Innovationspreis Münsterland 2017 verliehen

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Telgte – Fünf Preisträger, 15 nominierte Unternehmen und 60 eingereichte Ideen in fünf Kategorien: Der Innovationspreis Münsterland verleiht auch 25 Jahre nach der ersten Ausschreibung den kreativen Ideen der Unternehmen in der Region öffentliche Wahrnehmung und besonderes Gewicht. Bei der feierlichen Preisverleihung am Freitagabend vor rund 300 Gästen bei der Bernd Münstermann GmbH & Co. KG in Telgte stellte Klaus Ehling, Vorstand des Münsterland e.V., heraus: „Seit der Premiere des Innovationspreises Münsterland im Jahr 1993 haben wir insgesamt 81 Ideen ausgezeichnet, haben den Wettbewerb immer mehr weiterentwickelt und ihn dem digitalen Zeitalter angepasst. Wir können sehr stolz auf diesen regionalen und renommierten Preis sein.“

In großer Runde: Die Preisträger gemeinsam mit Partnern, Laudatoren und politischen Akteuren der Region. – Foto: Arne Pöhnert

Der Münsterland e.V. vergibt den Innovationspreis Münsterland alle zwei Jahre gemeinsam mit den Förderern des Wettbewerbs, den Sparkassen im Münsterland, der Westfälischen Provinzial Versicherung AG und dem Energieunternehmen innogy SE.

Der erste Preisträger des Abends wird durch sein Produkt das Abschleppen in Deutschland verändern. Die Vorndieck Dienstleistungs GmbH aus Ibbenbüren erhält mit ihrer Innovation „CarCaddy“ den Innovationspreis Münsterland in der Kategorie „Klein und pfiffig“. Ihre Abschleppvorrichtung ist eine geniale Erfindung: Für den Bau wurden eine hochfeste Aluminiumlegierung und passende Stahlkomponenten verwendet. „Das macht die Konstruktion nicht nur stabil, sondern auch besonders leicht. So kann ein normales Auto mit dem CarCaddy an der Anhängerkupplung ein zweites Auto transportieren. Der Vorteil liegt auf der Hand: Das Abschleppen geht schneller und ist günstiger“, erklärte Klaus Ehling in der Laudatio. „Das kleine KFZ-Unternehmen hat bewiesen, dass es nicht immer große Dimensionen braucht, um eine große Erfindung zu schaffen.“

Freuen sich über die Auszeichnung, v.l.: Michael Riesinger (TRIALOG Medical GmbH) , Dr. Michael Stranz (egeplast international GmbH), Christian Hagemeister (Hagemeister GmbH Co. KG), Josef Vorndieck (Vorndieck Dienstleistungs GmbH) und Klaus Dickmänken (schrankwerk.de Dickmänken GmbH). Foto: Arne Pöhnert

Dass der Kunststoff Polyethylen (PE) nicht nur im Kleinen eine Rolle spielt, sondern auch im ganz großen Stil, hat die egeplast international GmbH aus Greven gezeigt. Das inhabergeführte Unternehmen hat mit seiner Innovation HexelOne XXXL – Hochdruckrohre aus Polyethylen – ein Produkt entwickelt, das rundherum Vorteile bringt: Angefangen von der Materialeinsparung, über eine schnellere Herstellung und leichteres Handling auf der Baustelle, bis hin zu Kostenvorteilen für den Kunden. „Das neue Herstellungsverfahren eröffnet weitere Möglichkeiten: In Zukunft können die PE-Rohre von egeplast auch Stahl- und Gussrohre ersetzen, was nachhaltiges Bauen ermöglicht. Denn PE-Rohre sind zu 100 Prozent recycelbar“, erläuterte Rainer Langkamp, Vorstandsvorsitzender der Kreissparkasse Steinfurt, für die Sparkassen im Münsterland in seiner Laudatio. „Mit seinem hervorragend gesteuerten und bereichsübergreifenden Entwicklungsprozess innerhalb des Unternehmens verdient egeplast den Innovationspreis in der Kategorie ‚Wirtschaft‘.“

