Vernetzung in Westfalen soll Zukunft sichern

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Münster – Eine Mahnung an die Landesregierung zur Gleichbehandlung aller Landesteile und ein Arbeitsauftrag an die Akteure in Westfalen und dessen Teilregionen waren das Ergebnis des Podiumsgespräches „Metropolregionen – Was bleibt für Westfalen?“, das der Verein Westfalen-Initiative ausgerichtet hat. So ganz konnte Martin Hennicke, in der NRW-Staatskanzlei zuständig für politische Planung, Raumordnung und Landesplanung, dabei das Misstrauen nicht ausräumen, die Ausweisung von Rheinland und Ruhrgebiet im Landesentwicklungsplan (LEP) als Metropolregionen könne auf Dauer auch Geldströme dorthin konzentrieren. „Auch wenn Fördermechanismen heute nicht betroffen sind. Der LEP gilt länger und niemand weiß, was in zehn Jahren ist“, sorgt sich Reinold Stücke, Regionalratsvorsitzender im Regierungsbezirk Detmold.

Diskutierten die Rolle Westfalens neben den Metropolregionen Rheinland und Ruhrgebiet (v.l.): Moderator Dr. Hans-Ulrich Predeick, Martin Hennicke, Elisabeth Wessel, Reinold Stücke und Dr. Peter Paziorek.

Diskutierten die Rolle Westfalens neben den Metropolregionen Rheinland und Ruhrgebiet (v.l.): Moderator Dr. Hans-Ulrich Predeick, Martin Hennicke, Elisabeth Wessel, Reinold Stücke und Dr. Peter Paziorek.

Daran ändert aus Sicht der gut 80 anwesenden Repräsentanten von Politik, Kammern, Verbänden und Organisationen aus allen westfälischen Teilregionen auch nichts, wenn Westfalen nun als „mittelstandsgeprägte Wachstums- und Innovationsregion“ wenigstens erwähnt werden soll. Damit wird quasi die besondere Rolle Westfalens beschrieben. Stets sitze man zwischen allen Stühlen, sei nicht großstädtisches Ballungsgebiet, aber mehr als nur ländlicher Raum, hieß es aus dem Plenum. Deshalb brauche es für Westfalen „andere, spezifische Lösungen“.

Jede Region sei spezifisch zu entwickeln, unabhängig davon, wie sie bezeichnet wird, verwies Elisabeth Wessel, im Bundesbauministerium zuständig für Umwelt- und Stadtentwicklungsangelegenheiten der Raumordnung, auf entsprechende Vorgaben. Allerdings argwöhnt Dr. Peter Paziorek, der Begriff der Metropolregion könne künftig zu einer wichtigen landesplanerischen Kategorie erhoben werden. Der Vorsitzende des Vereins Westfalen-Initiative mahnte, dies dürfe nicht zu einer neuen Debatte über Grenzen von Verwaltungsstrukturen führen.

„Westfalen darf sich nicht ausschließlich und vorrangig in der Konfrontation zu anderen Regionen verstehen“, forderte er zugleich eine so enge Vernetzung der gesamten Region, „dass man ernst genommen wird“. Von Kultur und Infrastruktur bis zu Wirtschaft und Wissenschaft brauche es flächendeckende Struktu-ren, um Westfalen wahrnehmbarer zu machen. Damit verbunden war die Aufforderung an die Landesregierung, der gewachsenen ungleichen Verteilung von Universitätsklinken und außeruniversitären Forschungseinrichtungen auf Rheinschiene, Ruhrgebiet und Westfalen entgegenzuwirken. „Unsere Region braucht für die Zukunft mehr solcher Kerne wissenschaftlicher Entwicklung“, so die feste Überzeugung.

Westfalen-Initiative / Piusallee 6 / 48147 Münster
www.westfalen-initiative.de


 

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