Münster: Grundstein für das Kulturquartier gelegt

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Münster – Münsters spannendstes Kulturprojekt ist jetzt offiziell gestartet. Am gestrigen 13. März wurde der Grundstein für den ersten Bauabschnitt des „Kulturquartier Münster“ gelegt. Münsters Oberbürgermeister Markus Lewe war bei der Feierstunde dabei und wünschte dem Projekt einen erfolgreichen Verlauf. Mit der Grundsteinlegung wird das Modul „Gisèle“ errichtet, damit möglichst bald Kulturschaffende bezahlbare Räume für Proben und Unterricht nutzen können.

Dr. Rainer Kossow (GF Kulturquartier), Oberbürgermeister Markus Lewe und Thomas Grollmus (GF Kulturquartier) bei der Grundsteinlegung für „Gisèle“, den ersten Gebäudekomplex des Kulturquartier Münster – Foto: Gabriele Voetz

Lust auf Kultur – so lautet das Motto des Kulturquartier Münster. Das Leuchtturmprojekt entsteht derzeit im Norden von Münster. Initiiert wurde es von einer Gruppe von Musiker, Designer und Unternehmensberater. Das Besondere: Es soll gänzlich ohne öffentliche Förderungen betrieben werden.

Ein innovatives Bauprojekt: Das Kulturquartier münster entsteht – Foto: Dominic Sehak

Das Gelände ist bereits vor mehreren Monaten in Beschlag genommen und hergerichtet worden. Die Fundamente der künftigen Gebäude sind gegossen. Im diesem Frühjahr wird der erste Bauabschnitt auf dem Grundstück an der Rudolf-Diesel-Straße 41 in Münster realisiert . Das Kulturquartier Münster ist ein Projekt, das es so noch an keiner Stelle in Deutschland gibt. Kulturschaffende haben sich zusammengetan, um aus eigener Kraft und mit privaten Mitteln diese neue Kulturstätte zu errichten. Sie wird vor allem für Musiker ein Ort der Begegnung, für Proben und Ausbildung und für öffentliche Auftritte bieten.

Ein wunderschöner Vorgeschmack: Im vergangenen Sommer wurde auf dem Gelände bereits ein buntes, fröhliches Sommerfest gefeiert – Foto: Dominic Sehak

Um die Ernsthaftigkeit ihres Anliegens unter Beweis zu stellen, haben die acht Leute Nägel mit Köpfen gemacht. Sie haben 2015 die Kulturquartier Münster GmbH gegründet und für das Projekt Geld von der GLS Bank geliehen, viel Selbsterspartes hinzugefügt und ihre Arbeit ehrenamtlich dazugegeben. Damit wurde das Grundstück mit 2.630 Quadratmetern erworben, Architekten beauftragt und im Herbst 2016 rückte der erste Bagger an, um das Fundament vorzubereiten. Für den nächsten Schritt müssen freilich noch viele Förderer gewonnen werden. Bei einer Crowdfunding-Aktion kann man sich aktuell beteiligen und mit dafür sorgen, dass die Gebäude errichtet werden.

Hier spielt die Musik: Das Kulturquartier Münster wird schon bald ein wichtiges Zentrum für Münsters Musikszene werden – Foto: Dominic Sehak

Das erste 220 Quadratmeter große Gebäude soll im Verlauf dieses Jahres fertig gestellt werden. Das umgebende Gelände wird nach ökologischen Prinzipien und der etwa 1000 Quadratmeter große Garten nach permakulturellen Grundsätzen gestaltet.

Musik im Blut: Die Macher des Kulturquartier Münster haben einfach unbändige „Lust auf Kultur“. – Foto: Franziska von Schmeling

Bis Ende 2020 soll das Kulturquartier Münster stehen. Es bietet dann auf einer Nutzfläche von 910 Quadratmetern einen großen Konzert- und Veranstaltungssaal, ausgestattet mit Veranstaltungstechnik, einen Bewegungsraum für Tanz und Meditation, neun Multifunktions-Räume, ein Refektorium mit angegliedertem Café und eine Werkstatt mit Repair-Café.

Die Fundamente für die künftigen Gebäude wurden im vergangenen Herbst gegossen. Jetzt kann das erste Gebäude errichtet werden – Foto: Frank Oldengott

„Seit 2013 verbindet uns diese großartige Idee“, berichtet Dr. Rainer Kossow, Unternehmensberater und einer der beiden Geschäftsführer über die Entstehung des Kulturquartiers. „Sie hat uns von Anfang an vorangetrieben.“ Dabei ist die unbändige „Lust auf Kultur“ die treibende Kraft. Diese hat die Gruppe in zahllosen Veranstaltungen in den vergangenen Jahren schon vorgeführt. Mit ihrer Quartierbühne haben sie Appetit gemacht und Leute zum Mitmachen gewonnen.

In Münsters Norden entsteht das Kulturquartier Münster – Foto: Dominic Sehak

Das Kulturquartier will Kultur, Kreativität und Kunst verbinden. „Unser Anspruch ist hoch“, erklärt Thomas Grollmus, ebenfalls Geschäftsführer und selber Musiker. „Die Arbeit des Kulturquartiers will zugleich bildend und zukunftsweisend, ökologisch und nachhaltig sein. Wir wollen die wichtigen ökologischen Themen mit allen Sinnen erlebbar machen und so zum Umdenken und Andershandeln einladen.“

Noch bis zum 31. Juni dieses Jahres läuft das erste Crowdfunding. An dem kann man sich über die Webseite des Kulturquartiers  (www.kulturquartier-muenster.de) beteiligen: Für die Fertigstellung des ersten Gebäudes werden noch etwa 200.000 Euro benötigt.

Um das nötige Geld aufzutreiben haben sich die Kreativen vom Kulturquartier Münster zudem einiges Neue einfallen lassen. So weckt die Aktion “Freigabe” Lust am Schenken: Interessente können sich mit einem kostenlosen (Kurs-)Angebot beschenken lassen, beispielsweise einem Schnupperkurs für Geige, einem Chor-Workshop oder Pferdegestütztes Coaching‎. Die Kursleiterinnen und Kursleiter verzichten auf die üblichen Gebühren und Honorare. “Wir laden die Teilnehmer ein, mit einem Betrag ihrer Wahl, das Kulturquartier Münster mit einem Zuschuss für die Fertigstellung des ersten Gebäudes zu unterstützen”, so werben die enthusiastischen Kulturquartierler für ihr bezauberndes Angebot.

Kulturquartier Münster GmbH / Rudolf-Diesel-Straße 41 / 48157 Münster

Postanschrift: Studtstraße 11 / 48149 Münster

Mobil 0170- 3852179

www.kulturquartier-muenster.de


 

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