Mit einem speziellen 3D-Konfigurator der schrankwerk.de Dickmänken GmbH aus Rheine können Kunden ihre Schränke und Regale individuell zusammenstellen, drehen, verändern und vor allem fotorealistisch darstellen. Doch die Innovation des Preisträgers in der Kategorie „Digitale Geschäftsmodelle“ kann noch mehr: „Hinter dem 3D-Konfigurator steckt eine intelligente Software, die Produktionsprozesse verschlankt und Abläufe beschleunigt. Jeder Status, von der Bestellung bis zum fertigen Produkt, kann jederzeit vom Betrieb als auch vom Kunden live abgerufen werden“, sagte Hildegard Müller, Vorstand Netz & Infrastruktur der innogy SE in ihrer Laudatio. „Die schrankwerk.de Dickmänken GmbH hat sich beispielhaft von einem klassischen Tischlereibetrieb zu einem prozessgesteuerten Unternehmen gewandelt. Mit der Agentur ObjectCode hat sie ein Produkt entwickelt, das vielleicht schon bald einen Trend setzen könnte.“

Die Hagemeister GmbH & Co. KG aus Nottuln stellt seit fünf Generationen Klinker her – und hat sich nun im Bereich der erneuerbaren Energien auf den Weg in die Zukunft gemacht. Zusammen mit der FH Münster, Fachbereich Bauingenieurwesen, hat das Unternehmen einen Energieklinker entwickelt, durch den die Sonneneinstrahlung nicht nur auf dem Dach genutzt werden kann, sondern auch an der Fassade. „Die Innovation überzeugt nicht nur durch Stabilität und Funktionalität, sondern besonders durch Nachhaltigkeit. Mit ihr können Häuser noch energieeffizienter gebaut werden als bisher“, so Peter Börsch, Marketingleiter der Westfälischen Provinzial Versicherung AG, in seiner Laudatio. „Die Hagemeister GmbH und die FH Münster haben gezeigt, wie erfolgreich und fruchtbar eine Kooperation sein kann. Entstanden ist ein Produkt, das das Münsterland noch grüner, lebenswerter und nachhaltiger macht und heute zurecht den Innovationspreis Münsterland in der Kategorie ‚Kooperation zwischen Wirtschaft und Wissenschaft‘ erhält.“

Der Preisträger in der Kategorie „Start-Up Unternehmen“ schafft die klassische schriftliche Dokumentation in der vollstationären Pflege ab. Der TRIALOG Medical GmbH aus Münster ist eine intelligente Kombination mit einem digitalen Schreibbrett sowie einer neuen und speziell entwickelten Software gelungen. „JUMA“ geht einen Schritt weiter als vorhandene Produkte: Es hat nicht nur einen Touchscreen und eingebaute Messvorrichtungen, sondern interagiert mit der Person, die es bedient. „Was die Jury bei dieser Innovation überzeugt hat, ist deren Potenzial für die Optimierung von Prozessen. Die Dauer von Qualitätskontrollen und ganzen Arbeitsabläufen kann mit ‚Juma‘ erheblich verkürzt werden. Das nützt auch den Patienten, denn die Pflegekräfte gewinnen auf diese Weise Zeit für eine intensivere Betreuung. In dieser Zeitersparnis sieht die Jury vor dem Hintergrund von Pflegenotstand und demographischem Wandel gute Marktchancen für das Produkt“, erläuterte Peter Scholz, Vorstandsmitglied der Sparkasse Münsterland Ost und Laudator für die Sparkassen im Münsterland.

Durch die Preisverleihung führte der Moderator und gebürtige Münsteraner Tobias Häusler (u. a. WDR aktuell, WDR 2). Er präsentierte neben einem kurzen Talk zum 25-jährigen Jubiläum des Innovationspreises auch den Artisten Carlos Zaspel. Mit seiner „Spinning-Pole“ performte dieser bereits auf vielen internationalen Bühnen und erreichte die Finalrunde bei der TV-Show „Das Supertalent“.

www.innovationspreis-muensterland.de


 

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