Wort und Bild – Grafik und Buchkunst

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Westfalen – Das Kulturgut Haus Nottbeck zeigt in diesen Tagen eine Sonderausstellung zu Horst Dieter Gölzenleuchters vielgestaltigem Werk. Der Bochumer ist Maler, Grafiker, Herausgeber, Autor und Buchkünstler. Bis zum 12. Mai sind herausragende Holzschnitte, Pinsel- und Federzeichnungen, Radierungen sowie Beispiele seiner Buchedition „Wort und Bild“ im Museum für Westfälische Literatur in Oelde zu sehen.

Foto: Kulturgut Haus

Foto: Kulturgut Haus Nottbeck

Horst Dieter Gölzenleuchter zählt zu den herausragenden Grafikern und Buchkünstlern unseres Landes. „Seit über 30 Jahren verfolgt er in einem höchst produktiven Zusammenspiel von Texten und bildkünstlerischen Formen unbeirrt seinen Weg. So hat Gölzenleuchter auch für die Literatur und die Autoren unendlich viel getan,“ sagte Prof Dr. Walter Gödden bei einem ersten Rundgang durch die Ausstellung „Wort und Bild – Grafik und Buchkunst“ im Museum für Westfälische Literatur.

Foto: Kulturgut Haus Nottbeck

Foto: Kulturgut Haus Nottbeck

Zahlreiche seiner Werke wurden bereits deutschlandweit und in Frankreich, Indien, den Niederlanden und Österreich gezeigt. Erst im vergangenen Jahr entstand der eindrucksvolle Lyrik-Band „Hierzulande und anderswo“ mit Gedichten von Paul Schallück und Pinselzeichnungen des Künstlers. In ihnen fängt Gölzenleuchter die Stimmung der Gedichte treffend ein und findet einen eigenständigen Ausdruck, der über eine bloße Illustration der Lyrik hinausgeht.

Foto: Kulturgut Haus Nottbeck

Foto: Kulturgut Haus Nottbeck

Neben seiner Arbeit als bildender Künstler verfasst er auch literarische Texte. Seine kurzen Texte reflektieren das Denken und Arbeiten des Künstlers. Zu Gölzenleuchters Vorbildern und Vorläufern gehören u.a. HAP Grieshaber, Erich Heckel und Ernst Ludwig Kirchner. Wie sie hat sich der Bochumer mit seiner Arbeit dafür eingesetzt, den klassischen Holzschnitt aus seinem Schattendasein als bloße Illustration zum Text zu befreien und ihm zu seinem rechtmäßigen Platz in der internationalen Kunstszene zu verhelfen. Seine Werke repräsentieren sein gesellschaftliches und politisches Engagement und verweisen sowohl auf soziale Ungerechtigkeiten als auch den alltäglichen Kampf des Individuums.

Ergänzt wird die Ausstellung durch Fotografien von Valentina Gölzenleuchter, der Tochter des Künstlers. Ihre Fotografien erlauben den Besuchern einen Blick in die Werkstatt ihres Vaters zu werfen und geben einen Eindruck vom künstlerischen Schaffen Gölzenleuchters.

Seit 1971 arbeitet H. D. Gölzenleuchter freiberuflich als bildender Künstler. Als Buchkünstler widmet er sich vor allem der Ruhrgebietsliteratur. Der 1979 von ihm gegründete Kleinverlag „Edition Wort und Bild“ gibt Autoren- und Künstlerbüchern von bekannten Literaten wie Michael Klaus, Hugo Ernst Käufer, Werner Streletz sowie literarisch-grafischer Mappenwerke heraus. In diesem Jahr steht nun schon das 30. Jubiläum seiner Handpresse an, was das unbeirrte Verfolgen seines eingeschlagenen künstlerischen Weges widerspiegelt. Der Wahlbochumer wurde jüngst für den Victor Otto Stomps-Preis vorgeschlagen, der Qualität und persönliches Engagement im Bereich der Kleinverlagsszene auszeichnet. In seiner Reihe „Wort und Bild“ stellte er Arbeiten von wichtigen Ruhrgebietes-Autoren ebenso wie die Künstler selbst vor.

Im Rahmen der Ausstellung wird H.D. Gölzenleuchter am Sonntag, dem 7. April zu Gast im Kulturgut Haus Nottbeck sein, um Interessierten seine Arbeit als Grafiker näher zu bringen. Hierfür wird er vor Ort einen Holzschnitt anfertigen und diesen im Anschluss drucken. Interessierte haben während dieses offenen Ateliers die Möglichkeit ihm beim Arbeiten über die Schulter zu schauen und selber Hand anzulegen. Die Veranstaltung beginnt um 14. Uhr.

Öffnungszeiten: Dienstag – Freitag: 14.00 – 18.00 Uhr; Samstag, Sonntag und an Feiertagen: 11.00 – 18.00 Uhr

Museum für Westfälische Literatur – Kulturgut Haus Nottbeck / Landrat-Predeick-Allee 1 / 59302 Oelde-Stromberg

 

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