Tipp: Literatur und Musik über das „Schwarzen Gold“

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Westfalen – Das Veranstaltungsnetzwerk [lila we:] literaturland westfalen empfiehlt regelmäßig lesenswerte Bücher mit Bezug zur Region Westfalen. Die aktuelle Empfehlung ist jedoch vielmehr ein Hörtipp: die CD „Anthrazitmuseum. Gesang von den Schwarzen Diamanten“ von Herbert Somplatzki und Eckhard Koltermann.

Anthrazitmuseum_Cover

Zum Inhalt: In Folge der rasanten Entwicklung der Industrie an Ruhr, Emscher und Lippe, kamen seit der Mitte des 19. Jahrhunderts immer mehr Menschen aus dem europäischen Osten ins „Land der roten Erde“ Westfalen, um im Bergbau zu arbeiten. Die Kohle als „Schwarzes Gold“ jener Aufbauzeit wurde zum Antrieb einer gigantischen Lokomotive, die das Land und die Republik aus den Bombentrümmern des Krieges ins so genannte Wirtschaftswunder zog. Doch den Fördertürmen sind inzwischen die Seilfahrten abhanden gekommen und über die Halden ist Gras gewachsen. Nun bereiten sich die letzten Zechen hier auf ihren endlosen Schlaf im Schlagschatten denkmalgeschützter Fördertürme vor; und mit ihnen geht die Geschichte von anderthalb Jahrhunderten „Schwarzer Diamanten“ ihrem Ende entgegen. Was bleibt, ist das Erinnern. Und wenn auch die Erinnerung das einzige Paradies sein soll, aus welchem wir nicht vertrieben werden können, wie es der Dichter Jean Paul behauptete, so waren doch die dunklen Tage und Nächte in Schweiß und Staub wesentlich mehr, als es die aktuelle „Kumpelnostalgie“ behauptet.

Das Programm „Anthrazitmuseum“, das im Rahmen des Jahresfestivals von literaturland westfalen 2012/13 entstand und nun auch in Form einer CD vorliegt, berichtet mit Literatur und Musik von einer wichtigen Epoche Westfalens. Im Zusammenspiel zweier Künste begegnen sich die Erfahrungswelten eines Schriftstellers und eines Musikers und werden zu einer neuen Einheit. Und dieser Gesang von den Schwarzen Diamanten erfährt dann in der Interpretation durch die Urheber seine besondere Authentizität.

Die Autoren: Herbert Somplatzki ist ein „angelernter Westfale“. Er kam nach Ende des Zweiten Weltkriegs als masurisches Flüchtlingskind ins „Land der roten Erde“, um zu bleiben. Elf Jahre arbeitete er auf der Zeche Gewerkschaft Auguste Victoria in Marl. Er hat über vierzig Romane, Erzählungen und Sachbücher veröffentlicht, dazu mehrere Hörspiele und Theaterstücke sowie zahlreiche Liedertexte. Er wurde mehrfach ausgezeichnet, zum Beispiel mit dem Hörspielpreis der ARD, dem Stipendium des Deutschen Literaturfonds und einem Aufenthaltsstipendium im Künstlerdorf Schöppingen.

Eckard Koltermann dagegen ist „geborener Westfale“ Er gehört zu einer jüngeren Generation von Künstlern als Herbert Somplatzki und hat als Musiker und Komponist zahlreiche Erfahrungen in der Zusammenarbeit mit Poeten gesammelt. Darüber hinaus hat er als Komponist Musik für Filme und Theaterstücke sowie für Choreografien des Tanztheaters geschrieben und war lange Zeit Musikalischer Leiter am Schlosstheater Moers.

Eckard Koltermann und Herbert Somplatzki arbeiten schon seit den 1990er Jahren zusammen, unter anderem beim „Rheinischen Musikfest 1993“ und der WDR-Produktion „Kakerlaken Blues“ sowie der CD „WortMusik“ oder dem musikliterarischen Stück „Von Osten gekommen“. Zudem waren sie an verschiedenen Projekten, etwa den „Schachtzeichen“ der Kulturhauptstadt Europas 2010 beteiligt.

Zum Schluss noch ein kleiner Veranstaltungshinweis: Am 11. März 2016 präsentieren Eckard Koltermann und Herbert Somplatzki das Programm „Anthrazitmuseum“ auch im Nicolaihaus Unna!

Herbert Somplatzki & Eckhard Koltermann: „Anthrazitmuseum. Gesang von den Schwarzen Diamanten“, CD (57 Min.), Schmallenberg: Megalit-Verlag 2015, ISBN/EAN 9783932037122, 15 Euro

www.megalit-verlag.de


 

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