Spitzenplätze für westfälische Kliniken

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Westfalen – In einem bundesweiten Krankenhausvergleich des Focus belegen westfälische Kliniken Spitzenplätze. Das Nachrichtenmagazin hatte für seine Studie die Qualitätsberichte von 302 Kliniken bei 14 Erkrankungen sowie Daten zur technischen und personellen Ausstattung der Häuser ausgewertet.

Prof. Dr. Juckel - Foto: Privat/LWL

Auf Platz eins der Rangliste bei der Behandlung von Angststörungen ist das Universitätsklinikum Münster. Das St. Josef-Hospital der Ruhr-Universität Bochum ist laut der Auswertung führend bei der Behandlung von Multiple-Sklerose-Erkrankungen. Auf Platz vier wurde das LWL-Universitätsklinikum Bochum bei der Behandlung von Depressionen gesetzt. In der Disziplin Herzchirurgie erreichte die Klinik für Thoraxchirurgie Bad Oeynhausen ebenfalls den vierten Platz der Rangliste.

Die Untersuchung ist nach Angaben des Focus der bislang größte Qualitätsvergleich von deutschen Krankenhäusern. Neben der Auswertung der Qualitätsberichte befragte die Redaktion auch 18.000 Ärzte nach ihren Empfehlungen.

Der Bochumer LWL-Klinikchef Prof. Dr. Georg Juckel, persönlich in einem früheren Ranking schon einmal zu den besten Psychiatern Deutschlands gekürt, peilt jetzt “mindestens die Bronzemedaille” für sein Krankenhaus an:
Was bedeutet Ihnen und Ihren Beschäftigten eine solche Platzierung?

Juckel:Mir persönlich und all unseren Mitarbeitern bedeutet dies eine große Anerkennung und Wertschätzung intensiver psychiatrisch-psychotherapeutischer Arbeit. Unsere störungsspezifisch ausgerichtete Universitätsklinik mit ihrem modernen sozialpsychiatrischen, aber auch biologisch orientierten Konzept scheint bei den Patienten und ihren Angehörigen anzukommen. Darüber freuen wir uns sehr.

Worauf führen Sie das gute Ranking zurück?

Juckel:Ein Grund ist sicherlich: Die Patienten sind eingebunden in viele Therapien und Therapieformen und in ein intensives Programm, ausgerichtet an den hohen Maßstäben unseres Fachbereiches und dies alles im Rahmen einer Universitätsklinik, also verbunden mit den aktuellsten Leitlinien und wissenschaftlichen Erkenntnissen, wobei Forschung bei uns aus dieser guten klinischen Arbeit hervorgeht.

Wie haben Sie in früheren Umfragen abgeschnitten?

Juckel:Meines Wissens ist dies die erste Umfrage, in der unsere Klinik mit betrachtet worden ist. Darum freuen wir uns umso mehr über diese Auszeichnung insbesondere der Behandlung von Depressionen.

Liefern die Ergebnisse Optimierungshinweise für Sie oder andere LWL-Kliniken?

Juckel:Ich denke, dass das Vorgehen nach bestimmten Behandlungspfaden insbesondere bei der Behandlung von Depressionen, also das störungsspezifische Herangehen, hier anerkannt worden ist. Dies können wir trotz knapper Personalressourcen auch immer weiter ausbauen. Wir selbst, aber auch alle anderen Kliniken im LWL-Psychiatrieverbund und andere psychiatrische Kliniken sollten sich noch stärker psychotherapeutisch orientieren und vermehrt einzel- und gruppentherapeutische Behandlungsangebote für unsere Patienten vorhalten. Die Patienten wünschen das, die Fachwelt erachtet es mittlerweile als unabdingbar für die bestmögliche Behandlung psychischer Erkrankungen – speziell auch bei schweren Verlaufsformen wie Schizophrenie und bipolare Störungen und Depressionen in Kombination mit Krebs, Diabetes und Herzinfarkt.

Eine umfassende Berichterstattung mit den Ergebnissen aller 302 Kliniken wird am 12. Juni 2012 in einer Focus-Spezialausgabe zum Thema Gesundheit veröffentlicht.

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