Universum eines Kunstgenies

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Westfalen –  Einige Motive haben ihn weltberühmt gemacht: Als Salvador Dalí im Januar 1989 starb, fanden sich auf zahllosen Kunstkalendern und Postern Motive wie die „Weichen Uhren“, die „Krücken“ oder die „Elefanten mit Spinnenbeinen“ wieder. Doch der Blick auf die weltbekannten Meisterwerke in den großen Museen ist einseitig, wie die neue Ausstellung zu Dalís grafischem Schaffen ab Freitag, den 30. März 2012 in der Billerbecker Kolvenburg deutlich machen wird.

Foto: Kreis Coesfeld / Foundation Gala-Salvadore-Dali

„Im druckgrafischen Schaffen des genialen, aber nicht unumstrittenen Surrealisten, der zweifellos zu den herausragendsten Künstlern des 20. Jahrhunderts zählt, ist eine eigenständige, in sich geschlossene Welt innerhalb des Gesamtwerkes zu finden“, erläutert Christine Sörries, Kultur-Abteilungsleiterin beim Kreis Coesfeld. Im Mittelpunkt seines Schaffens stand das Bemühen um systematische Erkenntnis und Erschließung der Welt des Unbewussten und des Unterbewussten. Dalí (Jahrgang 1904) ging es stets um den Kosmos der Träume, der Wünsche, der mystischen Visionen und letztlich auch der tiefen Selbsterkenntnis. Damit erklärt sich seine Leidenschaft für die großen Mythen und Themen der Weltliteratur, der Kunst und Kultur insgesamt.

Die Kolvenburg in Billerbeck widmet ihre erste Sonderschau zu Beginn der Ausstellungssaison der Druckgraphik der Künstlers, die in großen Mappenwerken und Büchern erschienen ist, wobei sich Dalí bewusst den Meisterwerken der Weltliteratur zuwendet. So illustriert er unter anderem Boccaccios „Decamerone“, Cervantes „Don Quichotte“ und Lewis Carrols „Alice in Wonderland“. Das Herzstück der Ausstellung bildet jedoch der umfangreiche Zyklus von 100 grafischen Blättern, die Dalí im Auftrag des italienischen Staates schuf – als Illustrationen für das wohl bekannteste Werk des Mittelalters, die „Divina Commedia“ von Dante Alighieri. Außerdem werden u.a. „Die zehn Gebote der Unsterblichkeit“, die als die ersten dreidimensional wahrnehmbaren Grafiken der Kunstgeschichte gelten, der Zyklus „Die Suche nach dem Graalsschatz“ und die 80 Werke aus der Mappe „Dalí-Goya“ gezeigt. Alles dies stellt der Arzt und Dalí-Kenner Heinz Ess dem Kreis Coesfeld für die Ausstellung zur Verfügung.

Surreal und mystisch, dann aber wieder bizarr und grotesk, zuweilen von hintergründigem Humor und bissiger Satire geprägt, entstanden unvergleichlich vielseitige, facettenreiche und ausdrucksstarke Grafiken von einmaliger Schönheit. „Die Ausstellung eröffnet mit rund 240 Exponaten einen einzigartigen Zugang zum eigenwilligen Universum dieses Genies, dessen künstlerischer Gestaltungswille und immense Produktivität sich hier geradezu beispielhaft widerspiegeln“, betont Christine Sörries. Zur Vernissage, an der auch der Leihgeber persönlich teilnimmt, lädt der Kreis Coesfeld für den Freitag, den 30. März 2012 um 18:00 Uhr alle Interessierten in die Billerbecker Kolvenburg ein.

Öffnungszeiten:
Di bis Sa 13.00 bis 18.00 Uhr
So und feiertags 10.00 bis 13.00 und 13.30 bis 17.30 Uhr
Kolvenburg / An der Kolvenburg / 48727 Billerbeck
Telefon: 02543-1540

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