Exponate zeigen Christianisierung in Europa

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Westfalen – Die Ausbreitung des Christentums in Europa ist Thema der großen kunst- und kulturhistorischen Ausstellung „CREDO – Christianisierung Europas im Mittelalter“, die seit dem 26. Juli in drei Paderborner Museen – dem Diözesanmuseum, dem Museum in der Kaiserpfalz und der Städtischen Galerie am Abdinghof – gezeigt wird.

Drei Ausstellungsorte zeigen in Paderborn die CREDO-Ausstelölung. - Foto: Paderborn

Drei Ausstellungsorte zeigen in Paderborn die CREDO-Ausstelölung. – Foto: Paderborn

Rund 800 hochkarätige und teils noch nie ausgestellte Exponate aus internationalen Museen sowie archäologische Neufunde dokumentieren diesen rund 1000 Jahre umfassenden Prozess und seine Rezeptionsgeschichte in späteren Jahrhunderten.

Mit einer beeindruckenden Ausstellungsinzenierung wird der Weg der Christianisierung nachgezeichnet. - Foto: CREDO-Ausstellung

Mit einer beeindruckenden Ausstellungsinzenierung wird der Weg der Christianisierung nachgezeichnet. – Foto: CREDO-Ausstellung

Die Ausstellung steht unter der Schirmherrschaft des Bundespräsidenten Joachim Gauck und wird gemeinsam von der Stadt Paderborn, dem Erzbistum Paderborn und dem Landschaftsverband Westfalen Lippe (LWL) realisiert. Nach den erfolgreichen Mittelalterausstellungen „Kunst und Kultur der Karolingerzeit“ und „Canossa – Erschütterung der Welt“ ist dies das dritte gemeinsame Ausstellungsprojekt von überregionaler Strahlkraft.

Die Christianisierung wird den Besucherinnen und Besuchern keineswegs als eindimensionaler Vorgang vor Augen geführt, sondern als dynamischer Prozess präsentiert, der sich in den einzelnen Regionen Europas auf ganz unterschiedliche Weise vollzog – begleitet von Erfolgen, aber auch herben Rückschlägen für die Menschen, die den Glauben verbreiteten und empfingen. Der friedlichen Glaubensverbreitung zahlreicher Missionare stehen kriegerische Expansions- und Missionsinitiativen von Herrschern wie Karl dem Großen gegenüber. Zudem wirft die Ausstellung einen Blick auf die Neuzeit und fragt, welche Rolle die Geschichte der Christianisierung etwa zur Zeit der sich bildenden Nationalstaaten spielte.

Die Exponate der beeindruckenden Ausstellung kommen aus vielen Museeen. - Foto: CREDO-Ausstellung

Die Exponate der beeindruckenden Ausstellung kommen aus vielen Museeen. – Foto: CREDO-Ausstellung

230 Museen, Bibliotheken und Sammlungen aus ganz Europa – von Island über Italien bis in die Ukraine – und den USA haben den Paderborner Museen ihre kostbaren Leihgaben zur Verfügung gestellt: einer der größten Schätze des frühen Christentums, ein Brief des Apostels Paulus an die Römer, aus der Chester Beatty Library in Dublin wird ebenso zu sehen sein wie das nur selten verliehene „Petersburger Evangeliar“ aus der Russischen Nationalbibliothek. Ausgestellt sind zudem das berühmte „Karlsepos“, ein zeitgenössischer Bericht über das wichtige Treffen zwischen Karl dem Großen und Papst Leo III. im Jahr 799 in Paderborn (Zentralbibliothek Zürich) sowie Schatzkunst aus dem Kunsthistorischen Museum Wien und demKirchenschatz von San Marco in Venedig. Auch das Historische Nationalmuseum der Ukraine in Kiew und das Schloss und Museum Marienburg (Polen) haben wertvolle, bisher noch nie im westlichen Europa ausgestellte Exponate zur Verfügung gestellt, darunter kostbarer byzantinischer Schmuck und Ausstattungsgegenstände der ehemaligen Hauptresidenz des Hochmeisters des Deutschen Ordens.

Die Besucher werden von vielen Attraktionen gefangen genommen. - Foto: CREDO-Ausstellung

Die Besucher werden von vielen Attraktionen gefangen genommen. – Foto: CREDO-Ausstellung

Hervorzuheben sind auch die in jüngerer Zeit entdeckten archäologischen Funde, die ein neues Licht auf die Übergänge zum Christentum werfen. Sie gewähren seltene Einblicke in die Glaubensvorstellungen der Menschen, bevor sie mit dem Christentum in Verbindung kamen. Hierzu zählt das 2003 entdeckteangelsächsische Fürstengrab des sogenannten „Prinzen von Prittlewell“ (um 700), bei dem es sich um eine der bedeutendsten archäologischen Ausgrabungen der letzten Jahre handelt. Erstmals werden die aufwendig restaurierten Funde aus dem Museum in Southend-on-See (Essex) in der Paderborner Ausstellung außerhalb Englands gezeigt und die Grabkammer des Fürsten rekonstruiert – eine Präsentation, die so bisher noch nie zu sehen war.

Der umfassende Prozess der Christianisierung wird in den drei Museen in Paderborn mit jeweils unterschiedlichen Themenschwerpunkten betrachtet: Die Ausstellungseinheit Lux mundi – Licht der Welt – im Diözesanmuseum beginnt mit der Ausbreitung des Christentums in der Antike und zeigt Veränderungen auf, die das Christentum im Laufe der Missionierung in den jeweiligen Ländern erfuhr. Unter dem Titel In hoc signo– In diesem Zeichen – widmet sich das Museum in der Kaiserpfalz den friedlichen und kriegerischen Missionsinitiativen. Schließlich beleuchtet die dritte und letzte Ausstellungseinheit Qvo vadis? – Wohin gehst Du? – in der Städtischen Galerie, wie in späteren Jahrhunderten der mittelalterliche Christianisierungsprozess wahrgenommen, aber auch politisch im Spiegel der jeweiligen Zeit gedeutet wurde. Der Rundgang mündet in der Frage nach der Identität Europas und dem Stellenwert seiner christlichen Wurzeln heute.

Servicebüro CREDO 2013 / Marienplatz 2a / 33098 Paderborn
Telefon 05251 88-2002
www.paderborn.de
www.credo-ausstellung.de

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