Alfons Eggert: „Kombinatorische Fotografie“

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Münster – Vom 29. August bis zum 5. November 2017 präsentiert das Stadtmuseum Münster unter dem Titel „Kombinatorische Fotografie“ eine Ausstellung der Friedrich-Hundt-Gesellschaft e.V. mit Arbeiten des Fotografen Alfons Eggert.

Alfons Eggert: Kombinatorische Fotografie Nr. 261 – Fotos: Alfons Eggert

Alfons Eggert wurde am 20. Oktober 1928 auf dem elterlichen Hof in Münster – Mecklenbeck geboren. Geprägt durch die frühe väterliche Leidenschaft für das aufstrebende Massenmedium Fotografie, beginnt auch bald der Sohn selbst zu fotografieren und sich mit der Fotografie auseinander zu setzen.

Nach dem Ende des zweiten Weltkriegs fotografiert Eggert bereits mit unterschiedlichen Kameras im Kleinbild- und Mittelformat. 1960 übernimmt Eggert den elterlichen Hof mit Getreideanbau und Rindermast. Trotz der Führung des Hofes mit über eintausendjähriger Tradition ist Eggert überzeugt, dass „der Beruf nicht die einzige Leidenschaft sein kann“. Während der 1960er Jahre beginnt für Eggert die Phase der fotografischen und optischen Experimente. Mit Lichtpendelfotografien, Multiperspektiv- und Ultrakurzzeit- Fotografien lotet er die Grenzen von Foto-Material und Technik aus.

Alfons Eggert: Kombinatorische Fotografie Nr. 275 – Foto: Alfons Eggert

1972 erfindet Eggert die „Kombinatorische Fotografie“, ein Apparate-generiertes Verfahren gegenstandsloser Fotografie, das auf mathematischen Rechenmustern in Verbindung mit Farbfiltern basiert. Es folgend Anmeldungen bei den Patentämtern in Deutschland und Österreich. Das Verfahren wird auch auf der Photokina in Köln präsentiert. In Folge entwickelt Eggert ein weiteres fotografisches Verfahren, die „Rastografie“.

Während der 1980er Jahre wendet Eggert sich wieder der angewandten Fotografie zu. Die Kombinatorische Fotografie gerät langsam in Vergessenheit. Abgesehen von einigen wenigen regionalen Ausstellungen schwindet die Aufmerksamkeit für Eggerts Kombinatorische Arbeiten und das Werk wird Teil des „blinden Flecks der Fotogeschichte“.

Alfons Eggert: Kombinatorische Fotografie Nr. 175 – Foto: Alfons Eggert

Seit einigen Jahren erfolgt eine fotohistorische Rückbesinnung und Wiederentdeckung des Genres der „Generativen Fotografie“, zu dem auch die „Kombinatorische Fotografie“ zählt. Vor dem Hintergrund dieses neuen Interesses ergaben sich 2016 und 2017 Ausstellungserfolge für das Kombinatorische Werk Alfons Eggerts in Berlin, Paris und Zürich.

Die Friedrich-Hundt-Gesellschaft freut sich, diese Rückbesinnung auf einen Teil der jüngeren Fotogeschichte, die in Münster geschrieben wurde, im Rahmen dieser Ausstellung präsentieren zu können.

Öffentliche Führungen finden am 23. September, 16.00 Uhr, und am 14. Oktober, 15.00 Uhr, statt. Kosten pro Person 3 Euro / ermäßigt 2 Euro. Eine Anmeldung ist nicht erforderlich.

Stadtmuseum Münster / Salzstraße 28 / 48143 Münster
Telefon 0251- 492-4501

www.friedrich-hundtgesellschaft.de


 

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