Galerie Nolte: Gefesselte Körper entfesseln Fantasien

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Westfalen – Prall und drall und von einer frappierenden Sinnlichkeit. Die Galerie Simon Nolte in Münster zeigt ab dem 16. Juni spektakuläre Arbeiten des Bildhauers Stephan Marienfeld aus Hattingen. Die Ausstellung setzt dabei mit einem leisen Augenzwinkern einen Kontrapunkt zu den Skulptur Projekten 2017.

Stephan Marienfelds Objekt „Dislike“, Kunststoff und Seil, 2016 – Fotos: Stephan Marienfeld

 

Galerist Simon Nolte schmunzelt: „Es ist unser persönlicher Kommentar zu der Großausstellung“. Er erwartet, dass viele Besucher, die eigens nach Münster reisen, von den Installationen und Performances irritiert sein werden. „Schon beim vergangenen Mal vor zehn Jahren sind einige bei ihren Touren durch die Stadt zu uns in die Galerie gekommen und haben gefragt, wo denn die eigentlichen Skulpturen zu finden seien.“

Die Objekte von Stephan Marienfeld setzen unverhohlen auf sinnliche Fantasien, ohne sie direkt auszusprechen oder gar einen menschlichen Körper zu zeigen. Sie springen einem mit ihren farbigen Oberflächen förmlich ins Auge. Innerhalb dieser Objekte steckt eine Art Kissen aus glänzendem Polyester. Sie scheinen wie aufgeblasen und dann kunstvoll verschnürt, so dass sie beinahe mit einem lauten Knall zu Platzen drohen. Zugleich symbolisieren sie auch die Verstrickung und die Fesselung der Menschen durch die digitalen Medien.

Stephan Marienfelds „Bondage“ (Kunststoff und Seil, 2016), zu sehen ab dem 16. Juni in der Galerie Nolte in Münster

Diese Skulpturen ziehen die Betrachter über ihre eindrucksvollen, ausdrucksstarken Formen an. Nolte ist sich sicher, mit diesen und ähnlichen Figurationen den Geschmack vieler Kunstfreunde zu treffen, zumal Marienfeld schon mit einigen Preisen und Auszeichnungen dekoriert worden ist. Stephan Marienfeld ist ausgebildeter Steinbildhauer. Er war Schüler und lange Zeit Assistent von Tony Cragg, als dieser noch Rektor der Düsseldorfer Kunstakademie war.

Simon Nolte ist vor sieben Jahren in die Fußstapfen seines Vaters getreten, nachdem er ihn über viele Jahre zu den bedeutendsten Kunstmessen, Events und zu zahllosen Künstlern begleitet hat. „Ich war schon als Jugendlicher von der Kunst infiziert“, bestätigt Simon Nolte. Inzwischen hat er für den seit mehr als 40 Jahren eingeführten Kunsthandel eine ganz eigene, persönliche Linie entwickelt. Simon Nolte setzt auf moderne und angesagte Künstler. „Spannend wird es für mich immer, wenn die Künstler sich mit unserem digitalen Zeitalter auseinandersetzen“, sagt Nolte und verweist auf die Ausstellung „Zeitgeist“ der Künstlergruppe Innerfields aus Berlin, die die Abhängigkeit der Menschen von Handy und sozialen Medien aufzeigt.

Simon Nolte vertritt in seiner Galerie Künstlerinnen und Künstler wie Maxim Wakultschik, Magdalena Sadziak, Ho-Ryon Lee, Dirk Dzimirsky, Alpay Efe, Jun Ho Cho, Stephan Marienfeld, Dieter Nussbaum, Lars Reiffers, Wolfgang Stiller, Zsuzis Csizèr, Iioba Brückner, Karin van de Walle, Yongtak Choi, Rolf Stahr, Sybille Hentschel, Simon Maarouf und die Künstlergruppe Innerfields. Ein zweites Standbein, die Galería Simon Nolte in PortoColom auf Mallorca, erweist sich als echter Glücksfall. Die Geschäfte auf der Sonneninsel laufen dank vieler Besucher ausgesprochen gut. Manchen Künstler, dessen Arbeiten Nolte exklusiv in Spanien präsentieren darf, kann er später von einem Gastauftritt in Münster überzeugen. Das erweitert regelmäßig das Portfolio um einige herausragende Werke.

Galerie Simon Nolte, Spiekerhof 31, 48143 Münster, Tel. 0251/44809, www.nolteart.com

Galería Simon Nolte, Ronda del Creuer, Baleares 1, 07670 PortoColom, Mallorca


 

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