Literarischen Leben nachspüren

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Westfalen – Austausch und aktive Zusammenarbeit fördern, Vielfalt, Qualität und Stärke von literarischen Leben in Westfalen profilbildend und nachhaltig verankern – das sind die Ziele des Projektes literaturland westfalen. Das Gemeinschaftsprojekt will Kooperationen und dauerhafte Verbindungen zwischen literarischen Einrichtungen der Großregion anregen und so den Netzwerkgedanken fördern. Zudem will es die Fülle des literarischen Lebens in Westfalen nicht nur vor Ort, sondern auch überregional bekannt machen.

Literarischen Leben

Das Netzwerk für westfälische Literatur veranstaltet Festival

Das im Sommer 2008 veröffentlichte Gutachten „Kunst.NRW“ der nordrhein-westfälischen Landesregierung, in dem Westfalen lediglich am Rande erwähnt wurde, zeigte deutlich, dass es für die Kulturschaffenden der Region nur von Vorteil sein kann, sich noch stärker gemeinsam zu engagieren.

Als Antwort gründete sich im November 2009 das Projekt „Kultur in Westfalen“, angesiedelt beim Landschaftsverband Westfalen-Lippe (LWL). Seine Aufgabe ist es, die Kultur in Westfalen zu stärken und langfristig einen Beitrag zur Profilbildung der Region zu leisten. Auf Initiative dieses Projekts und als Teil der darin angesiedelten Arbeitsgemeinschaft Literatur schloss sich das Netzwerk literaturland westfalen zusammen. Ihm gehören die verschiedensten Literaturakteure der Region an, von Autorinnen und Autoren über Vereine und Gesellschaften, Institute und Veranstalter bis hin zu Verlagen und Bibliotheken.

Der starke Wunsch nach einer gemeinsamen Veranstaltung aller Literaturakteure wurde erstmals im Januar 2011 auf einem Treffen der Arbeitsgemeinschaft Literatur im Gustav-Lübcke-Museum in Hamm geäußert. Die Ergebnisse wurden auch auf der ersten Westfälischen Kulturkonferenz im LWL-Industriemuseum Zeche Zollern in Dortmund vorgestellt und fanden dort großen Zuspruch.

Finanziell gefördert durch die LWL-Kulturstiftung, die Rudolf-August Oetker-Stiftung sowie die Kulturstiftung der Westfälischen Provinzial Versicherung, präsentiert nun das Projekt literaturland westfalen die Fülle, Vielfalt und Qualität des literarischen Westfalens in der Öffentlichkeit.

Phäaken-Gespräch mit Xi Chuan und Tina Mendelsohn (09.09. / Dortmund)

Die „Phäaken“, ein mythologisches Volk, das auf Korfu lebte, führte ein gutes Leben auf seiner friedlichen und reichen Insel; etwas selbstgefällig sollen sie gewesen sein, aber gute Zuhörer. Interessiert daran, Geschichten aus fernen Ländern zu hören.

Literarischen Leben

Phäaken-Gespräch mit Xi Chuan

Unter dem Titel „Phaäken-Gespräche“ lädt das Netzwerkprojekt und Festival literaturland westfalen daher seit Anfang dieses Jahres Schriftstellerinnen und Schriftsteller aus aller Welt ins phäakische Westfalen ein. Sie stellen hier ihre Werke vor und berichten auch davon, wie es anderswo auf der Welt um die aktuelle Geltung der Literatur steht. Kurator der „Phäaken-Gespräche“ ist der Schriftsteller Burkhard Spinnen aus Münster. Organisiert wird die Reihe vom Westfälischen Literaturbüro in Unna e.V. in Kooperation mit den jeweiligen Partnern vor Ort.

Den Anfang nach der Sommerpause macht am 09. September der chinesische Autor Xi Chuan, der in Dortmund zu Gast ist und exklusiv für die Veranstaltung aus Peking anreist. Er gilt als einer der einflussreichsten gegenwärtigen Lyriker Chinas und ist insbesondere für seine langen Prosa-Dichtungen bekannt (u.a. „Die Diskurse des Adlers“). Von 1981 bis 1985 studierte Xi Chuan Englische Literatur an der Universität Peking. Nach dem Studium arbeitete er zunächst als Redakteur für das Magazin „Huangqiu“ („Globus“). Er war u.a. Gastprofessor an der New York University und an der University of Victoria in Kanada, zurzeit unterrichtet er Klassische Chinesische Literatur an der Central Academy of Fine Arts (CAFA) in Peking. Das Gespräch mit dem chinesischen Schriftsteller führt Moderatorin Tina Mendelsohn, die auch die deutschen Texte des Lyrikers vortragen wird. Seit 2001 moderiert sie bei 3sat „Kulturzeit“.

Literarischen Leben

Die Lesungen ziehen immer wieder viele interessierte Literaturfreunde an.

Thomas Koch – Ein Mann liest zurück im literarischen Leben (10.09. / Unna)

Thomas Koch stellt Ihnen nicht nur ein Buch vor. Nein, er stellt Ihnen mehrere vor. Bücher wie „Aszendent Schlampe“ oder „Der Mörder war der Fahrlehrer“. Kennen Sie nicht? Das liegt wohl daran, dass es die Werke nicht gibt – sehr wohl aber geben könnte. Denn Koch stellt in seinem Buch „Ein Mann liest zurück“ – und ja, das gibt es wirklich – als bekennender „Ghostwriter“ Ratgeber, Autorenbiografien und Romane, dazu Leseproben und Rezensionen aus literarischen Leben vor, die allesamt von ihm erdacht wurden. Diese neue Form von Literaturcomedy ist eine wunderbare Satire auf den gelegentlich arg überdrehten Literaturbetrieb.

„Ein Mann liest zurück“ ist das erste Buch von Thomas Koch. Als Autor und Headwriter für TV-Serien wie „Ritas Welt“, „Nikola“, „Der Lehrer“ oder „Alles Atze“ hat er bereits einen Grimme-, zwei Fernsehpreise und zwei Comedypreise erhalten. Zudem moderiert er regelmäßig für den WDR und schreibt Tatort-Hörspiele.

Westfälisches Literaturbüro in Unna e.V. / Nicolaistraße 3 / 59423 Unna
Telefon 02303-  96 38 50
www.wlb.de

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