Der Reformation in Westfalen auf der Spur

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Westfalen – Auch wenn Luther seine Thesen vor 500 Jahren an eine Kirchentür in Wittenberg geschlagen hat – die dadurch losgetretene Reformation hat auch in den westfälischen Hansestädten für unruhige Zeiten gesorgt, wenn auch vereinzelt mit zeitlicher Verzögerung. Aber spätesten in den 20er und 30er Jahren des 16. Jahrhunderts setzten sich auch im katholisch geprägten Westfalen die Bürger zusehends gegen die Macht der katholischen Kirche zur Wehr – und zwar durchaus mit Hand und Fuß: Sie richten in Klöster und Kirchen Verwüstung an, auch heute noch abzulesen an historischen Zeugnissen sowohl materieller Natur als auch an vielen lokalen Geschichten, die überliefert sind und die Ereignisse von damals spiegeln.

Verzierungen am Hexenbürgermeisterhaus in Lemgo – Foto: Westfälische Hanse

Beispiel Lemgo: Hier erinnert der sogenannte Apothekenerker am Rathaus daran, wie als Folge der Reformation ab 1533 nicht mehr die Klöster für die Gesundheit der Menschen verantwortlich waren, sondern die Städte. Ebenfalls folgenreich für die Hansestadt: die Verabschiedung des Röhrentruper Rezesses von 1617. Nach der eigenständigen Stadtreformation kam es um 1600 zu einem massiven Konflikt zwischen der Stadt und dem Landesherrn, der sich durch den Übergang der Grafschaft Lippe zum reformierten Bekenntnis entzündet hatte. Im genannten Rezess wurde der Konflikt beigelegt und der Stadt weitreichende Selbstverwaltungsrechte garantiert, darunter der Verbleib beim lutherischen Bekenntnis und ein eigenständiges Kirchenregiment. Aber nicht alle Ergebnisse des Vertrags in Lemgo waren positiv: Der Rezess ermöglichte die Hexenverfolgungen in der Stadt, behinderte die Stadtentwicklung zugunsten der Residenz Detmold. Das führte zu Konflikten zwischen Lutheranern und Reformierten in Lemgo. Noch heute erinnert das Hexenbürgermeisterhaus an diese Zeit.

Selbstredend finden anlässlich des großes Reformationsjubiläums in vielen westfälischen Städten und Gemeinden Gedenkveranstaltungen statt. Welche das sind, lesen Sie auf der neuen Website der Westfälischen Hanse.


 

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