis 18 Uhr und freitags von 8 bis 12 Uhr.

Jeden Donnerstag von 14 bis 18 Uhr ist ein Förster in der Ausstellung anzutreffen, der Fragen zum Thema beantwortet.

Am Donnerstag, 5. November, findet um 19 Uhr im großen Sitzungssaal des Kreishauses ein Informationsabend mit Jan Preller vom Waldinformationszentrum Hammerhof des Regionalforstamtes Hochstift statt. Wolfgang Scholle, Mitglied im Landwirtschaftlichen Kreisverband, dem NRW-Schafzuchtverband und dem Bundesverband der Berufsschäfer, ergänzt den Vortrag aus der Sicht der Tierhaltung. Moderiert wird die Veranstaltung vom Umweltdezernent Martin Hübner.

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