Klartext zu Europa

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Westfalen – Die Positionen gehen mitunter weit auseinander: Wann immer über Europa diskutiert wird, spiegelt sich auch die Verunsicherung über die aktuelle Finanzkrise und deren europäische Dimension. Kein Wunder, dass in diesem Jahr die Veranstaltung BANKLIVE einmal mehr viele interessierte Zuhörer anzog. „Bericht aus Brüssel – Was Europa über Deutschland denkt”, so lautete das Vortagsthema von Prof. Günter Verheugen (69), der als Hauptredner beim BANKLIVE 2013 der VR-Bank Westmünsterland auftrat.

Foto: Volksbank Westmünsterland

Foto: VR-Bank Westmünsterland

Zum siebten Male hatte die Volksbank zu dieser hochkarätigen Vortragsveranstaltung eingeladen. Und auch diesmal konnte Vorstandsvorsitzender Dr. Wolfgang Baecker als Gastgeber wieder zahlreiche Ehrengäste aus Politik und Wirtschaft im konzert theater coesfeld begrüßen. “BANKLIVE ist ein eigenständiges Format – für Sie, die Kunden und Mitglieder der VR-Bank Westmünsterland”, erläuterte Dr. Wolfgang Baecker in seiner Begrüßung der über 600 gespannt wartenden Gäste im vollbesetzten Saal.

Foto: Volksbank Westmünsterland

Foto: VR-Bank Westmünsterland

Mit dem ehemaligen Vizepräsident der Europäischen Kommission und langjährigen EU-Kommissar war ein hochkarätiger Wirtschaftsexperte zu Gast. Für den Vorstandsvorsitzenden willkommener Anlass, Fehlentwicklungen der Politik in Richtung seiner Branche (Stichwort: Finanztransaktionssteuer) zu beschreiben. “Man soll nicht mit der Schrotflinte auf Spekulanten zielen und die Kleinanleger treffen”, kritisierte Baecker.  Deshalb freue er sich besonders, mit Günter Verheugen (“Ein Europäer mit deutschem Pass”) einen ausgewiesenen EU-Insider begrüßen zu können, um “aus erster Hand zu erfahren, wie Europa tickt und wie Europa über uns Deutsche denkt”.

“Ich bin ein treuer Volksbank-Anhänger. Seit ich überhaupt geschäftsfähig bin”, hatte sich Günter Verheugen zuvor vor Medienvertretern geoutet und Partei für die Kreditgenossenschaften ergriffen. Der EU-Kommission warf er mit Blick auf deren Eingriffe in den deutschen Bankensektor eine “ideologische Fixierung” vor. Hier müsse man in Deutschland aufpassen, mahnte Verheugen. Auch müsse nicht alles von Brüssel aus reguliert und vorgeschrieben werden. Europa charakterisiere sich durch Eigenheiten und Besonderheiten, nicht durch Einheitsbrei.

Foto: Volksbank Westmünsterland

Foto: VR-Bank Westmünsterland

Leider gebe es in Europa Deutschland gegenüber Vorbehalte, verdeutlichte der EU-Experte. “Die Vergangenheit ist nicht vergessen.” Das müsse man sich als Deutscher auch heute noch vergegenwärtigen. Verheugen: “Die schiere Größe Deutschlands ist nicht allen eine Freude.” Dies löse Neid und Sorge aus. Insbesondere “die Sorge vor einem Deutsch dominierten Europa”.

Gibt es eine Alternative zur europäischen Gemeinschaft? Auf diese Frage gab es von Verheugen eine klare Absage. Die politische Integration aufzugeben, bedeute ein Rückfall in eine gegenseitige Belauerung. Die politischen und wirtschaftlichen Gewichte drohten sich eh in den kommenden 20 bis 25 Jahren zu Ungunsten von Europa zu verschieben. “Wir müssen in Europa mit einer Sprache sprechen”, forderte Verheugen und stellte unmissverständlich fest: “Das Projekt der europäischen Integration hat an Attraktivität nichts verloren.” Günter Verheugen beendete seinen Vortrag mit einem “Plädoyer für ein demokratischeres Europa”. “Wir sollten alle hart daran arbeiten an den Möglichkeiten, die wir haben, das Beste zu machen.”

 VR-Bank Westmünsterland eG
www.vr-bank-westmuensterland.de

 

 

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