Hamm: Auftakt Kunst-Dünger 2014

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Westfalen – Am Mittwoch, 23. Juli 2014, startet der diesjährige Kunst-Dünger gleich mit zwei spannenden und abwechslungsreichen Darbietungen auf dem Marktplatz an der Pauluskirche in Hamm. Das Spektakel beginnt um 20 Uhr mit der Gruppe „Sómente“ Teatro Só aus Berlin; es folgt um 20.45 Uhr die Gruppe „OkoLO“ Compagnie du Mirador aus Belgien.

Straßentheater "Sómente" Teatro So - Foto: Florian Gärtner

Straßentheater „Sómente“ Teatro So – Foto: Florian Gärtner

„Sómente“ Teatro Só (20 Uhr): Eine Geschichte ohne Sprache, getragen von der Poesie ihrer Bilder: Wir leben in einer hektischen Zeit, alle haben zu tun, jede Minute des Tages will sinnvoll genutzt sein. Der Fortschritt schreitet unaufhaltsam voran, vergessen sind die Errungenschaften und Erfolge der Alten, die meist einsam und allein ihr Dasein fristen. Auch der alte Mann, der ohne Ziel durch die Straßen der Stadt läuft, ist allein – vergessen und ausgeschlossen vom Leben. Er wartet auf eine Veränderung, darauf, dass etwas passiert, darauf, dass die Zeit vergeht. Allein auf einer Parkbank, die Leere eines ganzen Tages spürend. Gerade in den Abendstunden scheint sich jeder Tag wie eine Blase um ihn zu schließen und macht ihm seine Einsamkeit noch mehr bewusst. Doch obschon gefangen in einem alten, gezeichneten Körper, ist er im Herzen jung geblieben: Der Mann verzweifelt nicht, sondern wagt sich stattdessen mutig über seine kleine Welt auf der Bank hinaus, findet zu neuer Freude und schließt neue Freundschaften.

Eine höchst eindrucksvolle Szene: "Sómente" Teatro So - Foto: Florian Gärtner

Eine höchst eindrucksvolle Szene: „Sómente“ Teatro So – Foto: Florian Gärtner

Das Teatro Só ist eine portugiesische Theatergruppe mit Sitz in Berlin, direkt im Kunstquartier Bethanien. Es erzählt seine Geschichten ohne Worte, dafür mit visueller Poesie. Körper- und Bildertheater, Installationskunst, Zirkuselemente, Maskentechnik und Musik vereinen sich zu einem geschlossenen Ganzen.

Der Schauspieler und künstlerische Leiter Sérgio Fernandes beeindruckt in diesem Ein-Personen-Stück mit seinem einfühlsamen Spiel und verleiht dem alten Mann Ausdrucksstärke und Würde.

Akrobatisch und verspielt: Begegnungen dere anderen Art - "OkoLO" Compagnie du Mirador - Foto: Johan Vanhie

Akrobatisch und verspielt: Begegnungen dere anderen Art – „OkoLO“ Compagnie du Mirador – Foto: Johan Vanhie

„OkoLO“ Compagnie du Mirador (ca. 20.45 Uhr): Eine poetische und musikalische Reise auf einer Drehscheibe: Zwei Menschen treffen sich, nähern sich an, verlieren sich aus den Augen und kommen wieder zusammen. Ein Kontrabass und ein riesiges „Spinnrad“ (als akrobatisches Gerät) bestimmen den Rhythmus dieser reizvollen Annäherung. An ihnen scheinen Menschen und Situationen zu hängen, während sich die Geschicke durch die Drehscheibe in unerwartete Richtungen projizieren. Jeder erobert sich selbst in einem immer neuen Strom von Abenteuern, Standpunkte stellen sich dar, Objekte werden manipuliert, akrobatische Situationen bewältigt und Beziehungen geklärt. OkoLO lädt mit Tanz, akrobatischen Meisterleistungen, unglaublichen Balanceakten und immer neuen Spielsituationen dazu ein, in eine Traumwelt fern der täglichen Routine einzutauchen.

Hinter der Compagnie du Mirador verbergen sich Ingrid Swaelens und Régis Leroy, die beide an der Europäischen Zirkusschule in Brüssel (ESAC) und am Stedelijk Instituut für Tanz in Antwerpen studiert haben. In der Vergangenheit waren sie  unter anderem mit Féria Musica, dem Cirque du Soleil und Bud Blumenthal unterwegs. Mit Luft-Akrobatik, Zirkustechniken, Jonglage und Tanz haben die sympathischen und ausdrucksstarken Künstler jetzt ein eigenes Schauspiel entwickelt, dass die Zuschauer in den Bann zieht. Erst Ende Mai feierte es seine erfolgreiche Deutschland-Premiere.

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