Filmfestival Münster blickt in die Region

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Münster – Ein Fluss, der in den Baumbergen entspringt, Jugendliche, die Lieblingsorte der Westfalenmetropole poetisch auf die Leinwand bringen, Historiendramen, die auf Landgütern zwischen Ascheberg und Herben gedreht wurden oder eine äußerst beeindruckende Dokumentation über ehemalige Schüler der Grundschule Berg Fidel. Sie alle sind in der Westfalen Connection versammelt – einer Sektion des 17. Filmfestival Münster, die das Festival mit der Region verbindet.

„Sieben Stecknadeln“ von Mark Lorei – aus dem Kurzfilmprogramm 1 / Westfalen Connection

In drei Kurzfilmprogrammen werden ambitionierte Filme zwischen klassischem Erzählkino und experimentelleren Formen gezeigt. Allesamt sind sie in Münster oder in der Region gedreht oder produziert worden – oder haben in einer erstaunlichen Bandbreite das Münsterland zum Thema.

Marc Lorei aus Ascheberg hat auf dem Schlossgut Itlingen mit „Sieben Stecknadeln“ ein mysteriös-spannendes Historiendrama in Szene gesetzt, der Münsteraner Filmemacher Julian Isfort ist diesmal mit seinem schrägen Musikvideo „Wo du bist“ dabei und Rainer Bärensprungs „Werner“ ist ein skurriles Biopic zum Liebhaben – über ein 73-jähriges Bielefelder Original. Eine Besonderheit in diesem Jahr: 10- bis 14-Jährige aus Münster haben in vier Sommer-Workshops ihre Lieblingsorte in der Stadt filmisch festgehalten und präsentieren ihre gelungenen Ergebnisse als Kurzfilmprogramm auf der großen Kinoleinwand.

„Die Berkel“ von Anna Schlottbohm & Willem Kootstra – Special / Westfalen Connection

Die meisten Filmemacher werden dabei sein, wenn Ihre Werke über die Schloßtheater-Leinwand flimmern – sie kommen ja aus der Nachbarschaft. Die Westfalen Initiative, die sich „die Schärfung der regionalen Identität“ auf die Fahne geschrieben hat, hat den Publikumspreis in Höhe von 500 Euro gestiftet.

Außer Konkurrenz stehen drei Specials im Rahmen der Westfalen Connection: Der Film „Schule, Schule – Die Zeit nach Berg Fidel“ hatte kürzlich seine Premiere in Münster. Hella Wenders begleitet ehemalige Schüler der inklusiven Grundschule Berg Fidel auf ihrem weiteren Schulalltag. Die Filmemacherin steht nach der Vorstellung für Fragen zur Verfügung. (Sa 7.10., 17:00)

Die Regisseure von „Die Berkel“, Anna Schlottbohm und Willem Kootstra, werden ihren Film ebenfalls zum Filmfestival Münster begleiten. Sie folgen dem Lauf des kleinen Flusses von seiner Quelle in den Baumbergen bis zu seiner Mündung in die Ijssel. Sie treffen die Menschen, die an ihm leben und zeichnen so ein liebevolles Bild der Region. (So 8.10., 15:00)

Das Kurzfilmprogramm „In 4392“ Sekunden sind wir da“ mit sieben Filmen der fylmklasse von Prof. Andreas Köpnick an der Kunstakademie Münster ergänzt die Sektion mit einer experimentell-wagemutigen Farbe (Do 4.10., 17:30)

Aktuell noch ins Festivalprogramm aufgenommen wurde ein Film des Münsteraner Regisseurs Dieter Fietzke.

Am Freitag, 6.10., entfällt die niederländische Komödie „ Ron Goossens“ und hat einen hervorragenden Ersatz gefunden, der die Westfalen Connection aufs amüsanteste ergänzt. Ein Wiedersehen mit Fietzkes „Rendezvous unterm Nierentisch“ präsentiert die Höhepunkte aus Werbefilmen und Wochenschauen der 50er Jahre in einer aberwitzigen, turbulenten Collage: Eine schrille Revue durch die Pubertät der Republik und die ersten Jahre des alten neuen Festivalkinos Schloßtheater. (Fr 6.10., 22:30)

Karten gibt es ab sofort im Schloßtheater oder online auf www.cineplex.de.

www.filmfestival-muenster.de


 

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