Warendorf: „Bönhasen, Störer und arme Prediger“

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Warendorf – Am 26. Oktober um 18 Uhr wird die Ausstellung „Bönhasen, Störer und arme Prediger“ am Donnerstag, den 26. Oktober 2017 um 18 Uhr im Westpreußischen Landesmuseum in Warendorf eröffnet. Die Ausstellung beschäftigt sich mit der städtischen Reformation in Westpreußen.

Blick auf Danzig. Kolorierter Kupferstich, Frans Hogenberg, 1575

Vom 26. Oktober 2017 bis zum 8. April 2018 wird das Westpreußische Landesmuseum an den Beginn der Reformation vor 500 Jahren erinnern. In einer Tafelausstellung wird die Entwicklung des reformatorischen Wandels im „Preußen königlich polnischen Anteils“, dem späteren Westpreußen, dargestellt. Der Schwerpunkt wird hierbei auf der Entwicklung in den drei großen Städten Danzig, Elbing und Thorn liegen. Daneben werden aber auch die Kleinstädte berücksichtigt – in diesem Teil werden erstmals neueste Forschungsergebnisse der Öffentlichkeit vorgestellt.

Ein gewaltiger Tumult in Danzig. Kupferstich, Jan Luiken, 1782

Mit dem Thesenanschlag Martin Luthers 1517 begann die kirchliche Erneuerungsbewegung, die zur Spaltung des westlichen Christentums in verschiedene Konfessionen führte.

Zeitgenössische Darstellung der Exekutionen des “Thorner Blutgerichts” 1724. Kupferstich, 18. Jh.

Im Königlichen Preußen, dem späteren Westpreußen, kam es am Beginn des 16. Jahrhunderts zu massiven Konflikten. Insbesondere in den größeren Städten entzündeten diese sich an politischen und wirtschaftlichen Missständen – parallel hierzu entstand eine Opposition gegen die kritikwürdigen kirchlichen Zustände. Der ausgeprägte – und nicht immer friedliche – Protest der unteren Bevölkerungsschichten richtete sich nicht nur gegen ihren Ausschluss von politischer und wirtschaftlicher Teilhabe und die Vetternwirtschaftder herrschenden Patrizierfamilien. Auch eine starke Unzufriedenheit mit den kirchlichen Würdenträgern, die ihre Gemeinden vernachlässigten und stattdessen von schlecht bezahlten Predigern betreuen ließen, brach sich hier Bahn.

Nach zahlreichen, teilweise gewalttätigen, Auseinandersetzungen – in die auch der König von Polen massiv eingebunden war – kam es so zu umfassenden sozialen und politischen Reformen und einer weitgehenden Abkehr von der römischkatholischen Kirche.

Die vom Westpreußischen Landesmuseum konzipierte Ausstellung beleuchtet diesen reformatorischen und sozial-politischen Wandel in Westpreußen.

Öffnungszeiten:
Dienstag – Sonntag
10 – 18 Uhr

Eintritt:
Eintrittspreis 4,00 Euro
ermäßigt 2,50 Euro
Familienkarte 7,00 Euro

Westpreußisches Landesmuseum
Telefon 02581 – 927770
www.westpreussisches-landesmuseum.de


 

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