Münster: Bischof Genn feiert Christmette

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Münster – „Es könnte auch einfach so praktisch zugehen, dass heute kein Kind mehr in einer Krippe geboren werden muss, weil die Eltern keine Herberge finden. Dass also ein Fremder in unserem Land nicht abgewiesen zu werden braucht, weil wir trotz aller Bedenken und Schwierigkeiten noch einen Lösungsweg finden und es schaffen, gerade auch die Fremden zu beherbergen.“ Das hat der Bischof von Münster, Dr. Felix Genn, am Heiligen Abend bei der Feier der Christmette im St.-Paulus-Dom in Münster auf die Frage betont, was ein praktisches Geschenk zu Weihnachten sein könne. Das Geheimnis von Weihnachten liege darin, dass die Liebe sich bückt, hinkniet und hinabsteigt, weil sie als Gott Mensch wird.

Bischof Felix Genn richtete sich Heilig Abend in der Christmette an die Gläubigen und plädierte für die Unterstützung von Flüchtlingen und Asylsuchenden – Foto: Jörg Bockow

Die Botschaft von Weihnachten, unterstrich der Bischof, sei „völlig querliegend“ zu einer Welt und zu dem Wunsch vieler Menschen, Karriere zu machen und möglichst weit auf der Stufenleiter des Erfolgs nach oben zu gelangen. Die Weihnachtsbotschaft dagegen laute, „dass in dem Kind, das in Windeln gewickelt in einer Krippe liegt, der Retter der Welt geboren wurde.“ Bischof Genn: „In einer Welt, in der es so viel Krieg gibt, so viel Bedrohung, wie wir sie zur Zeit im Gegeneinander der Großmächte, in der Bedrohung durch Nordkorea, in dem unablässig fortdauernden Krieg in Syrien erfahren, verkündet die Weihnachtsbotschaft, dass nicht nur der Tod im Sieg verschlungen ist, sondern der Krieg im Frieden, weil ein Kind geboren wurde.“ Dieses Kind zeige mit seinem weiteren Leben: „Von Gott geht Rettung aus, wenn man sich ihm anschließt, und wer sich ihm anschließt, der kann den Kriegsmantel austauschen mit dem Festtagskleid des Getauften.“ Der Bischof ermutigte die Gläubigen, dieses Gegenmodell im Alltag zu leben.

Manchmal, schloss Bischof Genn, erfülle ihn in der Vorbereitung der Weihnachtspredigt die Sehnsucht, dass die Menschen, die die Predigt hörten und sich der Weihnachtsbotschaft aussetzten, eine Wunde behielten, weil die Worte sie anrührten: „Eine Wunde, die nicht wehtut, aber auf Achtsamkeit hinweist und sich nicht so schnell schließt.“


 

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