Kunst aus textilen Materialien

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Westfalen – Leicht verändert präsentiert das LWL-Industriemuseum TextilWerk Bocholt in Kooperation mit der Galerie Scheffel in Bad Homburg die Ausstellung “Atelier.Industrie” als Fortsetzung der zurückliegenden Kurzsaison. Bis zum 30. September sind im Drosselsaal textile Skulpturen der beiden international renommierten Künstlerinnen Magdalena Abakanowicz (Warschau) und Laura Ford (London) zu sehen.

Foto: LWL-Industriemuseum / TextilWerk Bocholt

Magdalena Abakanowicz gilt in der Kunstgeschichte als eine der einflussreichsten Künstlerinnen der letzten Jahrzehnte. 1930 bei Warschau geboren, arbeitet sie bereits ab den 1960er Jahren mit unterschiedlichen textilen Materialien. Ihre raumgreifenden Webobjekte aus Sisal und Wolle, “Abakans”, machen sie bald international bekannt. In ihrem Werk findet sie auch den Weg zurück zu figurativen Formen, in dem sie sich sowohl dem menschlichen Körper als auch tierähnlichen Objekten nähert. In Kunstharz getränktes Sackleinen wird dabei zu ihrem bevorzugten Material. Inzwischen gehören auch Baumstämme, Holz, Beton, Stahl, Eisen und Bronze zu den Materialien für ihre Großplastiken und Figurengruppen im Freien. 1980 vertritt sie Polen auf der Biennale in Venedig, was Magdalena Abakanowicz endgültig zum internationalen Durchbruch verhilft. Es folgen große Ausstellungen – von Paris bis New York.

Die gebürtige Waliserin Laura Ford (Jg.1961) lebt und arbeitet heute in London. Ihre textilen Figuren erinnern zunächst an die Märchen- und Fabelwelten unserer Kindheit und beziehen sich dabei oft auf die sozialen Missstände unserer Gegenwart. Eine eigenartige Melancholie, Humor und auch gelegentlicher Sarkasmus umgeben das Werk von Laura Ford.

Bei ihren Textilarbeiten steht die Wiederverwendung vorgefundener textiler Materialien, wie Stoffresten, Rohwolle, aber auch Altkleidern oder Seesäcken, im Vordergrund, die sie zusammenfügt, montiert und mit anderen Materialien oder Fundstücken zu Fantasiefiguren neu arrangiert. Daneben modelliert sie auch in Gips oder Ton, kombiniert mit textilem Material und überträgt diese Objekte dann oft in Bronze, Aluminium oder Kunststoff.

Im TextilWerk Bocholt werden Arbeiten gezeigt, mit denen Laura Ford für Wales auf der Biennale in Venedig vertreten war sowie neue Installationen, die für und in Bocholt entstanden sind.

Öffnungszeiten:
Di -So sowie an Feiertagen 10-18 Uhr
TextilWerk Bocholt
Spinnerei: Industriestraße 5 / 46395 Bocholt
Tel. 02871 21611-0
www.lwl-industriemuseum.de

 

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