Freuynde + Gaesdte: „Kaschemme, punkt Acht“

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Münster – Ein charmanter Halunke, der die Polizei unzählige Male ausgetrickst hat. Ein Kommissar, der sich für Insiderwissen aus der Unterwelt interessiert. Beide verabreden sich zu punkt acht Uhr in einer schummrigen Kaschemme und loten den „Beginn einer wunderbaren Freundschaft“ aus…

Im Jahr 1809 macht der berühmte Ganove und Ausbrecherkönig Eugène François Vidocq dem Pariser Polizeichef Jean Henry ein unmoralisches Angebot. – Foto: Freuynde + Gaesdte

Es klingt ein bisschen wie das Drehbuch für einen stimmungsvollen Film noir. Doch was das Theater Freuynde + Gaesdte ab nächstem Donnerstag im neuen Stück „Kaschemme, punkt Acht“ auf die Bühne bringt, hat sich – so oder ähnlich – tatsächlich zugetragen. Im Jahr 1809 macht der berühmte Ganove und Ausbrecherkönig Eugène François Vidocq dem Pariser Polizeichef Jean Henry ein unmoralisches Angebot. Im Austausch gegen eine Amnestie bietet er dem Gendarmen seine Dienste als Spitzel an: „Ich bin ihr Nachschlagewerk – die Unterwelt von Paris in zwölf Bänden“. Was danach geschieht, ist Legende. Vidocq legt eine steile Karriere im Polizeidienst hin und wird zum Begründer der wissenschaftlichen Kriminalistik. Fingerabdrücke, Ballistik, Täterprofile – fast alle Methoden moderner Polizeiarbeit gehen auf den brillanten Franzosen zurück.

Theaterleiter Zeha Schröder hat die historische Begegnung der beiden ungleichen Männer anhand von Vidocqs eigenen Aufzeichnungen rekonstruiert. Mit Johan Schüling präsentiert er einen Hauptdarsteller, der den verschlagenen Charme des kleinen Gangsters so überzeugend verkörpert wie dessen fast dreistes Selbstbewusstsein. Und mit einem verschollenen Bierkeller mitten in Münsters Altstadt stellt er den Zuschauern einen Spielort vor, der im Hinterhof eines Privathauses in einen jahrzehntelangen Dornröschenschlaf versunken war…

Die acht Vorstellungen der Premierenstaffel waren nach der Ankündigung des neuen Stückes innerhalb von nur 90 Minuten ausverkauft. Deshalb hat das Theater kurzfristig Zusatztermine anberaumt. Am 7., 8. und 10. Dezember finden drei weitere Aufführungen statt.

Die nur 24 Karten pro Abend sind ab dem 18.11. ausschließlich über die Homepage des Theaters erhältlich.

www.f-und-g.de


 

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