Online-Banking: Überweisungen bald in Echtzeit möglich

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Online-Banking entwickelt sich auch in Deutschland zu einer immer beliebteren Möglichkeit, Überweisungen zu tätigen – allerdings nur allmählich. Noch hinken die Deutschen im internationalen Vergleich hinterher und greifen überwiegend zu klassischen Überweisungsmethoden. Doch die Digitalisierung hält nicht inne und könnte der Online-Überweisung ab 2018 weiteren Schub verleihen: Dann nämlich soll eine Überweisung dank des sogenannten „Instant Payments“ (Sofortbezahlung) nur wenige Sekunden dauern. Kann die Echtzeit-Überweisung dem Online-Banking in Deutschland Auftrieb bescheren?

Instant Payment: Überweisung in wenigen Sekunden

Online-Banking ist bereits jetzt eine sehr bequeme Art zu bezahlen. Bald könnten die Bankgeschäfte über das Internet noch einfacher und schneller vonstattengehen: Medienberichten zufolge plant der Bundesverband deutscher Banken (BdB) ab 2018 die Einführung des „Instant Payments“ – der sekundenschnellen Überweisung via Online-Banking oder Smartphone-App. Damit könnten Gehälter oder private Überweisungen deutlich schneller auf dem Konto des Empfängers landen, als es bisher möglich gewesen ist.

Für dieses Konzept soll es bereits ab November einen europaweiten rechtlichen Rahmen geben, sodass einer Einführung ab dem ersten Quartal 2018 nichts mehr im Wege steht. Bisher lautet die Frist bei beleglosen Überweisungen (neben Online-Banking auch bei Überweisungen am Automaten), dass das Geld spätestens am nächsten Bankgeschäftstag auf dem Konto des Empfängers sein muss. Laut diesem Artikel der Nassauischen Sparkasse gelten für Überweisungen per Überweisungsträger hingegen zweitätige Bearbeitungszeiten.

Mit Instant Payment könnte sich die erstgenannte Frist nochmal deutlich verkürzen. Allerdings muss die Absteckung des rechtlichen Rahmens noch längst nicht bedeuten, dass sich alle Kreditinstitute tatsächlich zeitnah an dem neuen Programm beteiligen. Wie bald die Technologie also für die Kunden verfügbar ist, lässt sich daher nicht genau prognostizieren.

Wird Instant Payment die Verbreitung von Online-Banking beschleunigen?

Ob und in welchem Maße Instant Payment Auswirkung auf die Digitalisierung der Bankgeschäfte haben wird, bleibt abzuwarten: Laut der Frankfurter Allgemeinen Zeitung nutzen erst 53 Prozent der Bevölkerung zwischen 16 und 74 Jahren Online-Banking, das eine Grundvoraussetzung für die Highspeed-Überweisung sein wird. In ländlichen Gebieten, wo sich Online-Banking aufgrund längerer Wege zu den Filialen besonders lohnen würde, sind es sogar nur 49 Prozent. In Nachbarländern wie den Niederlanden liegt der Anteil der Nutzer von Online-Banking hingegen schon bei 85 Prozent.

Allerdings nehmen jüngere Kunden auch in Deutschland Online-Banking deutlich eher an: Von den 25- bis 34-Jährigen erledigen bereits 74 Prozent ihre Bankgeschäfte über das Internet. Dennoch: In Anbetracht der Zahlen könnte in Deutschland derzeit nur rund jeder Zweite von der Innovation des Instant Payments profitieren. Zu hoch scheinen noch die Bedenken vieler Bankkunden gegenüber der digitalen Überweisung. Bis Instant Payment also flächendeckend genutzt wird, könnte es durchaus noch einige Zeit dauern. Bis dahin bleibt es bei der Überweisungsdauer von ein bis zwei Tagen, bis unser Gehalt spätestens auf dem Konto ist.


 

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