Wenn Verdi ans Herz geht

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Westfalen – Bekannt und doch immer wieder ein großes Opern-Ereignis: La Traviata. Am Samstag den 2. März in Hamm zu sehen und vor allem zu hören.

Foto: Landestheater Detmold

Foto: Landestheater Detmold

Zu einem der großen Feste der lebenslustigen Pariser Kurtisane Violetta Valéry erscheint auch der junge Alfredo Germont, der sich auf den ersten Blick in die hübsche Gastgeberin verliebt hat. Als die Gesellschaft sich in den Nebenraum begibt und Violetta nach einem Schwächeanfall zunächst allein zurückbleibt, nutzt Alfredo den Moment, ihr seine Liebe zu gestehen. Sie schenkt ihm eine Kamelie und erlaubt ihm, wiederzukommen, wenn sie verblüht ist. Nachdem er gegangen ist, sinniert Violetta über ihr bisheriges Leben nach, spürt die Leere, klammert sich aber angesichts ihrer Krankheit – sie hat Tuberkulose und weiß, dass ihr nicht mehr sehr viel Zeit bleibt – noch an die Freuden der Vergangenheit. Doch Alfredo kann sie überzeugen und drei Monate später leben die beiden glücklich zusammen vor den Toren von Paris.

Foto: Landestheater Detmold

Foto: Landestheater Detmold

Als der junge Mann jedoch herausfindet, dass Violetta ihre Besitztümer verkauft hat, um den beiden ihren Lebensstil zu ermöglichen, eilt er in die Stadt, um Geld zu beschaffen. Sein Vater erscheint, um die Beziehung zu beenden. Von Violettas aufrichtiger Hingabe zu seinem Sohn beeindruckt, bittet er sie, selbst den Schlussstrich zu ziehen: Alfredos Schwester möchte heiraten und ihr Bräutigam würde eine Beziehung ihres Bruders zu einer Kurtisane niemals akzeptieren.

Violetta bringt das große Opfer, verlässt Alfredo und verschweigt ihm die wahren Hintergründe. Als er eine Einladung Violettas zu einem Maskenball ihrer Freundin Flora findet, glaubt er sich betrogen. Auf dem Ball kommt es zum Eklat: Alfredo wirft Violetta erbost Geld für ihre „Liebesdienste“ vor die Füße, die daraufhin zusammenbricht und wird von seinem Vater mitgenommen. Durch die Ereignisse hat sich Violettas Zustand erheblich verschlechtert, sie liegt im Sterben. Alfredo, von seinem Vater endlich über alles aufgeklärt, kehrt zu Violetta zurück und bittet sie um Vergebung. Noch einmal träumen sie kurz vom gemeinsamen Glück, doch es ist zu spät.

Das im Bereich Musiktheater äußerst versierte Landestheater Detmold ist mit seiner Inszenierung von Verdis gefühlsstarker Oper am Samstag, 2. März 2013, um 19 Uhr im Kurhaus Bad Hamm zu Gast. Neben den stimmstarken und darstellerisch überzeugenden Protagonisten (u. a. Daniela Bruera als Violetta und Emmanuel die Villarosa als Alfredo) sorgt das live aufspielende Symphonische Orchester Detmold für den richtigen Klang.

„Ich wünsche neue, grandiose, schöne, abwechslungsreiche, kühne Stoffe“, meinte Verdi 1853 und entschied sich für den Roman „Die Kameliendame“ von Alexandre Dumas d. J. als Vorlage für sein nächstes Opernlibretto. Vorbild für Dumas‘ und auch Verdis Protagonistin war die berühmte Pariser Kurtisane Marie Duplessis, die 1847 erst 23-jährig verstarb. Indem Verdi in seiner Oper das kurze, intensive Leben einer Kurtisane schildert, schuf er die erste Oper nach einem zeitgenössischen, sozial motivierten Stoff überhaupt.

Der Uraufführung am 6. März 1853 in Venedig war allerdings kein Erfolg beschieden – die Zuschauer konnten sich nicht damit anfreunden, den Spiegel vorgehalten zu bekommen: geht die Hauptfigur letztlich doch an der verlogenen Moral der Gesellschaft zugrunde. Aber der Durchbruch ließ sich trotzdem nicht lange aufhalten, bereits mit der zweiten Einstudierung im Mai 1954 trat das Werk seinen Siegeszug auf die internationalen Opernbühnen an, in Deutschland war es erstmalig 1857 in Hamburg zu sehen. Heute zählt „La Traviata“ zu den beliebtesten und am häufigsten gespielten Werken Verdis.

Kurhaus Hamm / Ostenallee 87  / 59071 Hamm

 

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