Westfälische Band: „Zum Teil ziemlich bescheuert“

Print Friendly, PDF & Email

wh – Sie sind schräg, humorvoll und leben ihren Traum vom Rock ’n‘ Roll zwischen ganz normalen Jobs: Die westfälische Indie-Band Kapelle Petra besteht aus Frontmann und Sänger Guido „Opa“ Scholz, Rainer „der tägliche Siepe“ Siepmann (Bass, Gesang, Orgel), Markus „Ficken“ Schmidt (Schlagzeug, Orgel) und der Bühnenskulptur „Gazelle“.

Kapelle Petra hat einen riesigen Erfolg. - Foto: Kapelle Petra

Kapelle Petra hat mit ihren schrillen Auftritten einen riesigen Erfolg. – Foto: Kapelle Petra

Mit „Internationale Hits“ erschien im März das selbstironische betitelte fünfte Album. Ihre Musik entspricht nicht dem Mainstream. Es ist ein Mix aus deutschen Texten, Gitarrenpop und Klamauk. Derzeit nehmen sich die Mitglieder eine Auszeit von ihren Jobs, um ihrer Bandkarriere einen Schub zu versetzen. Im Interview mit „Westfalen heute“ spricht Guido Scholz, mit 37 Jahren das jüngste Bandmitglied, über den aktuellen Karriereaufschwung und die musikalischen Wurzeln.

Schrill

Schrill und witzig: Die Aufttritte sind immer etwas Besonderes. – Foto: Kapelle Petra

Neues Album, ein Auftritt bei Rock am Ring – es scheint zurzeit gut zu laufen?
Guido Scholz: Ja, momentan läuft es wirklich richtig gut. Wir haben im März das neue Album herausgebracht, was sehr gut ankommt. Außerdem waren wir bei ProSiebens „Circus HalliGalli“ mit Joko und Klaas. Das hatte einen Rieseneffekt. Und dann noch die Rock-am-Ring-Warm-up-Nummer. Es ist Rock ’n‘ Roll und macht Spaß.

Dabei stehen Sie seit 16 Jahren gemeinsam auf der Bühne…
Genau, uns gibt es schon ewig und wir wollten unsere Musik schon immer mal intensiver betreiben. Jetzt haben wir uns einfach eine zweijährige Auszeit vom Job genommen und uns gedacht, dass wir nochmal aufs Ganze gehen und unsere Musik professioneller betreiben.

Ganz westfälisch: Die Mitglieder der Kapelle Petra kommen aus Westfalen. - Foto: Kapelle Petra

Ganz westfälisch: Die Mitglieder der Kapelle Petra kommen aus Westfalen. – Foto: Kapelle Petra

Sie kommen gebürtig alle aus Hamm – überlegt man sich da nicht ins „hippe“ Berlin zu ziehen?
Eigentlich ging es uns nie darum, bekannt und berühmt zu werden. Wir sind vier Freunde, die Lust hatten, Musik zusammen zu machen. Es war nie das Ziel weltberühmt zu werden. Deshalb hat sich die Frage nie gestellt. Wir wohnten alle in Hamm einen halben Kilometer auseinander und das war einfach praktisch. Es war immer ein tolles Hobby.

Wie schätzen Sie die westfälische Musikszene ein?
Wir hatten sehr lange etwas mit der Musikszene in Hamm zu tun. Vor längerer Zeit haben wir außerdem mal mit Muff Potter aus Münster gespielt, die waren eine coole Band (Anmerkung der Redaktion: Die Gruppe löste sich 2009 auf.). Sonst gibt es immer wieder mal Bands, beispielsweise aus Oelde oder dem Kreis Warendorf, mit denen wir spielen. Aber netzwerkartig sind wir nicht mit der Szene verbunden.

Die Musik entspricht nicht gerade dem Mainstream: Wie kam es dazu?
Das passte irgendwie zu uns. Mittlerweile sind wir etwas in den Mainstream reingerutscht, wobei es immer noch sehr individuell und zum Teil ziemlich bescheuert ist. Solche Nummern wie „Geburtstag“ oder „Gewitter“ sind nicht Mainstream, sondern da ist es einfach mit uns durchgegangen.

Speak Your Mind

*