Abstraktion als Prozess unserer Wahrnehmung

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Westfalen – Der Kunstverein Arnsberg präsentiert noch bis zum 16. September unter dem Titel “Public Abstraction, Private Construction IV und V” eine Ausstellung mit Arbeiten der  Künstler Marco Bruzzone & Patrick Tuttofuoco, Julian Charriére & Andreas Greiner, Gino de Dominicis, Rainar Ganahl, Daniel Knorr, Heimo Lattner, Gabriel Lester, Ulrike Mohr, Johanna Reich, Karin Sander, Santiago Sierra, Mirjam Thomann und  Timm Ulrichs.

Rainer Ganahl, Bicycling Damascus, 2004, video Foto: Kunsterein Arsnsberg

Die Geschichte der Kunst hat sich aus dem Abstraktionsvermögen Einzelner entwickelt. “Public Abstraction, Private Construction” untersucht das gedankliche Verfahren von Abstraktion am Beispiel von Projekten in öffentlich erfahrbaren Situationen. Durch Fortsetzung der Ausstellungen von 2011 und weitere Aktionen versuchen wir uns den Begriff der Abstraktion als Wahrnehmungsprozess anzunähern und ihn zu diskutieren.

Santiago Sierra: Obstruction of a Freeway with a Truck’s Trailer, Anillo Periférico Sur, Mexico City, Mexico. November, 1998. Courtesy Lisson Gallery, London & KOW, Berlin

Eine Ausstellung, egal wie schön und spannend sie sein mag, kann im Vergleich zum kreativen Entstehungsprozess selten mehr als eine physische, dokumentarische Ebene bilden. Deswegen ist dieses Ausstellungsprojekt nicht so sehr an formalistischen Entwicklungen oder an Abstraktion als bildnerischem Ergebnis interessiert, sondern viel mehr an dem Weg und Entstehungsprozess des Kunstwerks. Der Tatort dieser Ausstellung ist demnach nicht die Galerie oder der öffentliche Raum an sich, sondern der Kopf des Künstlers mit all seinen Ideen und Turbulenzen. Der lange Weg des Sehens, Analysierens und Erkennens ist im Kunstwerk als Produkt selten sichtbar, obwohl doch so wichtig und bestimmend für die künstlerische Entscheidung.

Gino De Dominicis: Tentativo di far formare dei quadrati invece che dei cerchi attorno ad un sasso che cade (Versuch, Quadrate statt Kreise um einen ins Wasser gefallenen Stein zu zeichnen), 1969. Schwarz-Weiß-Fotografie, 48 x 67 cm. Courtesy Lia Rumma, Neapel und Supportico Lopez, Berlin

Wenn die Realität die künstlerische Position beeinflusst und durch das Kunstwerk reflektiert wird – wie kann eine künstlerische Position ihrerseits die Wahrnehmung der Realität verändern? Künstlerische Ansichten, Eingriffe und Konstruktionen verwischen die Grenzen zwischen öffentlich und privat, real und absurd, sinnlos und genial und konfrontieren uns mit unerwarteten Begegnungen, Wahrnehmunen und Erfahrungen. Oft fern üblicher Ausdrucksformen und Techniken, sind die Arbeiten der Ausstellung in der Auseinandersetzung mit Situationen und Ordnungssystemen des Alltags entstanden. Abstraktion erscheint so als Zustand, Eigenschaft und Voraussetzung des Sehens als gedanklicher Prozess, der neue Erlebnisse und Einblicke ermöglicht.

Kunsterverein WestfalenDer Kunstverein Arnsberg wurde im Herbst 1987 aus privater Initiative gegründet, mit dem Ziel innerhalb der Region eine Plattform für die Begegnung mit der internationalen, zeitgenössischen Kunst zu schaffen. Neben den wechselnden Einzel- und Gruppenausstellungen und jährlich ausgewählten Jahresgaben, bietet der Verein seinen Mitgliedern begleitende Vorträge, gemeinsame Atelierbesuche und Exkursionen an. Die großzügigen Räume des Kunstvereins befinden sich im ersten Obergeschoss eines klassizistischen Bürgerhauses am zentralen Neumarkt, einem nach Plänen von Schinkel gebauten Platz, dessen Bausubstanz nahezu erhalten ist.


Öffnungszeiten: Mi-Fr 17.30 bis 19 Uhr; So 11 bis 15 Uhr und n.V.

Kunstverein Arnsberg e.V. / Königstr. 24 / Neumarkt / 59821 Arnsberg
Telefon 0 2931 – 21 12 2
www.kunstverein-arnsberg.de


 

 


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