Kiepenkerl-Blog: Die Pisa-Katstrophe/Der Jagdunfall

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BILDUNG: Pisa ist eine sehr alte italienische Stadt mit einer der ältesten Universitäten Europas. Die Stadt beherbergt aber auch etwas Schiefes, einen Turm, den Campanile. Dass der zum Symbol europäischer Bildungspolitik avancierte, entbehrt jeder Grundlage. Nein, diese Stadt hat absolut nichts mit den viel diskutierten Pisa-Studien zu tun. PISA ist ein Akronym und steht für Programme for International Student Assessment.

By Bündnis 90/Die Grünen Nordrhein-Westfalen (Flickr: Sylvia Löhrmann: Listenplatz 1) [CC BY-SA 2.0], via Wikimedia Commons

Ganz so abwegig ist der Vergleich mit dem schiefen Turm von Pisa aber nicht, denn die Ergebnisse der Schulpolitik von Grünen und SPD in Nordrhein-Westfalen sind genau so schief, wie der stadtbekannte Turm.

Die Schulkatastrophe hat hierzulande ein Gesicht: Sylvia Löhrmann.

Eltern und Lehrer sind frustriert über die Umsetzung der Inklusion. Überall fehlen Sonderpädagogen – ebenso wie zur Unterstützung der Schulen beim Unterricht für die zahlreichen schulpflichtigen Flüchtlingskinder. Miserable Stellenplanung lässt sich nicht dadurch ungeschehen machen, dass Lehrer von Münster ins Ruhrgebiet abkommandiert werden.

Auch im ewigen Streit um Unterrichtsausfall machte Löhrmann keine gute Figur, denn sie verweigerte sich lange einer aussagekräftigeren Erhebungsmethode. Das war aber eher ein Förmchenkrieg im politischen Sandkasten als eine Auseinandersetzung, die an die ministerielle Substanz ging. Insgesamt ist Löhrmann eindeutig kein Aktivposten im rot-grünen Kabinett.

Während Bayern und Niedersachsen sich für die Wiedereiführung von G 9 entschieden haben, zauberte Löhrmann einen ganz anderen Plan aus dem Hut: „Der Ansatz, dass Schüler unterschiedlich schnell lernen, müsse nicht nur am Gymnasium, sondern in allen Schulformen und für alle Schulabschlüsse gelten.“ Beobachter vermuten, dass die Grünen damit den Weg für die Einheitsschule freimachen wollen.

Die Landeselternschaft der Gymnasien fordert: „Löhrmann solle sich lieber mit der Kritik an G 8 beschäftigen und nicht die Schulstruktur in Gänze infrage stellen.“

Die Pisa-Katstrophe lässt sich nicht mit einem einfachen Rezept bekämpfen. Zunächst sollte die Autorität der Lehrer wieder hergestellt werden. Voraussetzung ist natürlich, dass diese sich als Autoritäten erweisen. Der Erfolg setzt allerdings auch voraus, dass Eltern ihren Teil zum Gelingen beitragen.

Wie es um die Allgemeinbildung bestellt ist, wird an der Lehrstellen-Diskussion deutlich. Inzwischen gibt es nicht mehr zu wenig Lehrstellen, sondern zu wenig qualifizierte Schulabgänger, die die Grundanforderungen für den Beruf in Mathematik und Deutsch erfüllen.

Bei Petrus beschwert sich ein Lehrer, dass er einen Busfahrer vor ihm durch die Himmelspforte geholt habe. Petrus antwortet, „Wenn Du unterrichtet hast, haben alle geschlafen. Wenn der Busfahrer gefahren ist, haben alle gebetet.“ Hoffentlich haben wache Lehrer bald wieder Vorrang an der Himmelspforte.

JAGD: Die Jagd ist ein Handwerk. Sie ist mehr als Nahrungsgewinnung und Freizeitbeschäftigung. Nach heutigem Verständnis ist Jagd Wildtiermanagement: Flora und Fauna im Gleichgewicht halten und gezielt in die Populationsdynamik eingreifen. Jagd ist aber auch Leidenschaft. Für Förster gehört die Jagd zum Beruf. Andere gehen aktiv zur Jagd oder haben eine Eigenjagd. Genauso erlebnisreich ist es, als Treiber an einer Gesellschaftsjagd teilzunehmen, zum gemeinsamen Wurfscheibenschießen zu fahren oder mit einem Jäger anzusitzen. Deshalb ist die Jagd ein wichtiges Bindeglied in der Gesellschaft.

By Bündnis 90/Die Grünen Nordrhein-Westfalen (Flickr: Listenplatz 4: Johannes Remmel) [CC BY-SA 2.0], via Wikimedia Commons

Inzwischen treibt das nordrhein-westfälische Landesjagdgesetz einen Keil in die Gesellschaft. Zahlreiche Bestimmungen im neuen Gesetz sind rechtlich überaus fragwürdig, viele Regelungen sind zudem jagdlich völlig unpraktikabel und stellen in Bezug auf Tier- und Artenschutz eine eklatante Verschlechterung dar.

Direkt nach Verabschiedung des Gesetzes vor einem Jahr hatte der Landesjagdverband angekündigt, politisch und juristisch gegen das Gesetz vorgehen zu wollen. So startete der Verband unter anderem eine Volksinitiative, die bewirken soll, dass sich der Landtag noch einmal mit dem Gesetz beschäftigen muss. Unter dem Titel „Volksinitiative für ein ideologiefreies, praxisgerechtes Jagdrecht in NRW“ fordern die Jäger unter anderem praxisgerechte Regelungen zur Fang- und Baujagd sowie zur Ausbildung von Jagdhunden, oder auch die Sicherstellung einer flächendeckenden Bejagungsmöglichkeit.

Inzwischen sind zwei Verfassungsbeschwerden beim Bundesverfassungsgericht in Karlsruhe eingereicht worden. Damit gehen die nordrhein-westfälischen Jäger auch juristisch gegen das Landesjagdgesetz vor. Nach ihrer Ansicht ist es eigentumsschädlich, ideologisch geprägt, richtet sich gegen bewährte jagdliche Praxis und missachtet den Einsatz der Jagd für Artenvielfalt und ungeteilten Tierschutz.

Durch die ideologisch gefärbte Brille von Umweltminister Johannes Remmel gesehen ist das Gesetz zum Umwelt- und Artenschutz alternativlos. Umstritten ist vor allem die Art und Weise, wie Remmel mit den Kritikern des Jagdgesetzes umgegangen ist. Das wurde selbst auf der Bundesdelegiertenkonferenz 2016 der Grünen in Münster eingeräumt.

Dieses Gesetz muss der im Mai 2017 neugewählte Landtag gründlich aufforsten. Dazu ist die FDP die beste Alternative für Deutschland und Nordrhein-Westfalen.


 

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