Berthold Socha: Chronist der Skulpturen Projekte

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Münster – Parallel zu den Skulpturen Projekten Münster 2017 zeigt das Stadtmuseum Münster eine faszinierende und zugleich inspirierende Fotoausstellung mit Aufnahmen des Münsteraner Fotografen Berthold Socha. Der Fotograf hat alle vorherigen Skulpturen-Ausstellungen in Münster mit seiner Kamera begleitet. Schon bei der ersten Auflage der Skulpturenschau 1977 war er mit seiner Leica dabei, später auch 1987, 1997 und 2007. So ist er gewissermaßen wie nebenbei ihr bedeutendster Chronist geworden.

Nam Yun Paik: 32 cars for the 20th century – play Mozart’s Requiem quietly – Skulpturen Projekte 1997 – Foto: Berthold Socha

Im Stadtmuseum sind rund achtzig klassische Schwarz-Weiß-Aufnahmen zu sehen. Eine kleine Auswahl, denn im Archiv von Berthold Socha liegen noch  viel mehr fotografische Dokumente der Ausstellungsreihe.

Claes Oldenburg: Giant Pool Balls, Skulpturen Projekte 1977 – Foto: Berthold Socha

Der umtriebige Mann ist als das unbestechliche Auge der Region stets präsent. Kaum eine Veranstaltung, bei der er nicht mit seiner Kamera auftaucht und ganz unauffällig seine Aufnahmen macht als benutze er sein Objektiv als Stenoblock.

Dennis Adams: Bus Shelter, Skulpturen Projekte 1987 – Foto: Berthold Socha

Sein Blick ist hoch konzentriert und kreativ. Er findet stets den richtigen Moment und wählt den passenden Ausschnitt, die seine Aufnahmen so einzigartig werden lassen. Dabei stehen bei den Fotos von den Skulpturen Projekten nicht eigentlich die Kunstwerke selbst im Mittelpunkt, sondern die Kommunikation, die sie anstoßen. Vor allem der Begegnung des Publikums mit den Kunstwerken galt sein Interesse. Da werden Ratlosigkeit und Irritation sichtbar, ebenso wie eine unübertreffliche Selbstverständlichkeit und Neugier, mit denen die Betrachter den Skulpturen begegnen. Von Mal zu Mal wird die Auseinandersetzung der Besucher unbefangener.

Jorge Prado: Pier, Skulpturen Projekte 1997 – Foto: Berthold Socha

Socha schießt nicht wie mittlerweile durch die Digitalkameras und Smartphones üblich tausende Fotos hintereinander, sondern beschränkt sich auf den einen besonderen Moment. Dafür hält sich der Fotograf im Hintergrund und tritt erst lautlos und unauffällig in Aktion, wenn sich ihm der passende Augenblick bietet. Dann reicht ihm auch ein einfacher Druck auf den Auslöser und ehe man ihn überhaupt bemerkt hat, ist der Fotograf auch bereits wieder weiter. Die Aufnahmen entstehen noch ganz klassisch auf Negativfilm. Er selbst entwickelt Film und Abzüge in seinem Fotolabor. Digitale Nachbearbeitung: Fehlanzeige.

Außerdem braucht er für seine Schappschüsse kein zusätzliches Licht, keine Scheinwerfer, keinen Blitz und auch keine Aufhellschirme. Socha arbeitet so wie das die berühmten Fotoreporter der Fotoagentur Magnum einst gemacht haben: Spontan und unauffällig, direkt und ohne irgendwelche Inszenierung. Meist bemerken die Abgelichteten nicht einmal, dass sie für einen kurzen Moment im Sucher waren bevor sie auf Zelluloid festgehalten werden. Flächen und Linien, Licht und Schatten sowie Menschen und Situationen verbinden sich in diesen Aufnahmen mit den Kunstwerken zu eindrucksvollen Kompositionen – und das alles ohne die digitale Trickkiste des Computers zu bemühen.

Öffnungszeiten: dienstags – freitags von 10 Uhr bis 18 Uhr, sammstags, sonntags und an Feiertagen von 11 Uhr bis 18 Uhr

Der Eintritt ist frei!

Die Ausstellung wird am Sonntag, den 21. Mai um 16 Uhr im Stadtmuseum Münster eröffnet.

Stadtmuseum Münster / Salzstraße 28 / 48143 Münster

Telefon 0251 – 4924503

www.stadt-muenster.de/museum


 

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