Altena: Jubilar mit Höhen und Tiefen

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Westfalen – Altena kennt Höhen und Tiefen. So wie den Kohlberg (511 Meter über NN) oder den Hünengraben (141 Meter über NN). Ein Höhepunkt in der Geschichte der Burgstadt war die Verleihung der Stadtrechte. Die 650. Wiederkehr wird am 9. und 10. September gefeiert.

Das Selve-Denkmal hoch über der Lenne: Die Altenaer errichteten es zu Ehren von Gustav Selve. Der Industrie-Pionier (1842-1909) wirkte in Altena und zählte vor dem Ersten Weltkrieg zu den bedeutendsten Großunternehmern Deutschlands – Foto: Wolfgang Teipel

Am 20. Dezember 1367 wandte sich Graf Engelbert von der Mark mit einem Freiheitsbrief an seine Altenaer und teilte ihnen mit: „Wir, Engelbert Graf von der Mark, haben mit guter Überlegung und mit vollkommener Einwilligung aller unserer rechten Erben unseren lieben Bürgern zu Altena wegen besonderer Dienste, die sie unseren Vorfahren und uns geleistet haben, solche Freiheit und solche Rechte gegeben, wie hiernach namentlich beschrieben steht. Die Freiheit soll so weit reichen, wie die Häuser in Altena gebaut stehen auf allen Seiten um unsere Burg zu Altena und innen drin, frei für immer.“

Seit der gräflichen Depesche hat die Stadt unter der Burg Höhen und Tiefen erlebt. Altenaer erinnern sich noch an die Glanzzeiten in die 1970er Jahren. Damals wuchs die Stadt in Folge der kommunalen Neuordnung auf stolze 32.000 Einwohner. Dann der Niedergang: Das Ausbluten der Metallindustrie, der Arbeitsplatzschwund durch die Automatisierung in der Drahtbranche, der Schlüsselindustrie an der Lenne, und der damit einhergehende Bevölkerungsrückgang ließen die Stadt bis heute auf rund 17.500 Einwohner schrumpfen.

Altena hat sich gegen diese Entwicklung gestemmt. Nach dem Strukturwandel, der Spuren im Stadtbild hinterlassen hat, geht’s aufwärts und das wortwörtlich. Seit April 2014 ist der Erlebnisaufzug mit dem 90 Meter langen Multimedia-Stollen eine Touristenattraktion. Er transportiert seine Fahrgäste in 30 Sekunden aus der Stadt über 80 Meter in den Hof der Burg Altena. Im ersten Betriebsjahr ließen sich rund 75.000 Nutzer die Chancen zum schnellen Aufstieg nicht entgehen.

All diese Besucher möchte die Stadt wiedersehen. Deshalb wird mit Hochdruck an neuen Projekten gearbeitet. Eins davon ist die Verbindung von Bahnhof und Innenstadt über eine neue
Lennebrücke. Sie wird Teil der künftigen „Lenneroute“ – einem städteübergreifenden Projekt der Regionale 2013. So bleibt Altena im Umbruch, erhält Kritik, aber auch Zuspruch. Wie von der Autorin eines Blogs namens „Pantoffelphilosophie“. Sie schreibt über Altena: „Seine Geschichte und die deutlich spürbare Zuwendung der Bewohner lässt auch uns einen guten Draht zu Altena
entwickeln – einer willensstarken Stadt mit Eisenherz“. Das ist Balsam für die Seele der Menschen im Lennetal mit seinen Höhen und Tiefen.

Foto: Verlag P. A. Santz

Feier am 9. und 10. September

Altena feiert am 9. und 10. September Geburtstag – und die ganze Stadt feiert auf der gesperrten Lennepromenade und in der City mit.
Los geht’s am Samstag um 13 Uhr mit einem Sternmarsch und anschließendem Konzert von Altenaer Blasorchester, Spielmannszug Rahmede und Tambourcorps Dahle. Daneben präsentieren sich Vereine, Kirchengemeinden und andere Gruppierungen.
Highlight in der Fußgängerzone ist die Ausstellung der Schützen: Sie und die Karikaturistin Tanja Graumann laden zu einer außergewöhnlichen Reise durch die Stadtgeschichte ein. Am Abend verlegen die Schützen ihr Bungernfest auf die Promenade: Auf der Bühne wird „Radspitz“ den Gästen einheizen. Dazu wird die Lenne illuminiert.
Der Sonntag beginnt um 10 Uhr mit einem Gottesdienst auf der Promenade. Die Vereinsmeile öffnet um 13 Uhr. Dann beginnen auch die Vorbereitungen für das Pappbootrennen des Canu-Vereins. Auf der großen Bühne spielt am Nachmittag Jini Meyer, ehemals „Luxuslärm“. Sie tritt mit den „Billyboyz“ auf.


 

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